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Ausweis und Co: Dokumente während der Krise beantragen
Lokales 3 Min. 31.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Ausweis und Co: Dokumente während der Krise beantragen

Ausweise verlieren nach dem 1. März ihre Gültigkeit nicht mehr. In dringenden Fällen können auch neue Dokumente ausgestellt werden.

Ausweis und Co: Dokumente während der Krise beantragen

Ausweise verlieren nach dem 1. März ihre Gültigkeit nicht mehr. In dringenden Fällen können auch neue Dokumente ausgestellt werden.
Foto: Chris Karaba
Lokales 3 Min. 31.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Ausweis und Co: Dokumente während der Krise beantragen

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Ausweise und Führerscheine werden auch während der Krise ausgestellt, allerdings nur in dringenden Fällen und meist nur auf Termin.

Durch die Corona-Pandemie bieten viele Gemeinden und Behörden derzeit nur eingeschränkte Dienste an. Auch bei der Ausstellung von Dokumenten wie Personalausweis, Führerschein oder Pass kommt es deshalb zu einigen Änderungen.

Wer im Besitz eines Personalausweises ist, dessen Gültigkeitsdauer nach dem 1. März dieses Jahres abgelaufen ist oder demnächst ablaufen wird, muss sich vorerst keine Sorgen machen: Die Gültigkeit seiner Carte d‘identité wird automatisch für die Dauer des Krisenzustandes verlängert. Erst danach muss ein neuer Ausweis beantragt werden. Dies trifft auch auf Menschen zu, die in eine andere Gemeinde ziehen: Auch ihr Ausweis behält vorerst Gültigkeit.

Wer seine Carte d‘identité unterdessen verloren hat oder wem sie gestohlen wurde, muss ein neues Dokument beantragen. Die meisten Gemeinden empfangen ihre Bürger derzeit für solche Vorgänge auf Termin. „Wir empfehlen den Menschen, zunächst Kontakt zu ihrer Gemeinde aufzunehmen. Denn somit bleiben die Bewegungswege kürzer“, heißt es beim Zentrum für Informationstechnologien des Staates (CTIE), das für die Herstellung der Ausweise verantwortlich ist.

Foto: Gerry Huberty

Dennoch besteht in dringenden Fällen auch die Möglichkeit, über die zentrale Dienststelle Guichet.lu einen Ausweis zu beantragen. Hierfür muss jedoch zuerst ein Termin (Tel. 247-82000 von 8 bis 18 Uhr oder E-Mail: eID.helpdesk@ctie.etat.lu) vereinbart werden. Dabei muss der Antragssteller auch erklären, warum eine Dringlichkeit vorliegt. Eine genaue Liste von Fällen, in denen eine Dringlichkeit gegeben ist, gibt es aber nicht: „Betroffene Personen müssen uns einfach erklären, warum sie kurzfristig einen neuen Personalausweis brauchen“, heißt es diesbezüglich von Guichet.lu. Die Behörde entscheidet dann, ob dem Antrag stattgegeben wird oder nicht.

Führerschein per Post

Genau das gleiche Vorgehen gilt auch für Anträge für einen neuen Führerschein über die zentrale Dienststelle.

Eine neue Fahrlizenz kann jedoch auch über die Société nationale de circulation automobile (SNCA) beantragt werden. Allerdings sind dort die Büros bereits seit dem 16. März für die Öffentlichkeit geschlossen. Die kompletten Anfragen, bestehend aus dem ausgefüllten Formular, einem Passfoto und einer Steuermarke, können der SNCA jedoch weiterhin über den Postweg übermittelt werden oder aber in einem der Briefkästen der SNCA abgelegt werden.


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Dem Antrag auf jeden Fall beiliegen muss eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse des Antragstellers. Weitere Fragen werden von montags bis freitags jeweils von 7.30 bis 16.30 Uhr über die Hotline (Tel. 26-626-400) beantwortet. Auch Personen, die dringend eine neue Fahrerlaubnis brauchen, sollen sich unter dieser Nummer melden.

Wer unterdessen noch vor der Führerscheinprüfung steht, muss sich in Geduld ausüben: Alle praktischen und theoretischen Tests wurden vorerst ausgesetzt.

Kein Pass ohne Grund

Anders als beim Personalausweis oder dem Führerschein handelt es sich beim Reisepass unterdessen um ein fakultatives Dokument, das man für Reisen innerhalb der Europäischen Union nicht braucht. Diese sind derzeit ohnehin nur sehr eingeschränkt möglich. Anfragen für einen Reisepass können bis auf Weiteres nicht mehr bei den Gemeinden eingereicht werden, sondern nur noch beim Passbüro.

Die Büros sind in der Regel allerdings für die Öffentlichkeit geschlossen. Pässe werden derzeit nur in dringenden Fällen ausgestellt und nur, wenn der Antragssteller die Anfrage im Vorfeld per E-Mail (service.passeports@mae.etat.lu) einreicht. Die Mitarbeiter der Passabteilung entscheiden dann, ob die Dringlichkeit gegeben ist. Dabei ziehen sie auch die aktuellen Reisemöglichkeiten in Betracht. Dem Antrag beiliegen muss demnach nicht nur ein Beweis der Dringlichkeit, sondern auch der Beweis, dass eine Reise außerhalb der Europäischen Union geplant und durchführbar ist. Liegt ein Dringlichkeitsfall vor, wird dem Antragssteller ein Termin mitgeteilt, an dem er im Passbüro vorstellig werden soll, um die biometrischen Daten aufzunehmen.


Auf Nachfrage der Polizei ist der Ausweis vorzuzeigen. Wer ihn nicht bei sich hat, riskiert aber keine Strafe.
Auf Nachfrage vorzuzeigen: Ausweis, bitte!
Wer älter als 15 Jahre ist, muss im Besitz eines Personalausweises sein. Idealerweise sollte dieser auch ein treuer Begleiter sein, denn auf Nachfrage der Polizei ist er vorzuweisen.

Luxemburger, die im Ausland wohnen und dringend einen neuen Reisepass benötigen, etwa um ihre Aufenthaltsgenehmigung zu verlängern, sollen unterdessen Kontakt zur diplomatischen Vertretung vor Ort aufnehmen.

Auch Visa werden derzeit nicht ausgestellt. Der Legalisierungsdienst funktioniert ebenfalls nur eingeschränkt. Auch hier wird auf ein Onlineverfahren gesetzt.

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