Ausstellung "Silberkammer" feierlich eröffnet

Am Mittwoch endet der Luxemburger Staatsbesuch in Deutschland

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(ham) - Seit Mittwoch ist im Deutschen Historischen Museum in Berlin die Silberkammer der Luxemburger Dynastie zu sehen. Zu Gesicht bekommen die Besucher Silbergefäße, kostbare Toilettenutensilien, Kandelaber und viele andere Gold- und Silberschmiedearbeiten einer Sammlung, die von einer großen Prachtenvielfalt zeugt.

Mit der einzigartigen Präsentation betritt die Ausstellung des Großherzogtums Luxemburg in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Museum Neuland. Zum ersten Mal nämlich haben die Schätze der amtierenden Dynastie anlässlich des Staatsbesuchs des großherzoglichen Paares in Deutschland die Reise ins Ausland angetreten. Präsentiert werden sie inmitten der ständigen Ausstellung zur deutschen Geschichte, was die enge Anbindung und die Enbettung des im Herzen Europas gelegene Luxemburg versinnbildlichen soll.

Die Sammlung selbst ist einzigartig in der luxemburgischen Kunstwelt. Die meisten Goldschmiedearbeiten in der Silberkammer gehören zum Fideikomiss. Die Kunstwerke haben bis heute die originale Funktion behalten, nämlich die Darstellung der Monarchie. Größtenteils handelt es sich um Tafelsilber, das die Geschichte der fürstlichen Familie Nassau-Weilburg und auch die des Hauses Nassau im Ganzen spiegelt.

Historischer Wert

Geprägt wurde die Goldschmiedesammlung von den Residenzorten der Familie. Sie zeugen aber auch von öffentlichen und politischen Ereignissen wie Kriegen oder der Säkularisation, durch deren Folgen 1803 das Trierer Silber an Nassau-Weilburg fiel. Auch Änderungen im Status des Herrschers und seines Landes kann man am Wappen oder der Krono, welche die Teile zieren, ablesen. Aus kunstgeschichtlicher Sicht sind die stilistischen Hauptströmungen seit der Renaissance vertreten.

Der historische Wert der Silberkammer blieb lange Zeit verborgen, da geschichtliche Details nur mündlich von einem Kammerverwalter zum nächsten überliefert wurden. Mit dem Amtsantritt von Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa wurde zum ersten Mal aber eine Konservatorin mit der wissenschaftlichen Betreuung der Silberkammer sowie der anderen großherzoglichen Sammlungen beauftragt.

Viele Ehrengäste

Entsprechend prunkvoll mit Ehrengästen aus Luxemburg und Deutschland war am Dienstagabend die offizielle Vernissage der Ausstellung, zu der das großherzogliche Paar als Gastgeber ins Museum eingeladen hatten. Zusammen mit Bundespräsident Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt wurde die Silberkammer der Luxemburger Dynastie denn auch zum ersten Mal öffentlich zugänglich gemacht.

Die Ausstellung ist aber auch Teil des diesjährigen Kulturfestivals der Luxemburger Botschaft in Berlin. Dieses findet, genau wie die Ausstellung selbst, vom 25. April bis 3. Juni statt und soll einen Querschnitt der zeitgenössischen Kulturszene Luxemburgs zeigen. Im Rahmen des Festivals werden neben der prunkvollen Goldschmiedesammlung etliche andere Aspekte des Landes präsentiert. Dichter und bildende Künstler stellen sich vor, die Metalszene kommt zu Besuch und im Zeughauskino wird es um die Rolle der Großherzogin Charlotte während des Zweiten Weltkriegs gehen.