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Ausmaß der Borkenkäfer-Plage ist unbekannt
Die Buchdrucker sind nur wenige Millimeter groß.

Ausmaß der Borkenkäfer-Plage ist unbekannt

Foto: Gerry Huberty
Die Buchdrucker sind nur wenige Millimeter groß.
Lokales 2 Min. 23.01.2019

Ausmaß der Borkenkäfer-Plage ist unbekannt

Sie haben unzählige Fichten auf dem Gewissen: Die Buchdrucker fühlten sich im vergangenen Jahr in Luxemburgs Wäldern pudelwohl und haben sich explosionsartig vermehrt.

(m.r.) - Ein kleiner Käfer sorgt hierzulande für große Schäden. Der Buchdrucker hat sich während der warmen und trockenen Sommer- und Herbstmonate hierzulande zu einer Plage entwickelt. Die Tiere gehören zur Familie der Borkenkäfer und haben es vor allem auf Fichten abgesehen. Wird ein Baum von ihnen befallen, ist dies in der Regel sein Todesurteil.


Suivi-Reportage im Wald: Waldschäden durch Borkenkäfer.Buchdrucker Borkenkäfer. Foto:Gerry Huberty
Kleiner Käfer, großer Schaden
Er ist klein, braun und hat eine Vorliebe für Fichten: Der Borkenkäfer. In den vergangenen Monaten ist die Population der Insekten hierzulande explodiert - mit fatalen Folgen.

Wie viele Bäume betroffen sind, ist allerdings unbekannt. Dies geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Frage des ADR-Abgeordneten Jeff Engelen an die Umweltministerin Carole Dieschbourg hervor. Grund dafür sei, dass der Großteil der Nadelbaumkulturen sich hierzulande im Privatbesitz befinden. Die staatlichen Behörden können den Befall somit nicht flächendeckend überwachen. Das Umweltministerium habe die Waldbesitzer aber im vergangenen Oktober über die Plage per Pressecommuniqué informiert, so Dieschbourg.

Die Axt im Walde

Ist ein Waldgebiet betroffen, hilft nur noch eines: Kahlschlag. Insektizide und andere Mittel sind bei einem großflächigen Befall nutzlos oder sogar noch schädlicher als die Käfer. Für Nadelholzschläge, deren Bäume weniger als 50 Jahre alt oder größer als 50 Ar sind, muss eine Genehmigung beantragt werden. In den vergangenen Monaten seien bis Anfang Januar in diesem Zusammenhang 47 Anträge für einen Kahlschlag genehmigt worden, so Carole Dieschbourg.

Die Käfer sind hartnäckig und überwintern bis zum Frühjahr unter der Rinde und im Waldboden. Um einem erneuten Befall entgegenzuwirken, muss den Tieren die Brutfläche entzogen werden. Deshalb müssen die Bäume gefällt werden. Die Holzabfuhr sollte vor dem Beginn der Schwärmzeit im Frühjahr erfolgen. Ob die Plage sich weiter ausbreiten wird, hängt auch von den Wetterbedingungen in den kommenden Monaten ab. Wird das Frühjahr warm und trocken, könnte die Käferpopulationen trotz aller Bemühungen weiter wachsen.

Die Käfer und ihre Larven fressen sich durch die Rinde der Bäume. Dabei hinterlassen sie typische Spuren.
Die Käfer und ihre Larven fressen sich durch die Rinde der Bäume. Dabei hinterlassen sie typische Spuren.
Foto: Gerry Huberty

Die Käfer spielen eigentlich eine wichtige Rolle im Stoffkreislauf der Wälder, können aber bei Massenvermehrungen wie in diesem Jahr zu einem Problem werden. Zur Eiablage bohren sie Gänge in die Rinde, damit die Larven und die Käfer sich dort von den Saft führenden Schichten ernähren können. Sind die Bäume etwa durch lange anhaltende Dürreperioden geschwächt, produzieren sie nicht ausreichend Harz und können sich nicht gegen die Tiere wehren.


Buchdrucker fressen sich durch die Wälder
In den vergangenen Monaten fühlten sich Borkenkäfer pudelwohl - immerhin herrschten für sie die idealen Bedingungen, um sich fortzupflanzen. Nun werden die Insekten zur Plage.

Befallene Bäume sterben innerhalb weniger Wochen ab. Das Holz kann zwar noch weiterverarbeitet werden. Allerdings wird in den solchen Käferjahren so viel Fichtenholz geschlagen, dass der Markt überschwemmt wird und die Preise sinken. Für Waldbesitzer entsteht somit ein wirtschaftlicher Schaden.


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