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Ausländer und ältere Menschen in einer WG: Die etwas andere Wohngemeinschaft
Bei den gemeinsamen Aktivitäten geht es auch darum, zunächst sprachliche Barrieren abzubauen und Affinitäten zwischen den verschiedenen Teilnehmern zu schaffen.

Ausländer und ältere Menschen in einer WG: Die etwas andere Wohngemeinschaft

Foto: Cohabit'Age
Bei den gemeinsamen Aktivitäten geht es auch darum, zunächst sprachliche Barrieren abzubauen und Affinitäten zwischen den verschiedenen Teilnehmern zu schaffen.
Lokales 2 Min. 04.01.2016

Ausländer und ältere Menschen in einer WG: Die etwas andere Wohngemeinschaft

Mit „Babel“ steht ein preisgekröntes Projekt in den Startlöchern. Es bringt ausländische Menschen aus Drittstaaten und ältere Luxemburger zusammen - in einer Wohnung. In den kommenden Monaten soll das Projekt in die konkrete Phase gehen.

(mth) - Luxemburg hat ein Problem mit dem gesellschaftlichen Zusammenhalt auf mehreren Ebenen. Zum einen gibt es eine rasch alternde einheimische Bevölkerung, die nicht selten unter der zunehmenden Auflösung althergebrachter sozialer Strukturen wie Familie, Vereinsleben oder dörflicher Gemeinschaften leidet. Zum anderen ist das Großherzogtum auf eine wachsende Immigration angewiesen, um die Bevölkerungsentwicklung sowie das wirtschaftliche Wachstum trotz geringer Geburtenrate zu stabilisieren. Eine ausländische Bevölkerung, die sich einerseits in Luxemburg integrieren will und muss, andererseits mit einer Verknappung des Wohnraums und hohen Immobilienpreisen kämpft. Laut Statec gab es bereits 2012 Wohnraum für über 35.000 Personen in Haushalten, in denen Personen über 65 Jahre alleine wohnten.

Intergenerationelles Wohnen in Luxemburg fördern

Das Projekt „Babel“ hat sich nun zum Ziel gesetzt, diese beiden Probleme gemeinsam anzugehen. Träger des Projekts ist die Vereinigung „Cohabit’Age“, die 2013 mit dem Ziel gegründet wurde, intergenerationelles Wohnen in Luxemburg zu fördern. Dabei wird frei stehender Wohnraum bei älteren Menschen an junge Wohnungssuchende vermittelt. Die so entstehenden Wohngemeinschaften bieten für beide Parteien Vorteile. Junge Menschen, die am Beginn ihres Berufslebens stehen, bekommen Zugang zu erschwinglichem Wohnraum, während ältere Menschen, die zuvor allein lebten, von dem sozialen Kontakt mit ihrem Mitbewohner oder ihrer Mitbewohnerin profitieren. „Cohabit’Age“ fungiert dabei als Vermittlungsplattform, um solche Wohngemeinschaften zu schaffen.

Im Rahmen von „Babel“ soll dieses Konzept nun auf Wohngemeinschaften ausgedehnt werden, die sich spezifisch an junge Menschen aus Drittstaaten außerhalb der EU richten, die sich legal in Luxemburg aufhalten und hier arbeiten. Eine Zielgruppe also, die oft größere Schwierigkeiten dabei hat, sich in Luxemburg zu integrieren als EU-Ausländer.

„Das Projekt richtet sich vorwiegend an junge Menschen aus Drittstaaten, beispielsweise Studenten oder junge Arbeitnehmer, die legal in Luxemburg arbeiten und leben, denen aber aufgrund sprachlicher, kultureller oder auch wirtschaftlicher Barrieren eine vollständige Integration in Luxemburg schwerfällt“, erklärt Moussa Seck von „Cohabit’Age“. Auf der anderen Seite gebe es eine wachsende Bevölkerung älterer Menschen, die vereinsamen und ihr soziales Umfeld verlieren würden. Ziel von „Babel“ sei es, beide Bevölkerungsteile miteinander in Kontakt zu bringen und Wohngemeinschaften zu schaffen, von denen beide profitieren könnten.

Zeit miteinander verbringen und sich kennenlernen

Das Projekt befindet sich zurzeit in einer Vorbereitungsphase und profitiert im Rahmen einer europäischen Ausschreibung von Fördermitteln für Integrationsprojekte. In den kommenden Monaten sind zunächst Aktivitäten geplant, die drauf abzielen, Kontakte zu knüpfen und erste Wohngemeinschaften auf die Beine zu stellen. „Dabei geht es zunächst darum, Zeit miteinander zu verbringen und sich kennenzulernen. Wir werden Aktivitäten wie gemeinschaftliches Kochen oder regelmäßige Kaffee-Treffs organisieren“, so Moussa Seck. Dabei gehe es auch darum, zunächst sprachliche Barrieren abzubauen und Affinitäten zwischen den verschiedenen Teilnehmern zu schaffen.

„Cohabit’Age“ will dabei auch als Koordinationsplattform zwischen verschiedenen Akteuren im sozialen und kulturellen Bereich fungieren, die an einer Zusammenarbeit im Rahmen des Projekts interessiert sind.

Mehr Informationen zu diesem Projekt gibt es unter der Telefonnummer 28 77 43 98, per E-Mail an contact@cohabit-age.lu und auf der Website von Cohabit'Age


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