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Auschwitz: Erinnerung tut Not
Lokales 28.08.2013 Aus unserem online-Archiv

Auschwitz: Erinnerung tut Not

In Auschwitz gibt es keine Gedenkplakette zu Ehren der dort getöteten Luxemburger

Auschwitz: Erinnerung tut Not

In Auschwitz gibt es keine Gedenkplakette zu Ehren der dort getöteten Luxemburger
Foto. AFP
Lokales 28.08.2013 Aus unserem online-Archiv

Auschwitz: Erinnerung tut Not

Unter der Nazi-Herrschaft kamen in keinem Konzentrationslager so viele Luxemburger ums Leben wie in Auschwitz. Wieso gibt es dort keine Erinnerungstafel?

Unter der Nazi-Herrschaft kamen in keinem Konzentrationslager so viele Luxemburger ums Leben wie in Auschwitz: 263 Juden wurden dorthin deportiert, 237 wurden ermordet. 31 Luxemburger nichtjüdischen Glaubens wurden dorthin verschleppt, zehn kamen ums Leben. In einer parlamentarischen Anfrage an Premier Juncker wollte Jean-Pierre Klein (LSAP) wissen, wieso am Ort des Grauens nichts an die luxemburgischen Nazi-Opfer erinnert.

In der Tat gehöre das Gebiet des ehemaligen Lagers Auschwitz-Birkenau zu den wenigen Stätten ohne Gedenkplakette zu Ehren jener Luxemburger, die dort ihr Leben ließen, antwortet der Premier. Angesichts der hohen Opferzahl halte es die Regierung für sinnvoll, sich bei den zuständigen Behörden für die Errichtung einer Plakette oder Stele einzusetzen.

Vor einigen Wochen erst hatte Parlamentspräsident Laurent Mosar mit einer Abgeordnetendelegation die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht. Dabei hatten sich die polnischen Behörden für den luxemburgischen Beitrag zum internationalen Fonds für den Erhalt des ehemaligen Konzentrationslagers bedankt. 

Beteiligung

Luxemburg beteiligt sich mit einem Betrag von 100 000 Euro an diesem Fonds; zudem werde die Regierung demnächst eine Person designieren, die das Großherzogtum im internationalen Ausschuss der Auschwitz-Stiftung vertreten soll, schreibt der Premier in seiner Antwort auf Kleins Anfrage. Diese Stiftung war im Januar 2009 vom früheren polnischen Außenminister Wladyslaw Bartoszewski (selbst ein früherer Auschwitz-Häftling) ins Leben gerufen worden mit dem Ziel, den Erhalt der Gedenkstätte zu gewährleisten.

Um die Erinnerung an die Nazi-Herrschaft ging es auch in einer parlamentarischen Anfrage von Serge Wilmes an den Premier. Der CSV-Abgeordnete informierte sich über eine mögliche Gedenkstätte in Fünfbrunnen, wo viele luxemburgische Juden interniert wurden, ehe sie in ein Konzentrationslager deportiert wurden. Außerdem wollte Wilmes wissen, ob die Regierung die Errichtung einer Gedenkstätte in der Hauptstadt in Erwägung zieht, und inwiefern die Empfehlungen aus dem Historikerbericht über die Enteignung der Juden im Zweiten Weltkrieg umgesetzt wurden. „Die Regierung ist dabei, diese Fragen mit den Vertretern der jüdischen Gemeinschaft zu erörtern“, lautet die kurze Antwort des Premiers. (jm)