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Ausbau der A3: Sieben Jahre für sechs Spuren
Mit einer dritten Fahrspur in beide Richtungen soll die A3 entlastet werden.

Ausbau der A3: Sieben Jahre für sechs Spuren

Foto: Serge Waldbillig
Mit einer dritten Fahrspur in beide Richtungen soll die A3 entlastet werden.
Lokales 2 Min. 08.11.2017

Ausbau der A3: Sieben Jahre für sechs Spuren

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Logistikzentrum und Containerplattform sorgen für zusätzlichen Schwerverkehr auf der bereits viel befahrenen A3. Der zuständigen Parlamentskommission wurden nun die Pläne zum Ausbau der Autobahn vorgestellt.

Von Jacques Ganser

Mit im Schnitt 36 940 Fahrzeugen täglich Richtung Süden und 34 410 Fahrzeugen Richtung Norden ist die A3 zwischen dem Autobahnkreuz Gasperich und der Grenze zu Frankreich eine der meistbefahrenen Strecken des Großherzogtums. Zu Spitzenstunden werden hier sogar bis zu 90 000 Fahrzeuge täglich in beide Richtungen gezählt.

Die A3 hat als Teilstück der Verkehrsader zwischen Rotterdam und Genua vor allem auch internationale Bedeutung. Seit Jahren wird über einen Ausbau der überlasteten Autobahn diskutiert, jetzt soll das im April bereits vorgestellte Projekt mit dem Gesetzesentwurf 7144 endlich umgesetzt werden. Am Montag kamen im parlamentarischen Ausschuss für nachhaltige Entwicklung weitere Planungsdetails zur Sprache.

Entlastung der Nebenstraßen

Im Mittelpunkt steht dabei der Ausbau auf zwei mal drei Spuren. Laut den Verantwortlichen der Straßenbauverwaltung sollen dadurch vor allem die regionalen Nebenstraßen entlastet werden. „Es geht in erster Linie darum, den Schwerverkehr, der durch die Containerumladeplattform „CFL Multimodal“ und das Logistikzentrum entsteht, schneller auf die Autobahn zu bringen“, so Josée Lorsché („Déi Gréng“), Präsidentin des Ausschusses für Nachhaltigkeit.

War man zuerst von einer Bauzeit von fünf Jahren ausgegangen, so scheinen sieben Jahre jetzt einer realistischeren Einschätzung zu entsprechen. Auch ein Beginn der Arbeiten im Jahre 2018 scheint inzwischen mehr als fraglich.

In mehreren Etappen

Um einen kompletten Stillstand des Verkehrs zu verhindern, müssen die Arbeiten nämlich in mehreren Etappen durchgeführt werden. Punktuelle Verkehrsbehinderungen werden allerdings auch dann nicht komplett auszuschließen sein. Der Kostenvoranschlag beläuft sich auf 356 Millionen Euro.

Im zuständigen Ausschuss wurde am Montag die Frage aufgeworfen, warum dieser finanzielle Aufwand nicht genutzt würde, um den öffentlichen Transport auszubauen anstatt weiteren Schwerverkehr anzuziehen. Ferner wurde vorgeschlagen, die neue, dritte Spur dem öffentlichen Transport vor zu behalten. Auch ein Ausbau der Lärmschutzmaßnahmen im Interesse der angrenzenden Ortschaften Liwingen, Peppingen und Bettemburg sei erforderlich.

Fünf Kilometer Lärmschutz

„Insgesamt wird ein fünf Kilometer langer und 4,5 Meter hoher Lärmschutzwall entstehen, der insbesondere den Bettemburger Anliegern zugute kommen wird“, so Josée Lorsché. „Dieser war bisher im Gesetzestext so nicht vorgesehen“. Der Minister für nachhaltige Entwicklung, François Bausch, will zu diesen Fragen in einer weiteren Ausschusssitzung Erläuterungen geben.

An den Ausbau der Autobahn sind eine Reihe von Kompensationsmaßnahmen gebunden. Dazu gehört der Bau einer Wildbrücke, die Fertigstellung des Radwegenetzes zwischen Bettemburg und Peppingen, sowie verschiedene Schallschutzmaßnahmen. Während für die eigentliche Verbreiterung keine Grundstücke erworben werden müssen, ist dies für die neu zu gestaltenden Auf- und Abfahrten allerdings der Fall. „Diese Gespräche beginnen wir erst, wenn der Ausbau grünes Licht erhalten hat“, so Lorsché.


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