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Aus dem Schmelzpunkt der Freude
Lokales 15.12.2018 Aus unserem online-Archiv

Aus dem Schmelzpunkt der Freude

Gott kommt in unsere Dunkelheit als Licht aus dem Schmelzpunkt der Freude.

Aus dem Schmelzpunkt der Freude

Gott kommt in unsere Dunkelheit als Licht aus dem Schmelzpunkt der Freude.
Foto: Renée Schmit
Lokales 15.12.2018 Aus unserem online-Archiv

Aus dem Schmelzpunkt der Freude

In ihrem Wegweiser zum dritten Adventssonntag beschäftigt sich Renée Schmit mit den wahren Glücksmomenten des Lebens. Ein solcher ist die Geburt Jesu. Denn Gott hat die Lust am Menschen nicht verloren.

Wer kennt sie nicht, die wahren Glücksmomente des Lebens? Manchmal überfallen sie uns, manchmal sind sie auch vorhersehbar: beim Verweilen in der Natur, bei Gelegenheit eines lang ersehnten Wiedersehens oder einer versöhnenden Geste, bei der Geburt eines Kindes, einem geschafften Schulabschluss, usw.


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Wegweiser für die Woche - so nennt  sich eine Rubrik auf wort.lu, die wir jedes Wochenende online stellen. Darin finden Sie einen spirituellen Gedanken, einen wertvollen Wegweiser für die Woche.

Jeder Mensch braucht diese hochzeitliche Freude, um zu erfahren, dass das Leben lebenswert ist.

Diese Freude kommt aus der Mitte des Herzens. Man kann sie nicht machen und schon gar nicht kaufen.

Für Glaubende kann sie auf jenes geheimnisvolle Licht, jene unsagbare Freude hindeuten, die aus dem Geheimnis der Menschwerdung Gottes erwächst.

Der Theologe Gottfried Bachl beschreibt dies auf seine ihm poetische Art: „Unbeschreiblich sind deine Empfindungen, das Licht musst du tief aus dir hervorgeholt haben, aus dem Schmelzpunkt der Freude, denn da liegt es auf der Erde und kein Beton wird es verschlucken“.

In der Mitte des Advents dürfen wir nach jenem Licht Ausschau halten, das kein Beton zu verschlucken vermag: das Licht von Betlehem. Dazu braucht es Orte der Stille und Zeiten des Verweilens.

Es braucht die innere Muße, um den tiefen Glücksmomenten in unserem bisherigen Leben nachzuspüren, wo die Freude Gottes aufstrahlt und uns unerwartet entgegenkommt.

In der Sprache der Liturgie spricht man so auch am dritten Sonntag im Advent vom „Gaudete“ (lateinisch: Freut euch!).

Die Farbe der liturgischen Gewänder im Gottesdienst ist rosa (als aufgehelltes Violett).

Darin drückt sich die Tiefe des Glaubens aus: Wir haben Grund zur wahren Freude, denn Gott hat die Lust am Menschen nicht verloren.

Im Gegenteil: Er kommt in unsere Dunkelheit als Licht aus dem Schmelzpunkt der Freude.


* Die Autorin ist bischöfliche Delegierte für Spiritualität und die neuen geistlichen Gemeinschaften sowie Koordinatorin des Erwachsenenkatechumenats.

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