Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Aus dem Gemeinderat Luxemburg: Grünes Licht für „Kennedy Sud“
Lokales 2 Min. 21.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Aus dem Gemeinderat Luxemburg: Grünes Licht für „Kennedy Sud“

In den kommenden Jahren sollen die Stadtviertel Weimershof und Kirchberg zu einer urbanistischen Einheit zusammenwachsen. Das Projekt "Kennedy Sud" spielt dabei eine tragende Rolle.

Aus dem Gemeinderat Luxemburg: Grünes Licht für „Kennedy Sud“

In den kommenden Jahren sollen die Stadtviertel Weimershof und Kirchberg zu einer urbanistischen Einheit zusammenwachsen. Das Projekt "Kennedy Sud" spielt dabei eine tragende Rolle.
Grafik: Urbis Bureau voor stadsontwerp
Lokales 2 Min. 21.03.2016 Aus unserem online-Archiv

Aus dem Gemeinderat Luxemburg: Grünes Licht für „Kennedy Sud“

Michel THIEL
Michel THIEL
In der Gemeinderatssitzung am Montag gab es grünes Licht für den Teilbebauungsplan des Bauprojekts „Kennedy Sud - Zone A1“ sowie die Erneuerung der Straßen im Umfeld des großherzoglichen Palastes.

(mth) - In der Gemeinderatssitzung der Stadt Luxemburg wurden am Montag vor allem zwei Punkte der Tagesordnung länger diskutiert: der Teilbebauungsplan des ersten Abschnitts des Bauprojekts „Kennedy Sud“, der die Stadtteile Kirchberg und Weimershof verschmelzen soll, sowie die Erneuerung des Bodenbelags im Umfeld des großherzoglichen Palastes.

Träger des Bauprojekts „Kennedy Sud – Zone A1“ ist der Fonds du Kirchberg. In mehreren Bauabschnitten soll in den kommenden Jahren ein Landstreifen von rund 16 Hektar südlich der Avenue J. F. Kennedy mit Wohn- und Bürokomplexen bebaut werden und den bisher noch isoliert liegenden Stadtteil Weimerskirch in das urbanistische Ensemble des Kirchbergs integrieren.

Die erste Phase „Kennedy Sud – Zone A1“ betrifft eine Grundstücksfläche von 265,74 Ar und eine Baufläche von maximal 40 440 Quadratmetern auf der 165 bis 309 Wohneinheiten, 19 050 Quadratmeter Bürofläche und 3 200 Quadratmeter Gewerbefläche entstehen sollen. Das urbanistische Konzept, mit dem das niederländischen Architekturbüro „Urbis bureau voor stadtsontwerp“ 2011 eine entsprechende Ausschreibung gewann, sieht in einer späteren Ausbauphase weitere Büro- und Wohngebäude sowie eine zentrale Parkanlage vor.

Das gesamte Viertel wird in einer hohen Baudichte mit einem CMU (coefficient maximum d'utilisation du sol) zwischen drei und vier realisiert, was im Vorfeld gewisse Widerstände bei den Anwohnern in Weimershof hervorrief. Trotz architektonischer Maßnahmen, wie einer progressiven Abstufung der Gebäudehöhen zur Seite von Weimershof hin, befürchten viele Anwohner, dass das vor allem von Einfamilienhäusern geprägte Viertel von den imposanten Neubauten quasi „erdrückt“ werden würde.

Seit der öffentlichen Vorstellung des Teilbebauungsplans am vergangenen 23. September sind fünf Einsprüche von Privatpersonen oder Unternehmen eingegangen – eine Unterschriftensammlung gegen das Projekt brachte 228 Unterschriften ein. Der gestern mit 13 zu vier Gegenstimmen und acht Enthaltungen verabschiedete Teilbebauungsplan betrifft wie gesagt nur die erste Phase des Projekts auf einem Areal zwischen der Rue du Fort Thüngen und der Rue des Coqueliquots. Die weitere Entwicklung des südlichen Rands des Kirchbergplateaus dürfte demnach auch in der Zukunft noch für hitzige Debatten sorgen.

Priorität Wohnraum

Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) wies in diesem Zusammenhang allerdings darauf hin, dass die prinzipiellen Entscheidungen zur Urbanisierung des Kirchbergs bereits vor Jahren getroffen worden seien und die Stadt nicht federführend in den urbanistischen Projekten des „Fonds Kirchberg“ sei. Das Projekt sehe einen idealen Mix von Wohn- und Erwerbsflächen vor, die zudem in unmittelbarer Nähe des Trams liegen würden. Das Projekt decke sich somit sowohl mit den Prioritäten der Regierung als auch jenen der Stadt, was eine nachhaltige Entwicklung angehe.

Erneuerung rund um den Palast

Der Gemeinderat verabschiedete in seiner gestrigen Sitzung auch den Kostenvoranschlag für die Erneuerung des Bodenbelags in der Rue de l'Eau und der Rue du Rost, die beide zur „Zone de Rencontre“ ausgebaut werden.

Für rund 4,2 Millionen Euro sollen hier Marmorplatten aus beigefarbenem Granit verlegt, sowie die Gas-, Strom- und Telekommunikationsversorgung erneuert werden. Auf dem kleinen Platz in der Rue du Rost werden zwei größere Bäume angepflanzt sowie zwei Plateaus für Terrassen angelegt.

Platzverweis und mehr Polizei?

Eine weitere Diskussion erfolgte aufgrund einer Motion der CSV-Opposition über die Drogenproblematik im Bahnhofsviertel. Gemeinderat Laurent Mosar (CSV) forderte in diesem Zusammenhang die Einführung des Platzverweises sowie eine Verstärkung der Polizeikräfte – beide Maßnahmen sind jedoch nicht kurzfristig umzusetzen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema