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Augen auf die Wildschweine

Augen auf die Wildschweine

Foto: DPA
Lokales 2 Min. 18.09.2018

Augen auf die Wildschweine

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Seit einer Woche herrscht Seuchenalarm in der Großregion. Am Dienstag hat das Landwirtschaftsministerium rund 30 000 Hektar Land zum Präventionsgebiet erklärt. Aber auch im restlichen Großherzogtum soll das Verhalten der Wildschweine im Auge behalten werden.

Zwischen der Autobahn A6, von Steinfort bis nach Luxemburg-Stadt und der Autobahn A4, von Esch/Alzette bis zur Hauptstadt, gilt nun eine rund 30 000 Hektar große Überwachungszone für Wildschweine. Das hat der Landwirtschaftsminister Fernand Etgen am Dienstagabend nach einer Versammlung der zuständigen Task Force bekannt gegeben.

Zwar wurden bisher noch keine Fälle der afrikanischen Schweinepest (ASP) auf Luxemburger Territorium entdeckt, allerdings sollen alle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, um eine Infizierung der Tiere in Luxemburger Wäldern und Produktionsstätten vorzubeugen.


ARCHIV - 27.01.2018, Mecklenburg-Vorpommern, Glaisin: Wildschweine stehen in einem Wildgatter. Nur 60 Kilometer entfernt von der deutschen Grenze sind in Belgien Fälle von Afrikanischer Schweinepest festgestellt worden.(zu dpa «Belgien: Afrikanische Schweinepest nahe deutscher Grenze nachgewiesen» vom 13.09.2018) Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Fälle von Afrikanischer Schweinepest in Etalle
Bislang war der jüngste Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest auf Osteuropa beschränkt. Nun werden aus Belgien die ersten Fälle gemeldet - nur 30 Kilometer von Luxemburg entfernt.

An der belgischen Grenze waren vergangene Woche fünf Kadaver von am ASP-Virus erkrankten Wildschweinen entdeckt worden. Besonders die Viehzüchter bangen nun um ihre Bestände. Innerhalb der neuen Sicherheitszone darf Schweinen fortan kein Freilauf gewährt werden.

Hauptziel ist es, zu vermeiden, dass ein infiziertes Wildschwein das tödliche Virus auf ein Hausschwein überträgt. Wenn die Schweine im Stall bleiben und demnach kein physischer Kontakt mit dem Wildvieh besteht, kann der Schaden begrenzt werden. Ansonsten ist es erforderlich, den Bestand der jeweiligen Produktionsstätte zu schlachten“, erklärt Etgen.

Mehr Kontrollen

Zudem gelten bereits seit vergangener Woche strengere Hygieneauflagen für die Haltung der Hausschweine. Der Landwirtschaftsminister fügte hinzu, dass der Transport von Tieren und Futter künftig strengeren Sicherheitsauflagen unterliege. „Es gibt nun verstärkte Kontrollen, unter anderem durch die Veterinärinspektion“, bekräftigt Fernand Etgen.

Spaziergänger, Autofahrer und auch Jäger sollen besonders aufmerksam sein, wenn sie in den Wäldern unterwegs sind. Wichtig ist, auf das Verhalten der Tiere zu achten.


Die Afrikanische Schweinepest hat sich vor allem im Baltikum und in Polen ausgebreitet.
"Schweinepest im höchsten Maß alarmierend"
Die Bauernzentrale zeigt wegen der afrikanischer Schweinepest sehr besorgt. Drei weitere Verdachtsfälle wurden derweil in Belgien festgestellt.

„Wer ein totes Wildschwein sieht, soll das sofort der Forstverwaltung über die dafür eingerichtete Hotline melden. Auch angefahrene Wildschweine oder welche, die sich torkelnd weiterbewegen, welche, die apathisch wirken, oder welche, die auffallend gerötete Augen haben, sollen über die Sondernummer 40 22 01-666 gemeldet werden“, sagt Sandra Cellina, Beauftragte der Naturverwaltung.

Die nationalen Sammelzentren sollen reaktiviert werden. Dort werden im Falle eines Ausbruches der Krankheit in Luxemburg die Kadaver der Tiere untersucht.

Jagd weiterhin erlaubt

Die Jagd auf Wildschweine bleibt weiterhin erlaubt; und das auch im derzeitigen Überwachungsgebiet. „Nur für den Fall, dass das Virus entdeckt wird, wird die Jagd auf alle Tiere in dieser Gegend untersagt, ansonsten wird die Seuche zu schnell durch die weglaufenden Wildschweine weiter verbreitet “, erklärt Félix Wildschutz, Direktor der Veterinärinspektion.

Minister Etgen wies wiederholt darauf hin, dass keine Gefahr für den Menschen besteht. Das Virus ist nicht auf den Menschen übertragbar und auch der Verzehr von kontaminiertem Fleisch ist ungefährlich.


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