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Auftakt der "Premièresexamen": Aufatmen nach der ersten Prüfung
Unter der Aufsicht ihrer Professoren schrieben die Schüler ihr Wissen nieder.

Auftakt der "Premièresexamen": Aufatmen nach der ersten Prüfung

Foto: Guy Jallay
Unter der Aufsicht ihrer Professoren schrieben die Schüler ihr Wissen nieder.
Lokales 23 3 Min. 23.05.2016

Auftakt der "Premièresexamen": Aufatmen nach der ersten Prüfung

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Für die Abschlussklassen des Sekundarunterrichts sowie der Technikerausbildung haben die Examen begonnen. Im Lycée de Garçons konnten viele der 230 Schüler nach der ersten Prüfung aufatmen: Sie erwies sich als weniger schwierig als erwartet.

(SH) - Montagmorgen kurz vor 10 Uhr. Ruhig ist es in der Sporthalle des Lycée de Garçon in Limpertsberg. 230 Schüler sitzen konzentriert auf ihren Plätzen, schreiben unter der Aufsicht ihrer Professoren ihr Wissen nieder.

Eine knappe halbe Stunde später verlassen die ersten Jugendlichen den Saal. Die erste Etappe des „Premièresexamen“ haben sie hinter sich. Die Schüler können aufatmen. So auch Noémie Glaesener. Die Arbeit in Sozialkunde ist geschrieben. Das Gefühl passt: „Es lief recht gut. Ich denke, dass auch die weiteren Examen gut verlaufen werden. Aufgeregt bin ich nicht so sehr, dies wundert mich eigentlich“, so die Schülerin der Sektion G (Geistes- und Sozialwissenschaften).

"Aufregung hat sich gelegt"

Auch für die Schüler der Sektion E (bildende Künste) ist die erste Prüfung – in Kunstgeschichte – nach zwei Stunden vorbei. „Vor dem Examen war ich aufgeregt. Doch wenn man erst einmal im Saal sitzt, und anfängt zu schreiben, legt sich dies“, so Max Weber, der betont: „Es gibt einige Fächer, dir mir wohl weniger liegen.“

Auch Ada Günther zeigte sich erfreut darüber, dass sie mit der Arbeit in Kunstgeschichte beginnen konnte: „In diesem Fach habe ich eigentlich immer ein gutes Gefühl“, erklärt sie und fügt hinzu, dass sie vor der Prüfung in Musik wesentlich mehr Respekt hat. „Am Sonntagabend war ich recht nervös. Vor dem Examen ging es aber wieder. Ich bin auch für die restlichen Prüfungen zuversichtlich, schließlich habe ich noch genug Zeit zum Lernen.“

Fieldgen zu Gast im LGL

An ein ganz neues Umfeld musste sich Michèle Brandenburger erst einmal gewöhnen. Denn als Schülerin einer G-Klasse des Fieldgen musste sie wie 35 weitere Jugendliche ihr Examen „auswärts“ schreiben. „Ich hatte Angst vor einem Blackout“, erzählt sie.

Dass die Schüler des Fieldgen ihre Abschlussexamen seit Jahren im LGL schreiben, stellt auch Direktor Benn Schroeder vor eine Herausforderung. „Insgesamt haben wir 230 Schüler. Die kriegen wir nur in der Sporthalle unter“, erklärt er. Trotz Pfingstferien wurde der Saal in der vergangenen Woche umgebaut. Die Sportstunden müssen zwei Wochen lang in anderen Sälen abgehalten werden. Wichtig sei es, dass die Abschlussexamen der „Premières“-Schüler kaum Einfluss auf den weiteren Schulalltag haben.

Eine unpräzise Frage

Dennoch kommen die Examen einer logistischen Herausforderung nach. Immerhin hat jede Sektion einen eigenen Prüfungsplan. „Jeder Schüler muss die richtigen Fragen bekommen“, fährt Schroeder fort. Er sei permanent in Alarmbereitschaft – für die Schüler, die Professoren, besorgte Eltern, deren Kinder krank wurden.

Oder wenn es Probleme bei den Examensfragen gibt, wie dies am Montag für die Sektion C (Naturwissenschaften und Mathematik) in Biologie der Fall war. „Eine Frage war unpräzise formuliert.“ Die Folge: Der Regierungskommissar musste kontaktiert werden, der Rücksprache mit einem Experten nahm. Die Prüfung startete mit Verspätung, die Schüler bekamen die Zeit gutgeschrieben.

Gewünschter Autor

Nicht hiervon betroffen waren Violette Juncker, Lynn Weber und Linda de Sousa Valente. Für die Schülerinnen der Sektion A (Sprachen und Geisteswissenschaften) stand das Französisch-Examen an. „Die Prüfungen während des Jahres waren schwerer, als das Examen. Wir haben allerdings auch Fragen zum Werk jenes Autors bekommen, den wir uns erhofft hatten“, meinten sie. Nervös seien sie im Vorfeld schon gewesen, allerdings nur, bis sie den Examensraum betreten hatten.

Auch Mike Donven hatte die letzten Tage über mit Stress zu kämpfen. „Ich habe versucht, alle Fächer noch einmal durchzusehen, mich aber auch auf das erste Examen in Volkswirtschaftslehre zu konzentrieren“, erklärte der D-Schüler (Wirtschaftswissenschaften), der den Saal mit einem guten Gefühl verließ.

Die schriftlichen Examen dauern bis Ende der kommenden Woche, anschließend folgen die mündlichen Prüfungen. Die 3 700 Jugendliche des klassischen und technischen Sekundarunterrichts sowie der Technikerausbildung werden ab dem 24. Juni erfahren, ob sie bestanden haben.

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