Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Aufstand in Schrassig am 5. September 2016: Häftlinge haben Matratze angezündet
Lokales 07.10.2016

Aufstand in Schrassig am 5. September 2016: Häftlinge haben Matratze angezündet

Bei dem Aufstand wurde ein Mitarbeiter der Haftanstalt am Knie verletzt.

Aufstand in Schrassig am 5. September 2016: Häftlinge haben Matratze angezündet

Bei dem Aufstand wurde ein Mitarbeiter der Haftanstalt am Knie verletzt.
Foto: Lex Kleren
Lokales 07.10.2016

Aufstand in Schrassig am 5. September 2016: Häftlinge haben Matratze angezündet

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Im September 2016 hatte es in der Haftanstalt in Schrassig einen Aufstand gegeben. Nun sind einige weitere Details bekannt geworden. Der Hauptinitiator soll an einer schweren Persönlichkeitsstörung leiden.

(dho) - Zwei Wochen Sicherheitszelle, Verbot in den Werkstätten zu arbeiten und 30 Tagen nicht an Gemeinschaftsaktivitäten teilnehmen - das ist die Strafe für die drei Haupttäter, die den Aufstand am Montag dem 5. September 2016 in der Haftanstalt in Schrassig provoziert haben. Ihnen wird zu Lasten gelegt, das Personal bedroht zu haben, sich Befehlen widersetzt zu haben, Material beschädigt und einen Aufstand organisiert zu haben. Nun sind weitere Einzelheiten bekannt geworden.

Bei einem der drei Haupttäter soll es sich um einen Mann gehandelt haben, der unter schweren Persönlichkeitsstörungen leide und auch vorher schon wegen aggressivem Verhalten aufgefallen sei. Es wird vermutet, dass er von zwei weiteren Personen, die ebenfalls Widerstand leisteten, ermutigt wurde. Zu keinem Moment seien Forderungen von den Häftlingen gestellt worden, wie in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der DP-Abgeordneten Joëlle Elvinger und Max Hahn zu lesen ist. Es stellt sich die Frage, inwieweit überhaupt von einem Aufstand die Rede sein kann.

Wie das „Luxemburger Wort“ am 6. September berichtete sei auch exzessiver Alkoholkonsum eine mögliche Ursache für den Vorfall. In der Antwort auf die parlamentarische Anfrage ist hiervon jedoch keine Rede.

Was war geschehen?

Gegen 21.40 Uhr hatten 19 Häftlinge einer Gefangenenstation sich geweigert in ihre Zellen zurückzukehren. Sie verbarrikadierten die Zugänge zum Zellenblock mit Besenstielen, einer Waschmaschine, einem Föhn und Mülleimern. Die Panzerglassscheiben der Station hatten sie mit Bettlaken verhängt, den Boden mit Öl übergossen und eine Matratze in Brand gesetzt. Die Berufsfeuerwehr konnte das Feuer durch ein eingeschlagenes Panzerglassfenster löschen und so schlimmeres verhindern.

Eine Stunde nach Beginn des Aufstandes war die Polizei in Kenntnis gesetzt worden. Die Spezialeinheit griff um 1.30 Uhr ein, indem zunächst eine Rauchgranate in den Flur geworfen wurde. So konnten den 19 aufständischen Personen Handschellen angelegt werden. Anschließend wurden sie in eine Sicherheitszelle gebracht. Drei der 19 Personen leisteten den Beamten Widerstand bei der Festnahme.

Der Polizeieingriff in der Haftanstalt endete fünf Stunden später gegen 2.30 Uhr. Ein Mitarbeiter der Strafanstalt ist bei dem Vorfall am Knie verletzt worden.