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Aufräumarbeiten schreiten voran
Lokales 10 2 Min. 11.08.2019

Aufräumarbeiten schreiten voran

Die Einwohner unterstützen sich gegenseitig.

Aufräumarbeiten schreiten voran

Die Einwohner unterstützen sich gegenseitig.
Foto: Anouk Antony
Lokales 10 2 Min. 11.08.2019

Aufräumarbeiten schreiten voran

Nach dem Tornado krempeln Einwohner und Helfer ihre Ärmel hoch. Die Aufräumarbeiten im Süden laufen auf Hochtouren. Die Anfrage nach Einsätzen ist gestiegen.

(m.r./SH) - Zwei Tage nach dem verheerenden Tornado lassen die Einwohner der Krisengebiete im Süden sich nicht unterkriegen: Die Aufräumarbeiten laufen am Sonntag vor Ort auf Hochtouren. Auf den Straßen sind zahlreiche Einwohner unterwegs und unterstützen sich gegenseitig. Sie sind allerdings nicht alleine: Sie können auf die Unterstützung von mehr als 100 Rettungskräften, 40 Soldaten und zahlreichen Gemeindearbeitern sowie Handwerkern zählen.


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Die Cellule de crise der Regierung kam gestern gleich zweimal zusammen. Wie gegen Abend mitgeteilt wurde, habe die Anfrage nach Einsätzen im Laufe des Tages signifikant zugenommen. Deshalb wurden die Teams vor Ort dementsprechend verstärkt. Bis in die Nacht hinein waren demnach 180 Feuerwehrleute aus 25 Corps und drei Spezialeinheiten im Einsatz. 

In den kommenden Tagen sollen sich die Arbeiten  zunächst auf die am schwersten beschädigten Häuser konzentrieren. 


Vor Ort haben denn auch Dachdecker mit dem Wiederaufbau einiger schwer beschädigter Häuser begonnen - andere Dächer wurden provisorisch mit Plastikplanen regensicher gemacht. Sie werden von den Rettungskräften unterstützt, die zurzeit an 15 Häusern gleichzeitig arbeiten. Viele weitere Helfer sind mit Lastwagen und anderem schweren Gefährten im Einsatz, um die Aufräumarbeiten zu erleichtern.

In der Avenue de Luxembourg in der Nähe des wieder geöffneten Rond Point Biff ist am Morgen wieder mehr Leben eingekehrt. Nachdem am Freitag das Einkaufszentrum stark beschädigt wurde, waren die Geschäfte am Sonntagmorgen wieder geöffnet.

In der vergangenen Nacht stellten die Gemeinden Petingen und Käerjeng 57 Menschen eine provisorische Unterkunft zur Verfügung. Einige von ihnen sollen aber bereits die kommende Nacht wieder in ihrem zu Hause verbringen können.

Die Zahl der Opfer bleibt des Weiteren unverändert. 19 Menschen wurden bei dem Tornado am Freitag verletzt. Zwei von ihnen befinden sich zurzeit noch im Krankenhaus, eine Person befindet sich in einem kritischen Zustand. Sie hatte am Freitag während des Sturms einen Herzinfarkt erlitten.


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Einwohner, die Unterstützung benötigen, können sich an die von der Regierung eingerichtete Hotline (8002-8080) wenden. Auch der Groupe de Support Psychologique des nationalen Rettungsdienstes steht den Betroffenen weiterhin zur Verfügung.

Karte verdeutlicht Ausmaß der Zerstörung

Ein Informatiker der Gemeinde Käerjeng hat unterdessen die beschädigten Häuser auf einer Karte festgehalten. Darauf ist das Ausmaß der Schneise deutlich zu erkennen. Wie Bürgermeister Michel Wolter erklärt, seien einer provisorischen Bilanz nach 232 Häuser in der Gemeinde Käerjeng betroffen. Die meisten hätten Dachschäden, hinzu kommen Glasschäden und Schäden an Fassaden. 35 bis 40 Häuser seien ohne Dach, einer ersten Bilanz nach seien drei Häuser nicht mehr bewohnbar.

Dort, wo sich die roten Punkte befinden, wurden Häuser zerstört.
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Foto: Gemeinde Käerjeng



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