Aufmarsch in Belval

Neonazis wollen Demonstrationsverbot unterlaufen

Die Polizei will am Samstagabend an der Rockhal verstärkt Präsenz zeigen.
Foto: Claude Piscitelli/LW-Archiv

(mth) - Die rechtsradikale „Kameradschaft Nationaler Widerstand Zweibrücken“ (NWZ) hat am Freitag angekündigt, trotz eines am Donnerstag verhängten Demonstrationsverbots dennoch eine Aktion zur Unterstützung des deutschen Holocaustleugners Horst Mahler am Rand des Konzerts der „Söhne Mannheims“ in der Rockhal in Belval durchführen zu wollen.

In einer Mail an die Stadt Esch/Alzette und an die Presse rief der Trierer NPD-Politiker Safet Babic, der im Vorfeld die Einladung zur geplanten Kundgebung verbreitet hatte, dazu auf, „nationale Aktivisten“ sollten als Besucher zum Konzert erscheinen. Babic kündigte in der Mail zudem an, „luxemburgische Kameraden“ würden das Demonstrationsverbot „rechtlich prüfen“.

Verstärkte Kontrollen am Eingang und Polizeipräsenz

Die Geschäftsführung der Rockhal, die sich bereits am Donnerstag in einer Stellungnahme von jeglichen politischen Veranstaltungen am Rand des Konzerts distanziert und eine allgemeine Stellungnahme der „Söhne Mannheims“ veröffentlicht hatte, bestätigte auf Nachfrage, dass am Eingang des Konzertsaal „verschärfte Kontrollen“ geplant seien.

Das Management der Söhne Mannheims hatte nach Ankündigung der Mahnwache zunächst nur auf das Statement von Xavier Naidoo verwiesen, das auch die Rockhal zitiert hatte: "Ich widerspreche auch jeglicher Instrumentalisierung meiner Musik und Texte durch entsprechende politische Gruppierungen." Am Freitagabend, also nach dem Aufruf Babics, das Konzert zu besuchen, wurden die Mannheimer deutlicher: "Nach diesem Aufruf werden wir alle uns möglichen Maßnahmen ergreifen, dass diese Leute das Konzert der Söhne Mannheims nicht für ihre Zwecke missbrauchen, denn eine solche Gesinnung lehnen wir strikt ab. Diese Instrumentalisierung wollen und werden wir nicht zulassen", hieß es auf Nachfrage des "Luxemburger Wort".

Auch die Polizei bestätigte erneut, mit „angemessenen Kräften“ vor Ort sein zu wollen, um die „öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten“. Dass es am Samstagabend zu einer Konfrontation in Belval kommen wird, ist also unwahrscheinlich, aber nicht ganz auszuschließen.

Bereits am Donnerstag hatten politische Aktivisten aus dem linken Spektrum dazu aufgerufen, dem Neonaziaufmarsch mit einer Gegendemonstration begegnen zu wollen.