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Auf Polizist zugefahren: Gerichtstermin
Lokales 05.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Auf Polizist zugefahren: Gerichtstermin

Das Urteil ergeht am 19. Februar.

Auf Polizist zugefahren: Gerichtstermin

Das Urteil ergeht am 19. Februar.
Foto: Lex Kleren
Lokales 05.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Auf Polizist zugefahren: Gerichtstermin

Anstatt sich der Polizeikontrolle zu stellen, ist ein Mann im Januar 2019 auf einen Beamten zugefahren. Nun riskiert er eine Haftstrafe.

(SH) - 23. Januar 2019, 6.30 Uhr. Nahe der Tankstelle in Bour hat sich eine Polizeistreife aufgestellt. Die beiden Beamten warten auf einen ganz bestimmten Wagen. Dass dieser unterwegs in Richtung des Kontrollpunktes ist, hat soeben eine Zivilstreife durchgegeben, die in der Nähe des Wohnortes der Zielperson positioniert war. Der Mann wird verdächtigt, nicht nur ohne Fahrerlaubnis, sondern auch ohne Versicherung unterwegs zu sein.

Tatsächlich nähert sich das Fahrzeug kurz später. Einer der Beamten begibt sich in Richtung der Fahrbahn, gibt dem Fahrer Haltezeichen. Dieser bremst wohl etwas ab, stehen bleibt er aber nicht. Vielmehr fährt er weiter in Richtung des Polizisten. Als dieser zur Seite springt, drückt der Fahrer aufs Gaspedal. Die Verfolgungsjagd dauert bis Tüntingen an. Obwohl die Beamten mit bis zu 130 km/h unterwegs sind, können sie die Zielperson nicht mehr einholen. Eine weitere Streife wird den Mann, der sich bereits ein paar Tage zuvor einer Kontrolle entzogen hatte, später an seiner Arbeitsstelle antreffen.

Mehrere Vorstrafen

Dieser musste sich nun wegen Rebellion – mit dem erschwerenden Umstand dass er seinen Wagen als Waffe benutzte – vor Gericht verantworten. Während der Polizist im Zeugenstand mehrfach betonte, dass der Fahrer wohl abgebremst hatte, aber zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd zum Stehen gekommen sei, erklärte der Beschuldigte, dass er „so gut wie gestanden, vielleicht noch ein ganz bisschen gerollt“ sei. Er habe Panik bekommen und eine falsche Entscheidung getroffen. Auf keinen Fall habe er aber jemanden verletzen oder gar anfahren wollen, so der 30-Jährige weiter.


Gericht - Prozesser - Photo : Pierre Matgé
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Der Vertreter der Staatsanwaltschaft schenkte dem Polizeibeamten Glauben. In seinen Augen ist der Tatbestand demnach erfüllt. „Was die ganze Situation noch schlimmer macht, ist, dass dem Beschuldigten scheinbar alles egal ist. Er versucht nur, sich der Kontrolle zu entziehen“, so der Ankläger. Er forderte eine zwölfmonatige Haftstrafe gegen den Beschuldigten, der wegen Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung mehrfach vorbestraft ist. 

Das Urteil ergeht am 19. Februar.  

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