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Auf Entdeckungstour mit dem Fahrrad
Lokales 3 Min. 13.10.2021
Vëlosummer 2021

Auf Entdeckungstour mit dem Fahrrad

Die Rundwege waren sowohl mit Holztafeln als auch mit Bodenmarkierungen gekennzeichnet.
Vëlosummer 2021

Auf Entdeckungstour mit dem Fahrrad

Die Rundwege waren sowohl mit Holztafeln als auch mit Bodenmarkierungen gekennzeichnet.
Foto: Steve Remesch
Lokales 3 Min. 13.10.2021
Vëlosummer 2021

Auf Entdeckungstour mit dem Fahrrad

Jean-Philippe SCHMIT
Jean-Philippe SCHMIT
Knapp 20.000 Teilnehmer zählte die diesjährige Ausgabe des Vëlosummer. Das ist die Hälfte der Teilnehmerzahl der letztjährigen Ausgabe.

Der Vëlosummer 2021 konnte den Erfolg des Vorjahres nicht wiederholen. Die Teilnehmerzahl hat sich von 40 000 auf 19 867 halbiert. Das geht aus einer gemeinsamen Pressekonferenz der Generaldirektion für Tourismus und des Mobilitätsministeriums hervor. 

Nach dem Fahrradboom des vergangenen Jahres machte sich nun etwas Ernüchterung breit. „Seit dem Jahr 2020 erleben wir eine Wiedergeburt des Fahrrades in Luxemburg“, sagte der Mobilitätsminister François Bausch (déi Gréng). Nun gelte es dafür zu sorgen, dass die Begeisterung für das Fahrrad nicht nachlasse. 

Fahrrad und Corona 

Die erste Ausgabe des Vëlosummer war kurzfristig organisiert worden. Das Land kam gerade aus dem Lockdown und an Ferien im Ausland war nicht zu denken. Die Organisatoren des Vëlosummer arbeiteten auf die Schnelle sechs Fahrradstrecken in einer Länge von insgesamt 270 Kilometern aus. Die Rundwege wurden ausgeschildert und teilweise für den Verkehr gesperrt. 


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Der Tourismusminister Lex Delles (DP) sprach im Herbst 2020 von einem „formidablen Erfolg“. Der Sommer 2020 wird vielen in Erinnerung bleiben. 40.000 Personen hatten damals das Fahrradfahren als Sommeraktivität für sich entdeckt. Die extra gedruckten Fahrradkarten waren Mangelware und mussten zweimal nachgedruckt werden. Beim Vëlosummer 2021 sollte dies nicht passieren, es wurden von Anfang an 50.000 Karten bestellt. 

Tausende Straßenkarten verteilt

„27.500 Straßenkarten wurden in diesem Jahr verteilt. Das sind 62 Prozent mehr als im vergangenen Jahr“, freute sich Lex Delles gestern, als er die Bilanz der diesjährigen Ausgabe vorstellte. Der Erfolg des Vorjahres führte dazu, dass das Interesse groß war und viele Bürgermeister den Vëlosummer auch in ihre Gemeinde bringen wollten. Die Zahl der teilnehmenden Gemeinden verdreifachte sich auf 65. 

Das führte dazu, dass in diesem Jahr mit zwölf Rundwegen das Angebot doppelt so groß war. 550 Kilometer Strecke konnten die Radler in diesem Sommer entdecken. Bei der Vorstellung des Vëlosummer im Mai dieses Jahres waren die Verantwortlichen noch davon ausgegangen, den Erfolg des Vorjahres übertreffen zu können. Die Voraussetzungen dafür waren alle vorhanden. 

Verregneter Sommer 2021 

Nur sollte das Wetter nicht mitspielen. „Der Sommer 2020 war gut“, erinnerte sich der Mobilitätsminister. „Der diesjährige Sommer war schlecht, der verregnetste seit Langem.“ Er sei außerdem zu kühl gewesen. „Wenn es regnet, steigt niemand gerne auf ein Fahrrad“, erklärte François Bausch. Aus diesem Grund habe es in diesem Jahr nicht mehr ganz so viele Teilnehmer gegeben. 


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Das schlechte Wetter sei aber nicht der einzige Grund für das mangelnde Interesse gewesen. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr wurde die Strecke im Mamertal nur über das Wochenende für den Verkehr gesperrt. Da diese Strecke aber ein Publikumsmagnet war, erkläre dies auch das geringere Interesse. 

Lex Delles, der Tourismusminister (DP) hatte eine weitere Erklärung: „In diesem Sommer sind mehr Luxemburger in die Ferien ins Ausland gefahren und konnten so nicht am Vëlosummer teilnehmen.“ Der Hauptgrund sei aber der verregnete Sommer gewesen, da pflichtete er dem Mobilitätsminister bei. „Das Wetter hat dem ganzen Tourismussektor mitgespielt“, meinte er. 

Werbung für Luxemburg 

Er freute sich über das große Interesse, auf das der Fahrradsommer bei Erholungssuchenden im Ausland gestoßen sei. „Es war eine richtig gute Werbung für Luxemburg.“ Lex Delles ging auch auf die Kritik vom vergangenen Jahr ein. Damals wurde die provisorische Beschilderung bemängelt. 

In diesem Sommer zeigten wiederverwendbare Holzschilder den Radlern den richtigen Weg. „Die Richtungsschilder wurden bereits alle eingesammelt und werden für das kommende Jahr aufgearbeitet“, erklärte Lex Delles. Der viele Regen hätte nicht nur den Radlern, sondern auch den Schildern zugesetzt. „Wir werden über den Winter die aufgearbeiteten Schilder testen“, versprach er. 

 

 

Im kommenden Jahr werden sie wieder in den Einsatz kommen. Denn eines ist sicher: Ein Vëlosummer 2022 wird es definitiv geben. Wie genau er aussehen wird, steht jedoch noch nicht fest. Da in diesem Jahr das Interesse an den Wochenenden besonders groß war, stehen Überlegungen im Raum, den Schwerpunkt im kommenden Jahr auf diese zu setzen. Eine mögliche Änderung ließ der Mobilitätsminister auch noch durchblicken. „Bis jetzt wurden nur kleine Straßen für den Autoverkehr gesperrt. Ich kann mir vorstellen, im Jahr 2022 auch Nationalstraßen zeitweise für Fahrräder zu reservieren“, meinte François Bausch. 

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