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Auf dem Weg zur elektronischen Pflegeakte
Die Pfleger von „Hëllef Doheem“ sollen künftig jederzeit via Smartphone oder Tablet-PC Zugriff auf die Pflegeakte ihres Klienten haben.

Auf dem Weg zur elektronischen Pflegeakte

Foto: Serge Waldbillig
Die Pfleger von „Hëllef Doheem“ sollen künftig jederzeit via Smartphone oder Tablet-PC Zugriff auf die Pflegeakte ihres Klienten haben.
Lokales 2 Min. 15.03.2012

Auf dem Weg zur elektronischen Pflegeakte

Die Stiftung „Hëllef Doheem“ betreut jährlich rund 17 000 pflegebedürftige Menschen im Großherzogtum. In Zukunft soll der Zugang zu sämtlichen Informationen und Dokumenten, die in Zusammenhang mit der Pflege eines Klienten von „Hëllef Doheem“ erfasst werden, verbessert werden.

(asc) - Die Stiftung „Hëllef Doheem“ betreut jährlich rund 17 000 pflegebedürftige Menschen im Großherzogtum. In Zukunft soll der Zugang zu sämtlichen Informationen und Dokumenten, die in Zusammenhang mit der Pflege eines Klienten von „Hëllef Doheem“ erfasst werden, verbessert werden. Um dies zu gewährleisten, wird der Pflegedienstleister innerhalb der nächsten drei Jahre als erster hierzulande die mobile elektronische Pflegeakte für alle seine Klienten einführen.

Im Klartext bedeutet dies, dass künftig alle Personen, die in die Pflege des „Hëllef Doheem“-Klienten eingebunden sind und die über das entsprechende Zugriffsrecht auf die medizinische Akte der pflegebedürftigen Person verfügen, via eine auf ihrem Smartphone oder ihrem Tablet-PC installierte „App“ Zugang zum Patientendossier erhalten.

Die Pfleger können somit beispielsweise schon beim Patienten zu Hause die Krankenakte einsehen, eine Diagnose erstellen, die verfügbaren Ressourcen feststellen, die Pflege an die individuellen Bedürfnisse des Klienten anpassen und die jeweiligen Interventionen planen.

Auch via "App"

Derweil können sie auch via die „App“ zu jeder Zeit das nötige Fachwissen abrufen und auch die Patientenakte aktualisieren. Mit der Einführung der elektronischen Patientenakte wird auch eine übergreifende Auswertung der Daten gewährleistet und die Pflegequalität auf Stiftungsebene optimiert. Die mobile elektronische Patientenakte, die auf Basis der „European Nursing care Pathways“-Fachsprache (EPN) funktionieren wird, wird demnach nicht nur die Arbeit der Pfleger erleichtern, sondern auch die Pflege des Kranken verbessern.

Trotz aller Bemühungen, die Pflegedienstleistungen effizienter zu gestalten, werde die Pflege des Klienten aber weiterhin im Mittelpunkt stehen, versicherte Pierrette Biver, „directrice des soins“ bei „Hëllef Doheem“. Zu den zahlreichen Vorteilen des elektronischen Dossiers zählen laut Pierrette Biver unter anderem eine Alarmfunktion, die den Pfleger darauf hinweist, wenn ein neu verordnetes Medikament sich nicht mit einer bereits verabreichten Arznei verträgt. Mit diesem Projekt, das in den nächsten drei Jahren umgesetzt werden soll, wird der Pflegedienstleister „Hëllef Doheem“ demnach eine neue Ära einläuten.

Denn „eine solche elektronische Patientenakte gibt es bisher hierzulande noch nicht“, betonte Stiftungspräsident Paul-Henri Meyers bei der Unterzeichnung der Vertragsunterzeichnung. Nichtsdestotrotz sei ein solches elektronisches Patientendossier nicht nur sicherer – das Arztgeheimnis wird insofern gewährleistet, da nur die Personen Zugang zur Akte erhalten, die der ärztlichen Schweigepflicht unterliegen – sondern auch performanter, da das Pflegepersonal zu jeder Zeit die notwendigen Informationen über das Krankheitsbild des Patienten abrufen kann.

Diese Auffassung teilte auch Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo, der zudem die Wichtigkeit der Einführung einer elektronischen Patientenakte hervorhob. Vor der Einführung der elektronischen Patientenakte bleibe allerdings unter anderem noch zu klären, inwiefern die Patienten und ihre Angehörigen die Akte einsehen können. Gestern Nachmittag unterzeichneten der Präsident der Stiftung „Hëllef Doheem“, Paul-Henri Meyers, und Generaldirektor Robert Theissen im Beisein von Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo den diesbezüglichen Kooperationsvertrag mit Jörg Gohl vom deutschen Softwareanbieter RECOM GmbH und Dr Walter Liebhart von der „ilogs GmbH mobile software“, dem österreichischen Spezialisten für mobile IT-Lösungen.