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Auf dem guten Weg
Lokales 29.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Nationaler Drogenbericht

Auf dem guten Weg

In Luxemburg leben rund 2.200 problematische Drogenkonsumenten.
Nationaler Drogenbericht

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In Luxemburg leben rund 2.200 problematische Drogenkonsumenten.
Foto: Anouk Antony
Lokales 29.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Nationaler Drogenbericht

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Sophie HERMES
Sophie HERMES
Luxemburg zählt immer weniger problematische Drogenkonsumenten. Auch die Zahl der Todesfälle durch eine Überdosis ist rückläufig. Dennoch ist nicht alles rosig: Es gibt noch zu viele HIV-Infektionen.

(SH) - Die Zahl der problematischen Drogenkonsumenten ist in Luxemburg weiter rückläufig. Dem nationalen Drogenbericht zufolge, der zum Jahresende veröffentlicht wurde, sollen im Jahr 2015 rund 2.200 Personen im Großherzogtum einen Konsum aufgewiesen haben, der als „problematisch“ eingestuft wird. Dies entspricht in etwa 5,8 Menschen pro 1.000 Einwohner.

Demnach scheinen die Bemühungen der Regierung in puncto Drogenpolitik in den vergangenen Jahren zu fruchten, denn 2000 zählte Luxemburg noch zu den Negativbeispielen in der Europäischen Union. Damals zählten rund neun von 1.000 Einwohnern zu den problematischen Konsumenten.

Auch die Zahl der Personen, die sich Drogen spritzen, ist rückläufig. Waren es 2009 noch 5,7 von 1 000 Einwohnern, so waren es sechs Jahre später nur noch 3,8 von 1 000 Einwohnern.

In beiden Bereichen liegt Luxemburg unter dem europäischen Durchschnitt. Zudem ist die Zahl der Menschen, die Drogen konsumieren im Großherzogtum niedriger, als dies in den Nachbarländern der Fall ist.

Problem HIV

Aus dem nationalen Bericht geht weiter hervor, dass auch die Zahl der Drogentoten gesunken ist. Waren im Jahr 2000 noch 26 Personen an einer Überdosis gestorben, so waren dies im Jahr 2016 nur noch fünf – einer der niedrigsten Werte in der Europäischen Union. Wie das Gesundheitsministerium betont, gehe man davon aus, dass die Zahl für 2017 in etwa jener des Vorjahres entspreche.

Dass weniger Menschen an einer Überdosis sterben, erklärt sich sicherlich auch dadurch, dass viel Wert auf die Behandlung gelegt wird. 2016 kam es zu über 150.000 Kontakten zwischen Drogenpatienten und Hilfsstrukturen, dies in unterschiedlichen Gegenden des Landes.

Dennoch ist noch lange nicht alles rosig. Denn auch wenn 2016 mit 423.060 sterilen Spritze mehr als doppelt so viele verteilt wurden als noch 2013, stieg die Zahl der Personen, die sich mit dem HIV-Virus infiziert haben, seit 2014 an. Ein Grund hierfür könnte sein, dass immer mehr Konsumenten sich Kokain einspritzen.

Noch liegen keine definitiven Zahlen für 2017 vor. Dem Gesundheitsministerium zufolge sei es jedoch wahrscheinlich, dass sich in diesem Bereich erstmals seit 2014 wieder ein Negativtrend bemerkbar machen wird.

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