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Auchan, Cactus, Colruyt und Delhaize nehmen Veviba-Fleisch aus dem Verkauf
Lokales 2 Min. 08.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Auchan, Cactus, Colruyt und Delhaize nehmen Veviba-Fleisch aus dem Verkauf

Auchan, Cactus, Colruyt und Delhaize nehmen Veviba-Fleisch aus dem Verkauf

Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 08.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Auchan, Cactus, Colruyt und Delhaize nehmen Veviba-Fleisch aus dem Verkauf

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Sowohl Delhaize wie auch Colruyt, Cactus, Auchan und auch Renmans haben am Mittwochmorgen Konsequenzen aus dem Lebensmittelskandal in einem Schlachthof aus Bastogne (B) gezogen.

Eine Kontrolle der belgischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bei der Großschlachterei Veviba in Bastogne zieht Kreise bis in Luxemburger Supermärkte.In der Fleischerei sind Verstöße gegen grundlegende sanitäre Auflagen offenbar geworden, die zum sofortigen Entzug der Betriebsgenehmigung führten.

Das Unternehmen beliefert Medienberichten zufolge 30 Prozent des Absatzmarktes für Rindfleisch in Belgien. Unter anderem wird Veviba vorgeworfen, Informationen zum Gefrierdatum vom Fleischprodukten gefälscht zu haben. Mehr als 50 Prozent von 300 kontrollierten Erzeugnissen sollen nicht regelkonform gewesen sein, gab das belgische Landwirtschaftsministerium bekannt.

Cactus, Colruyt, Delhaize und Auchan betroffen

Ein Sprecher der Supermarktkette Delhaize bestätigte auf Nachfrage, dass sämtliche Produkte von Veviba und des Mutterkonzerns Verbist gestern Morgen aus dem Verkauf genommen wurden. „Wir haben zudem die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen sofort nach Bekanntwerden des Sachverhalts gekündigt“, betonte Delhaize-Kommunikationschef Roel Dekelver gegenüber dem „Luxemburger Wort“.

„Damit wollen wir unserer Klientel zeigen, dass wir unsere Verantwortung übernehmen und jegliches Risiko für den Verbraucher vermeiden. Es ist aber auch ein deutliches Signal an diesen und auch an andere Zulieferer, dass es einen Mangel an Vertrauen gibt und, dass sie dieses erst verdienen müssen. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, muss sich auf Folgen gefasst machen“, so Roel Dekelver.

"Schnitt und Gefrierraum betroffen"

Neben Delhaize ist auch Colruyt einer der Hauptabnehmer von Veviba. „Die Probleme betreffen den Schnitt- und den Gefrierraum von Veviba“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Deshalb habe man alle Produkte, die diesen Schnittraum durchlaufen hätten, aus dem Verkauf genommen. Die Colruyt-Gruppe habe seit rund 60 Jahren eine eigene Schneide- und Zubereitungszentrale. Dies erlaube es, 90 Prozent der Fleischware als kompletter Schlachtkörper einzukaufen und dann hausintern zu verarbeiten.

„Luxemburg ist jedoch stärker betroffen“, betonte Pressesprecherin Hanne Poppe allerdings. „Die Schlachtkörper wurden bei Veviba in Bastogne zugeschnitten. Wir verkaufen daher in unseren vier Geschäften derzeit kein Rindfleisch mehr und warten auf Neuigkeiten der Lebensmittelmittelbehörde, um gegebenenfalls weitere Maßnahmen zu ergreifen.“

Auch Cactus hat als Vorsichtsmaßnahme Produkte, die von Veviba stammen, aus den Geschäften entfernt. Gleich nach der Mitteilung der belgischen Behörden, dass Veviba die Betriebsgenehmigung entzogen wurde, habe Cactus die Zusammenarbeit mit Veviba mit sofortiger Wirkung beendet, hieß es in einer Mitteilung.

Des Weiteren verkaufte auch Auchan Veviba-Erzeugnisse. Wie eine Sprecherin erklärte, handelte sich dabei um Bio-Fleisch, das aber gestern bereits vor Geschäftsöffnung aus dem Verkauf genommen worden sei.

Carrefour, Lidl, Match und Renmans?

Einem Sprecher von Renmans zufolge, arbeitet die Metzgerei, welche an die Aldi-Supermarktkette angegliedert ist, nicht mit Veviba zusammen. Angesichts schweren Vorwürfe habe man jedoch entschieden, die Zusammenarbeit mit dem Zulieferer Lancier, welcher auch zur Verbist-Gruppe gehört, zu beenden.

Lidl erklärte auf Nachfrage, weder von der Verbist-Gruppe noch von Veviba beliefert zu werden.

Das gleiche gilt auch für Carrefour und Carrefour Express.

Match betonte, dass man in den Luxemburger Geschäften ausschließlich einheimische Fleischprodukte verkaufe. Man habe zwar mit der Verbist-Gruppe zusammengearbeitet, doch nur im Zusammenhang mit Import-Fleisch. Daher sei man auch nicht von der Veviba-Affäre betroffen.

Luxemburger Veterinäramt hat Untersuchungen eingeleitet

Die Luxemburger Instanzen für Lebensmittelsicherheit haben am Mittwoch übrigens nicht von sich aus über den Vorfall und die möglichen Folgen für Konsumenten im Großherzogtum informiert. Auf Nachfrage hieß es, das Veterinäramt überprüfe derzeit, inwieweit Luxemburg überhaupt betroffen sei.


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