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Atomkraft: Gemeinde Wiltz klagt gegen AKW Tihange
Lokales 2 Min. 03.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Atomkraft: Gemeinde Wiltz klagt gegen AKW Tihange

Trotz Forderungen nach einem Aus für das AKW Tihange will Belgien nicht auf die umstrittenen Reaktoren verzichten.

Atomkraft: Gemeinde Wiltz klagt gegen AKW Tihange

Trotz Forderungen nach einem Aus für das AKW Tihange will Belgien nicht auf die umstrittenen Reaktoren verzichten.
Oliver Berg/dpa
Lokales 2 Min. 03.06.2016 Aus unserem online-Archiv

Atomkraft: Gemeinde Wiltz klagt gegen AKW Tihange

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Die Gemeinde Wiltz schließt sich einer Klage an, in der die Schließung des belgischen Atommeilers Tihange gefordert wird. Weitere Gemeinden aus Luxemburg leisten einen symbolischen finanziellen Beitrag.

(ml) - Seit am 14. Dezember vergangen Jahres im belgischen Atomkraftwerk Tihange  trotz zahlreicher Störfälle der marode Reaktorblock 2 wieder hochgefahren wurden, bildet sich in den betroffenen Gemeinden Widerstand.

Die belgische Atomaufsicht gelangte zu dem Schluss, dass die Risse, die an einem über 30 Jahre alten Reaktorbehälter festgestellt worden waren, keine Gefahr darstellen.

Die Gemeinde Wiltz tritt nun einer Klage gegen das belgische Atomkraftwerk Tihange bei. Dies bestätigte der Wiltzer Bürgermeister Frank Arndt dem "Luxemburger Wort". Über die Beteiligung wird am kommenden Freitag im Gemeinderat abgestimmt. Zum einen wird die Gemeinde eine Klage einreichen. Zum anderen wird Arndt in seinem persönlichen Namen juristische Schritte einleiten.

"Wir wollen Druck aufbauen"

Initiator der Klage gegen das Wiederhochfahren von Tihange, der auch Maastricht beitritt, ist die Städteregion Aachen. Gefordert wird die dauerhafte Stilllegung des umstrittenen AKW.  "Wenn in Tihange etwas passiert, sind wir bei ungünstigem Wind betroffen. Wir wollen Druck aufbauen und den Finger auf die Wunde legen", sagt Arndt.

Die Klage, die bereits für zulässig erklärt wurde, ist von zwei Anwaltskanzleien aus Brüssel und Düsseldorf ausgearbeitet worden. Die Kosten, die dadurch entstehen, bleiben für die Gemeinde Wiltz überschaubar. In einer ersten Phase steuert die Nord-Gemeinde 1.000 Euro bei.

Neben Wiltz leisten noch andere luxemburgischen Gemeinden aus dem Norden des Landes jeweils einen finanziellen Beitrag mit symbolischen Charakter zwischen 500 und 1.000 Euro. Einen genauen Überblick habe er sich noch nicht verschaffen können, betont Arndt.

Das Aachener Land hätte so oder so juristische Schritte in Belgien eingeleitet, heißt es. Dennoch würden sich die Initiatoren über die Unterstützung aus Luxemburg und den Niederlanden freuen.

Klage gegen Cattenom?

Bislang beteiligt sich keine belgische Gemeinde an der Klage. Ob die belgischen Gemeinden angeschrieben wurden, entziehe sich seiner Kenntnis, so der Wiltzer Bürgermeister.

Belgien habe es in den vergangenen Jahren verpasst, in erneuerbare Energien zu investieren. Falls Tihange vom Netz genommen würde, wären Energieengpässe zu befürchten. Dies könnte ein Grund dafür sein, weshalb die belgischen Gemeinden zurückhaltender sind.

Das belgische Parlament hat unterdessen die Laufzeitverlängerung der Reaktoren Doel 1 und 2 in der Nähe von Antwerpen bis 2025 gebilligt. Es sind jedoch noch formale Schritte nötig. Der Betreiber muss pro Jahr 20 Millionen Euro in einen Energiewendefonds einzahlen.

Demnächst könnten auch juristische Schritte gegen das Atomkraftwerk Cattenom eingeleitet werden. Der Remicher Bürgermeister Henri Kox soll derzeit mit anderen Gemeinden in Kontakt stehen, um die Lage auszuloten.


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