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Aschermittwoch, der Tag, an dem angeblich „alles vorbei“ ist: Wegweiser zu Aschermittwoch
Lokales 01.03.2017 Aus unserem online-Archiv

Aschermittwoch, der Tag, an dem angeblich „alles vorbei“ ist: Wegweiser zu Aschermittwoch

Asche ist nicht nur Zeichen der Hinfälligkeit des Lebens, nicht nur Zeichen der Reue und Reinigung, sie ist auch Zeichen des Neubeginns und neuer Fruchtbarkeit.

Aschermittwoch, der Tag, an dem angeblich „alles vorbei“ ist: Wegweiser zu Aschermittwoch

Asche ist nicht nur Zeichen der Hinfälligkeit des Lebens, nicht nur Zeichen der Reue und Reinigung, sie ist auch Zeichen des Neubeginns und neuer Fruchtbarkeit.
Foto: AP Photo/Trisnadi
Lokales 01.03.2017 Aus unserem online-Archiv

Aschermittwoch, der Tag, an dem angeblich „alles vorbei“ ist: Wegweiser zu Aschermittwoch

Anne CHEVALIER
Anne CHEVALIER
Am Aschermittwoch begann in der frühen Kirche die öffentliche Buße, an dem die Büßer ein Bußgewand anlegten und mit Asche bestreut wurden. Aschensegnungen im Christentum lassen sich bis mindestens zum 10. Jahrhundert zurückverfolgen, schreibt Sr Véronique.

Am Aschermittwoch begann in der frühen Kirche die öffentliche Buße, an dem die Büßer ein Bußgewand anlegten und mit Asche bestreut wurden. Aschensegnungen im Christentum lassen sich bis mindestens zum 10. Jahrhundert zurückverfolgen. Das Aschenkreuz auf der Stirn der Gläubigen versinnbildlicht den Anbruch der Bußzeit und des Fastens. Die Asche des Aschermittwochs wird seit dem 12. Jahrhundert aus den am Palmsonntag übriggebliebenen Palmzweigen des Vorjahres gewonnen.

Als anorganischer Rest, der nach der Verbrennung von Holz und anderen organischen Stoffen übrig bleibt, war Asche früher ein leicht verstehbares Zeichen der Vergänglichkeit und der Hinfälligkeit des Lebens. Asche ist von Alters her Zeichen der Reue, der Umkehr, der läuternden Buße und der Reinigung.

So erzählt ein Mythos in den altindischen Veden, der Feuergott Agni habe seinen Körper mit Asche gereinigt, um die Spuren seiner vergangenen Verfehlungen zu entfernen. In vielen Haushalten unserer Urgroßmütter war Asche ein beliebtes Reinigungsmittel. Mit Aschenlauge wurde Geschirr gespült, Wäsche gewaschen und der Fußboden gesäubert. 

In früheren Zeiten fügten Bauern dem Dünger Asche bei, weil sie wussten, dass sich dadurch die Fruchtbarkeit des Bodens steigern ließ. Mineralstoffreiche Asche im Boden förderte das Wachstum des Getreides und ermöglichte so vielen Menschen Brot und Leben.

Wenn wir also heute am Beginn der Fastenzeit ein Kreuz aus Asche auf unsere Stirn zeichnen lassen, hat dies eine starke Symbolik. Diese Asche ist nicht nur Zeichen der Hinfälligkeit des Lebens, nicht nur Zeichen der Reue und Reinigung, sie ist auch Zeichen des Neubeginns und neuer Fruchtbarkeit.

In dieser österlichen Vorbereitungszeit nehmen wir uns wieder vermehrt Zeit für uns selber, für unseren Geist und unseren Körper, für unsere Mitmenschen und für Gott. Wir gedenken des Todes und der Auferstehung Jesu Christi, durch den alles Leben nach Ewigkeit schmeckt.

Am Aschermittwoch ist nicht alles vorbei: alles beginnt erneut!

Sr Véronique Weis, Tertiar Karmeliterin

- Alle "Wegweiser"-Texte finden Sie in unserem Dossier.