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Arzt vor Gericht: Gutachter bestätigt Fehler bei Behandlung
Lokales 08.01.2013 Aus unserem online-Archiv

Arzt vor Gericht: Gutachter bestätigt Fehler bei Behandlung

Arzt vor Gericht: Gutachter bestätigt Fehler bei Behandlung

Lokales 08.01.2013 Aus unserem online-Archiv

Arzt vor Gericht: Gutachter bestätigt Fehler bei Behandlung

Vor dem Zuchtpolizeigericht Luxemburg wurde am Dienstag der Prozess gegen einen 71-jährigen Gastroenterologen fortgesetzt, der sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten muss. Ihm wird zur Last gelegt, infolge einer fehlerhaften Behandlung im Frühjahr 2005 einer Morbus-Crohn-Patientin dauerhafte körperliche Schäden zugefügt zu haben.

(gs) - Vor dem Zuchtpolizeigericht Luxemburg wurde am Dienstag der Prozess gegen einen 71-jährigen Gastroenterologen fortgesetzt, der sich wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten muss. Ihm wird zur Last gelegt, infolge einer fehlerhaften Behandlung im Frühjahr 2005 einer Morbus-Crohn-Patientin dauerhafte körperliche Schäden zugefügt zu haben.

Konkret wird dem Mediziner des hauptstädtischen CHL-Krankenhauses vorgeworfen, dem Opfer während einer dreiwöchigen künstlichen Ernährung nicht die erforderliche zusätzliche Vitamin-B1-Dosis verabreicht zu haben. Dass diese Vitamin-Zufuhr nicht gewährleistet war, scheint aufgrund quasi übereinstimmender Angaben der Sachverständigen vor Gericht unumstritten.

Infolge des Vitamin-B1-Mangels soll es zu einer sogenannten Wernicke-Enzephalopathie gekommen sein, wie ein medizinischer Gutachter am Dienstag nochmals ausführte. Dabei handele es sich um eine neurologische Störung, die typisch für einen Vitamin-B1-Mangel sei. Im weiteren Krankheitsverlauf sei es dann zu den bekannten Symptomen bei der Patientin gekommen. Die Frau hatte u. a. mit Sehbeschwerden sowie einer Lähmung der Beine zu kämpfen und leidet unübersehbar noch heute an den Folgen der Ereignisse von vor über sieben Jahren.

Ursache und Wirkung

Ob allerdings alle Krankheitssymptome, die die heute 56-Jährige nach Mitte 2005 aufgewiesen hatte, ausschließlich auf den Vitamin-B1-Mangel zurückzuführen seien oder ob andere Faktoren in der Nachbehandlung das Ausmaß der körperlichen Schäden beeinflusst hätten, darüber konnte sich der Sachverständige – wie bereits ein anderer Gutachter am Vortag – nicht zweifelsfrei äußern. Alternative Ursachen für besagte Symptome seien im Bereich des Möglichen, beweisen könne dies allerdings niemand, betonte der Spezialist. Sein Kollege hatte am Montag ähnlich argumentiert und in diesem Zusammenhang von „Spekulationen“ gesprochen.

Des Weiteren bestätigte der am Dienstag gehörte Experte seinen Vorredner dahingehend, dass er die zusätzliche Verabreichung von Vitamin-B1 während einer künstlichen Ernährung über einen Zeitraum von mehr als sieben Tagen als „Standard“ bezeichnete, unabhängig davon, ob der Patient eine Darmerkrankung aufweise oder nicht.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.


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