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Artenschwund in Luxemburg setzt sich ungebremst fort
Lokales 09.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Artenschwund in Luxemburg setzt sich ungebremst fort

Auch Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge stehen in Luxemburg unter Druck.

Artenschwund in Luxemburg setzt sich ungebremst fort

Auch Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge stehen in Luxemburg unter Druck.
Foto: shutterstock
Lokales 09.09.2020 Aus unserem online-Archiv

Artenschwund in Luxemburg setzt sich ungebremst fort

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Das Observatoire de l'environnement naturel sieht die natürlichen Lebensräume in einem alarmierenden Zustand.

Der Zustand der natürlichen Lebensräume der wildlebenden Pflanzen- und Tierarten in Luxemburg ist besorgniserregend. Diese negative Bilanz ziehen die Verantwortlichen des Observatoire de l'environnement naturel in ihrem nationalen Bericht zum Erhaltungszustand von Lebensräumen und Arten. 

„Wenn nicht konsequent insbesondere in der Landwirtschaft umgedacht wird, dann werden weitere Arten verschwinden und die Biodiversität drastisch abnehmen, mit zum Teil direkten Konsequenzen für den Menschen“, so der Präsident des Observatoire François Benoy. 

 

 

Ein Drittel der Biotope positiv bewertet

Laut der Bestandsaufnahme auf wissenschaftlicher Basis sind zwei Drittel der natürlichen Lebensräume in einem unzureichenden oder schlechten Erhaltungszustand. Nur ein Drittel der Biotope entwickelt sich günstig. Feuchtgebiete und Habitate des Offenlands wie Flachlandmähwiesen werden immer seltener. Mit ihnen verschwinden auch die Arten: 80 Prozent der Wildtier- und Pflanzenarten sind in einem prekären Erhaltungszustand, am meisten gefährdet sind Fledermäuse, Schmetterlinge und Amphibien.


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Auch bei den Vögeln sieht die Situation nicht viel besser aus: mehr als ein Viertel der in Luxemburg heimischen Arten verzeichnete in den letzten Jahren einen dramatischen Rückgang. Die Populationen von Rebhuhn oder Raubwürger sind entweder zusammengebrochen oder ganz ausgestorben. 

Landwirtschaft und Zersiedelung

Die Ursachen sind seit Jahren die gleichen und auch bekannt: Intensive Landwirtschaft, Zersiedelung und Verbauung der Landschaft sowie Veränderung der natürlichen Systeme durch menschliche Eingriffe.


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„Ein grundlegender Wandel in der Art und Weise wie gewirtschaftet wird, ist notwendig“, so François Benoy. Dazu gehören Anreize für eine naturverträgliche, extensive Landwirtschaft, die Ausweitung der Naturschutzgebiete sowie Naturschutz als ressortübergreifendes Anliegen der Regierung.     



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