Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Armee ist für den Ernstfall gerüstet"
Lokales 13.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Etienne Schneider

"Armee ist für den Ernstfall gerüstet"

Die Zahl der Offiziere und der Unteroffiziere soll netto erhöht werden.
Etienne Schneider

"Armee ist für den Ernstfall gerüstet"

Die Zahl der Offiziere und der Unteroffiziere soll netto erhöht werden.
Foto: Guy Jallay
Lokales 13.01.2016 Aus unserem online-Archiv
Etienne Schneider

"Armee ist für den Ernstfall gerüstet"

Die Armee ist gerüstet, um die Herausforderungen, die sich bei einer Terror-Bedrohung stellen würden, zu meistern. Sorgen bereitet dem Minister indes die hohe Durchfallquote bei den jungen Anwärtern.

(ml) - Nach den Anschlägen von Paris und den zahlreichen Verhaftungen in den Nachbarstaaten, wurde die Sicherheitsstufe in Luxemburg nicht erhöht. Im März vergangenen Jahres hat die Regierung den nationalen Sicherheitsplan "Vigilnat" verabschiedet. Ziel ist es, dass im Fall einer terroristische Bedrohung alle Räder ineinander greifen. Bei der Ausarbeitung des Plans wurde auch die Armee mit einbezogen.

Derzeit sei die Armee gut genug aufgestellt, um die Aufgaben, die ihr im Ernstfall zugeteilt werden, zu erfüllen, betont Verteidigungsminister Etienne Schneider in seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des ADR-Abgeordneten Fernand Kartheiser. Der Personalbestand werde immer wieder den aktuellen Bedürfnissen angepasst, heißt es weiter.

Für die einzelnen Laufbahnen ist im Gesetz jeweils ein maximaler Personalbestand vorgesehen. Je nach Grad gibt es zurzeit größere Unterschiede. Bei der Offizier-Laufbahn liege man bei 68 Prozent des theoretischen Personalbestandes, so Schneider, bei den Unteroffizieren sind es 71 Prozent, bei den Korporalen 40 Prozent und bei den freiwilligen Soldaten 61 Prozent.

Die militärische Hierarchie unternehme regelmäßig Anstrengungen, die Armee attraktiver zu gestalten, unterstreicht der Minister für Innere Sicherheit. Die entsprechenden Maßnahmen sollen im Laufe des Jahres verkündet werden. Die Abgänge der Armeemitglieder, die in den Ruhestand treten, werden eins zu eins ersetzt, stellt Schneider klar. Ab 2016-2017 soll auch die Zahl der Offiziere und Unteroffiziere netto angehoben werden.

Bei den Neuzugängen ist eine hohe Ausfallquote bei der Musterung festzustellen. Dies betrifft sowohl die schriftlichen wie die physischen Prüfungen. Zahlreiche Menschen verlassen während oder nach der Grundausbildung die Armee, weil ihre Erwartungen nicht erfüllt wurden.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, werden die Tests, die bei der Musterung durchgeführt werden, neu angepasst. Des Weiteren soll eine Vorbereitungsklasse in der Armeeschule eingeführt werden, die den Kandidaten den Einstieg in das Armeeleben vereinfachen soll. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch, dass die Durchfallquote gesenkt werden kann.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Militäreinsatz in Mali
Luxemburg entsendet einen zweiten Soldaten nach Mali und verdoppelt somit seine militärische Präsenz im Krisenland. Die Nachricht hat dem Großherzogtum Spott in den sozialen Netzwerken eingebracht.
Terrorbekämpfung
Die Sicherheitskräfte in Luxemburg zeigen seit den Attentaten von Paris mehr Präsenz. Trotzdem wurde die allgemeine Bedrohungslage nicht herauf gestuft. Ein Einblick in ein komplexes Warnverfahren.
Verschärfte Polizeipräsenz am Flughafen Findel und am Bahnhof.
Unterbringung von Asylbewerbern
Das alte Logopädiezentrum in Strassen wird in Kürze 300 Flüchtlinge beherbergen. Um die Räume angemessen auszustatten, stellt die Luxemburger Armee Betten, Schränke und Hocker zur Verfügung.
Die Möbel werden in das alte Logopädiezentrum in Strassen geliefert.
Freiwilliger Militärdienst
Die Luxemburger Armee hat ein Rekrutierungsproblem. Nicht, dass es an Kandidaten mangeln würde, aber viele tragen aufgrund ihrer schlechten körperlichen Verfassung Verletzungen davon und sind somit dienstuntauglich. Dagegen will die Regierung jetzt vorgehen.
Pro Jahr werden im Schnitt 120 freiwillige Soldaten vereidigt.