Armee: Bausch stärkt General den Rücken
Armee: Bausch stärkt General den Rücken
Die jüngsten Schusswechsel zwischen dem Dachverband der Armee- und Polizeigewerkschaft SPFP auf der einen Seite sowie Generalstabschef Alain Duschène auf der anderen hinterließen ihren Pulvergeruch auch bei der traditionellen Weihnachts-feier der Armee im militärischen Zentrum auf dem Diekircher Herrenberg.
So kam General Duschène nicht umhin, noch einmal auf die Vorwürfe und Rücktrittsforderungen einzugehen, die der Vorsitzende der Gewerkschaft SPFP, Pascal Ricquier, zuletzt gegen ihn erhoben hatte.
Der Hintergrund: Die Gewerkschaft hatte Duschène in Bezug auf die geplante Ver-setzung von Christian Schleck, Präsident der Armeegewerkschaft SPAL, auf einen neuen, geheimnisgebundenen Posten vorgeworfen, Schlecks gewerkschaftliche Arbeit unmöglich machen zu wollen. Ein Vorwurf, den der General in der Folge mit Verweis auf das übliche Rotationsprinzip bei den Aufgabenzuweisungen innerhalb der Armee, die für ihn nicht ersichtliche Unvereinbarkeit mit dessen Gewerkschaftstätigkeit sowie dem angeblich von Schleck selbst geäußerten Interesse an dem Posten zurückgewiesen hatte.
Rückbesinnung auf Werte der Armee
In der Folge habe er denn auch zahlreiche Solidaritätsbekundungen erhalten, so Duschène, von Soldaten über Führungskräfte bis hin zum Zivilpersonal, ja sogar von Ex-Soldaten und pensionierten Militärs. Trotz der negativen Werbung der letzten Zeit, sei er aber davon überzeugt, dass die Armee gestärkt aus den Querelen hervorgehen werde, so der General, der alsdann dazu aufrief, durch geschlossenes Handeln die Werte der Armee wieder hervorzuheben: Loyalität, Solidarität, Respekt, Ehre und Hingabe.
Rückendeckung erhielt Alain Duschène im Anschluss auch von Verteidigungsminister François Bausch, der seinerseits von unangebrachten Demissionsforderungen sprach.
Waldhof und Großherzog Jean
Jenseits solcher Gefechte wurde bei der Weihnachtsfeier aber auch an den tragischen Unfall auf dem Gelände des Munitionslagers in Waldhof im Februar erinnert, bei dem zwei Militärangehörige ums Leben kamen und zwei verletzt wurden, sowie an den am 23. April verstorbenen Großherzog Jean.
Zu den Höhepunkten des Jahres zählte General Duschène derweil den Besuch des belgischen Königs im militärischen Zentrum auf dem Herrenberg. Zudem schnitt er die geplanten Renovationsarbeiten in der Kaserne an, die nun in die Umsetzungsphase gelangten.
Ganz oben auf der Prioritätenliste stehe aber die Rekrutierung neuer Soldaten, dies in sämtlichen Karrieren der Armee. Verteidigungsminister François Bausch mahnte angesichts einer Gesellschaft, in der Debatten immer aggressiver ausgetragen und gleich die letzten Handlungsmittel angedroht würden, eine Rückbesinnung auf die wesentlichen Werte an.
Mit gutem Beispiel vorangehen
Die Armee sei denn auch dazu da, diese Werte von Demokratie, Solidarität und Respekt zu verteidigen. Sie müsse hier mit gutem Beispiel vorangehen.
Abschließend wurde der belgische Lt. Col Gunther Haustrate in Dankbarkeit für seine Unterstützung nach dem Unfall im Munitionslager in Waldhof als Caporal d'honneur ausgezeichnet.
Zudem leisteten, nach der Ehrung etlicher erfolgreicher Militärsportler, die einzelnen Messen Spenden an die Vertreter der Vereinigungen Kannerwonsch, Wäertvollt Liewen und Fondation du Grand-Duc et de la Grande-Duchesse.
