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Armbrüste und das Waffengesetz
Lokales 15.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Armbrüste und das Waffengesetz

Ein Armbrustschütze auf einem Mittelalterfest (rechts).

Armbrüste und das Waffengesetz

Ein Armbrustschütze auf einem Mittelalterfest (rechts).
Foto: Guy Wolff/LW-Archiv
Lokales 15.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Armbrüste und das Waffengesetz

Michel THIEL
Michel THIEL
Ein mysteriöser Kriminalfall in Deutschland rückt die historischen Waffen in den öffentlichen Mittelpunkt. Im Nachbarland sind die antiken Schusswaffen frei erhältlich.

Ein rätselhafter Kriminalfall mit fünf Todesopfern beschäftigt derzeit die Polizei in Deutschland. Drei der Opfer wurden mit Armbrüsten getötet. Eine Jahrhunderte alte Waffe, die in den Nachbarländern Deutschland und Frankreich frei verkäuflich ist.

Dort gelten moderne Versionen der seit dem Mittelalter in Europa bekannten Kreuzbögen als ganz Sportgeräte, die ab dem 18. Lebensjahr ohne Waffenschein oder Meldepflicht frei verkäuflich sind - Auflagen gibt es allenfalls bei der Aufbewahrung, dem Transport und den Orten, wo die Waffenbenutzt werden dürfen.


Picture taken on May 11, 2019 shows a hotel on the banks of the river Ilz in Passau, southern Germany. - German police were investigating on May 12, 2019 the baffling deaths of three people found in a room of the Bavarian hotel with crossbow bolts in their bodies. (Photo by Lino Mirgeler / dpa / AFP) / Germany OUT
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In Luxemburg fallen Armbrüste allerdings unter das Waffengesetz, das bekanntlich zu den strengsten in Europa zählt. Das Gesetz sieht vor, dass Schusswaffen, die nicht zu den Feuerwaffen gehören, ab einer Geschossenergie von über 7,5 Joule genehmigungspflichtig sind - darunter fallen beispielsweise Armbrüste, und leistungsfähige Steinschleudern, aber auch Gas- oder Luftdruckwaffen.

Eine moderne Armbrust kann jedoch Geschossenergien zwischen 100 und 200 Joule erreichen - etwa vergleichbar mit der Energie eines Kleinkalibergeschosses des Kaliber .22 Long Rifle (zirka 140 Joule).

Wer eine solche Waffe im Ausland oder online erwirbt, ohne eine Genehmigung vom Justizministerium, also einen Waffenschein zu besitzen, macht sich in Luxemburg also strafbar. Falls man erwischt wird, droht die Beschlagnahmung der Waffe sowie Geldstrafen von bis zu 5000 Euro.


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