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Areal des Düdelinger Hüttenwerkes : Sanierungsfrage immer noch ungeklärt
Lokales 2 Min. 08.02.2016

Areal des Düdelinger Hüttenwerkes : Sanierungsfrage immer noch ungeklärt

Noch immer feilschen Staat und ArcelorMittal um die Sanierungskosten auf dem Areal des Düdelinger Werkes.

Areal des Düdelinger Hüttenwerkes : Sanierungsfrage immer noch ungeklärt

Noch immer feilschen Staat und ArcelorMittal um die Sanierungskosten auf dem Areal des Düdelinger Werkes.
Foto: Lex Kleren
Lokales 2 Min. 08.02.2016

Areal des Düdelinger Hüttenwerkes : Sanierungsfrage immer noch ungeklärt

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Im Oktober 2005 erfolgte die Stilllegung des Düdelinger Walzwerks. Mehr als zehn Jahre später ist weiterhin unklar, wie die Sanierungskosten zu verteilen sind.

(na) - Mit der Ankündigung einer Machbarkeitsstudie zur Revitalisierung des Areals des Schifflinger Hüttenwerkes ist auch wieder die Situation in Düdelingen in den Vordergrund gerückt. Diese erfolgte im Oktober 2005. Mehr als zehn Jahre später ist weiterhin unklar, wie die Sanierungskosten zu verteilen sind.

Es sei aber falsch zu behaupten, dass in den vergangenen Jahren nichts passiert sei, betont der Düdelinger Bürgermeister Dan Biancalana. Der CNA wurde gebaut und der alte Wasserturm zum Museum umgebaut.

Ein Viertel mit neutraler CO2-Bilanz

Dort wo früher die Werkshallen standen, soll ein modernes Viertel mit neutraler C02-Bilanz entstehen.
Dort wo früher die Werkshallen standen, soll ein modernes Viertel mit neutraler C02-Bilanz entstehen.
Foto: Lex Kleren

Auch wurde 2012 ein Leitplan („plan directeur“) erstellt. Die Herausforderung sei groß, denn Ziel sei es, ein ökologisches Viertel zu planen, dessen CO2-Bilanz neutral ist. Dieses wird die Viertel Italien und Schmelz miteinander verbinden.

Etwa 1 500 Personen sollen langfristig das neue Viertel, womöglich in sogenannten Plusenergiegebäuden, bevölkern. Die Planungshoheit liegt beim „Fonds de logement“.

Haben nicht auf Sanierung gewartet

Erste Teilbebauungspläne wurden in Angriff genommen.
Erste Teilbebauungspläne wurden in Angriff genommen.
Foto: Lex Kleren

„Wir haben die Planungsarbeiten gestartet, ohne darauf zu warten, dass die Sanierungsfrage geklärt ist, um keine Zeit zu verlieren, wenn endlich Klarheit in dieser Frage herrscht“, erklärt Dan Biancanala weiter.

So wurden bereits einige Teilbebauungspläne (PAP) des zukünftigen Viertels in Angriff genommen. Der Plan rund um die ehemalige Schlackenhalde sei bereits gut vorangeschritten. Alle fünf bis sechs Wochen treffen Vertreter des „Fonds du logement“ Vertreter der Düdelinger Gemeinde in einer Arbeitsgruppe.

Kosten liegen in Millionenhöhe

Laut dem Düdelinger Bürgermeister Dan Biancalana, liegen die Sanierungskosten in Millionenhöhe.
Laut dem Düdelinger Bürgermeister Dan Biancalana, liegen die Sanierungskosten in Millionenhöhe.
Foto: Lex Kleren

Einige „Hotspots“, sprich Stellen, die stark verseucht waren, seien auch bereits saniert worden, so Biancalana weiter. Bodenproben und Analysen seien bereits erfolgt. Doch stelle sich weiterhin die Finanzierungsfrage für die Sanierung des Großteils des Areals,eine Frage, deren Antwort in Millionenhöhe liegen wird, so Biancanala. Das erklärt, warum es nur schleppend vorangeht. „Für uns ist es klar, dass nach dem Verursacherprinzip gehandelt werden muss“, unterstreicht er.

Die Gesellschaft Agora (bestehend aus dem Staat und ArcelorMittal) hat kürzlich eine Machbarkeitsstudie zur Revitalisierung des Werkgeländes in Schifflingen angekündigt.

Zudem gab es eine Einigung zwischen ArcelorMittal und den Städte Esch/Alzette und Differdingen. Beides lässt hoffen, dass auch in schwierigen Verhandlungen Fortschritte gemacht werden.

Und dann muss noch umklassiert werden ...

Doch auch wenn eine Einigung gefunden wird, könnte trotz bereits getätigter Planungsarbeit nicht sofort nach der Sanierung angefangen werden, das neue Viertel zu bauen.

Denn erst müsste die Zone umklassiert werden. Derzeit wird sie im allgemeinen Bebauungsplan als „Zone à étude“ geführt. Und danach müssten noch die verschiedenen Teilbebauungspläne durch die Prozedur. Wahrscheinlich wird aber noch das eine oder andere Jahr vergehen, bis das ökologische Viertel endlich die früheren Werkshallen ersetzt – vorausgesetzt Staat und ArcelorMittal finden eine Einigung.


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