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Ardennenoffensive: Blumen statt Blut
Lokales 15 2 Min. 16.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Ardennenoffensive: Blumen statt Blut

Erbgroßherzog Guillaume verneigte sich am National Liberation Memorial im Namen des Herrscherhauses vor den militärischen wie zivilen Opfer der Ardennenoffensive und vor allen, die bis heute unter Krieg und Vetreibung leiden müssen.

Ardennenoffensive: Blumen statt Blut

Erbgroßherzog Guillaume verneigte sich am National Liberation Memorial im Namen des Herrscherhauses vor den militärischen wie zivilen Opfer der Ardennenoffensive und vor allen, die bis heute unter Krieg und Vetreibung leiden müssen.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 15 2 Min. 16.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Ardennenoffensive: Blumen statt Blut

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Am National Liberation Memorial am Schumannseck wurde am Montagmorgen, 75 Jahre nach dem Beginn der Ardennenoffensive, der Opfer des Zweiten Weltkriegs gedacht.

Die Verteidiger des Friedens von gestern und von morgen, selten wurden diese hierzulande bei einem Gedenkakt für die Opfer des Zweiten Weltkriegs so eng zusammengeführt, wie am Montag am Schumannseck bei Wiltz.

75 Jahre nach dem Ausbruch der Ardennenoffensive, die im Winter 1944/45 tausenden Soldaten und Zivilisten das Leben kostete und ganze Landstriche in Luxemburg und Belgien in Trümmer legte, drehte sich hier vor dem National Liberation Memorial (NLM) alles um die Wahrung des Erinnerns.

Und so rückten mit den letzten Veteranen von einst – deren Verdienst um die Befreiung des Großherzogtums abermals mit tiefstem Respekt gewürdigt wurde – auch die jungen Menschen dieses Landes für einmal mit in den Mittelpunkt des Zeremoniells.

Vergangenheit und Gegenwart


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„Mir sinn eis bewosst, dat och eis Generatioun Verantwortung dréit fir den Erhalt vu Fridden an Erënnerung“, ließ Robert Kremer die zahlreichen Gäste – unter ihnen Erbgroßherzog Guillaume und Parlamentspräsident Fernand Etgen – denn auch im Namen der Schülerschaft des Wiltzer Lycée du Nord wissen. Eine Pflicht, die man vor allem auch darin sehe, die Gegenwart mit dem Blick auf die Vergangenheit zu analysieren.

„Mir sinn eis bewosst, dat och eis Generatioun Verantwortung dréit fir den Erhalt vu Fridden an Erënnerung“

LNW-Schüler Robert Kremer

Mit dem Verlesen historischer Soldatenbriefe und Zeitzeugenberichte aus der Ardennenoffensive sowie den Erzählungen aus Afghanistan oder dem Kosovo geflüchteter Klassenkameraden gelang es den Schülern so auch im Anschluss, in bewegender Weise aufzuzeigen, wie die gleiche Fratze von Krieg, Elend und Vertreibung sich den Jugendlichen auch 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg noch im freien Luxemburg zu zeigen vermag.


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Neue Wege im Land of Memory

Die Gelegenheit, ihre Gedanken und Fragen einzubringen, bietet sich den Schülern dabei gerade am Schumannseck, wo man zurzeit im Rahmen des Interreg-Projekts „Land of Memory“ gemeinsam mit dem Diekircher Militärmuseum und Studenten der Uni Luxemburg an einer konzeptuellen Neugestaltung des lokalen Sentier du Souvenir mitwirkt.


(LtoR) Us Secretary of Defense Mark Esper, Grand Duke Henri of Luxembourg, King Phillipe of Belgium, Poland's president Andrzej Duda and German Federal President Frank-Walter Steinmeier attend a ceremony as part of the commemorations of the 75th anniversary of the Battle of the Bulge, also known as the Ardennes Counteroffensive, on December 16, 2019, at the Mardasson Memorial in Bastogne. - The Battle of the Bulge was the last major German offensive campaign on the Western Front during World War II, and took place from 16 December 1944 to 25 January 1945. (Photo by JOHN THYS / AFP)
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Als Vorsitzender des NLM-Verwaltungsrats betonte Fränk Rockenbrod denn auch, dass die Bedeutung des National Liberation Memorial als Symbol der Friedenskultur und der Völkerverständigung nur erhalten bleibe, wenn es gelingt, neue Wege der Erinnerungsarbeit zu öffnen und die Fackel des Gedenkens an die kommenden Generationen weiterzureichen.

Der Anblick des NLM soll hierzu ein Appell sein, wie auch der Wiltzer Bürgermeister Fränk Arndt und Regierungsvertreter Romain Schneider meinten. Immerhin hatten vor 75 Jahren an der strategisch wichtigsten Straßenkreuzung am Schumannseck mit mehr als 4000 Toten und Vermissten die blutigsten Kämpfe des Zweiten Weltkriegs auf Luxemburger Boden stattgefunden. Zuviel Grauen, um zu vergessen ...

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