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Arbeitsbeginn am Bau: "Etwas überrumpelt"
Lokales 1 19.04.2020

Arbeitsbeginn am Bau: "Etwas überrumpelt"

Kai und Kevin Urbing fühlen sich leicht im Stich gelassen.

Arbeitsbeginn am Bau: "Etwas überrumpelt"

Kai und Kevin Urbing fühlen sich leicht im Stich gelassen.
Foto: Christophe Olinger
Lokales 1 19.04.2020

Arbeitsbeginn am Bau: "Etwas überrumpelt"

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Zwei Handwerker sind froh, am Montag wieder arbeiten zu können. Ein wenig mulmig ist ihnen dabei dennoch. Sie vermissen Aufklärung.

Kai und Kevin Urbing sind seit 2012 als selbständige Handwerker aktiv. Waren sie zu Beginn auf Reparaturen spezialisiert, so hat ihr Tätigkeitsfeld sich mehr und mehr auf Schreinereiarbeiten und Metallkonstruktionen verlagert.

Die mehrwöchige Zwangspause seit Mitte März nutzten sie, um an Aufträgen in ihrem Atelier in Kehlen weiter zu produzieren. Ab Montag sollen diese ausgeliefert werden.


Liveticker: Päischtcroisière abgesagt
Nun ist es offiziell: Im Jahr 2020 wird keine Päischtcroisière stattfinden. Alle aktuellen Infos zur Krise im Ticker.

"Einerseits sind wir froh, dass es wieder losgeht" so einer der Brüder während der Vorbereitungsarbeiten, "andererseits waren wir doch etwas überrascht, weil wir im Detail nicht genau wussten, wie wir uns und unser Personal schützen sollen."


Die beiden beschäftigen 21 Mitarbeiter, sie haben vorsorglich Tüten mit Handschuhen, Masken und Desinfektionsgel für die Arbeiter vorbereitet. "Wir mussten uns schlau machen, Informationen von offizieller Seite haben wir nicht bekommen", so der Mann weiter. Die Sicherheit des Personals liegt den Urbing-Brüdern am Herzen.

Kein Schutz für die Unternehmenschefs


Am Freitag begann die Armee, Atemschutzmasken an Unternehmen zu verteilen.
Öffnung der Baustellen unter strengen Bedingungen
Die Baufirmen müssen den Schutz ihrer Mitarbeiter sicherstellen. Unter anderem muss die empfohlene Distanz von zwei Metern zwischen den Bauarbeitern eingehalten werden.

Zusätzlich zu den Einwegmasken, die sie von staatlicher Seite erhalten haben, ließen die beiden waschbare Masken aus Stoff für ihre Arbeiter anfertigen. Diese sollen an den Wochenenden im Betrieb gewaschen werden, sodass für jeden Mitarbeiter ein sauberer Mundschutz für jeden Tag verfügbar ist. "Hätten wir nur Einwegmaterial, bräuchten wir davon 800 Einheiten im Monat", so Kai Urbing, der sich ein wenig ärgert, dass er bei der Verteilung auf Findel nicht genügend Masken erhalten habe. Es fehlte Material für zwei Personen. Auf Nachfrage bei der Handwerkerkammer, habe man ihm bestätigt, dass für die Unternehmenschefs nichts vorgesehen sei. "Das ist in meinen Augen ein weiterer Schlag ins Gesicht der Freiberufler".


94.000 Masken für 17.600 Einwohner
Wie in Sassenheim Freiwillige dafür sorgen, dass die Bevölkerung am Montag ihre Schutzmasken erhalten kann.

Dass die "Indépendants" auch keine finanzielle Unterstützung bekommen, ist ein weiterer wunder Punkt: "Als Mittelständler geht es einem nicht so gut, wie viele meinen. Wir haben bei Null angefangen und jeden Heller und Pfennig in unseren Betrieb gesteckt. Da kann nicht von großer Liquidität die Rede sein".

Dennoch versuchen sie aus der Situation das Beste zu machen und sind froh, endlich wieder produktiv zu sein.


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