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APPJ-Führung: Wechsel an der Spitze der Kripo-Gewerkschaft
Lokales 30.03.2017

APPJ-Führung: Wechsel an der Spitze der Kripo-Gewerkschaft

APPJ-Führung: Wechsel an der Spitze der Kripo-Gewerkschaft

Foto: Marc Wilwert/LW-Archiv
Lokales 30.03.2017

APPJ-Führung: Wechsel an der Spitze der Kripo-Gewerkschaft

Michel THIEL
Michel THIEL
Ein neues Führungsteam löst den langjährigen Präsidenten der Kripo-Gewerkschaft APPJ Fernand Ruppert und seinen Sekretär Joel Scheuer ab. Schon zu ihrem Antritt spart die neue Führungsmannschaft nicht mit Kritik an Polizeiminister Etienne Schneider.

(mth) - Die Polizeigewerkschaft "Association du personnel de la police judiciaire" (APPJ) hat seit kurzem einen neuen Präsidenten, oder vielmehr eine Präsidentin. Denn die Mitglieder der Gewerkschaft wählten am vergangenen 16. März Tanja Zwanck zur Vorsitzenden. An ihrer Seite wird künftig Sacha Georges als Sekretär fungieren.

Die beiden Polizisten lösen somit den langjährigen Präsidenten Fernand Ruppert und den Sekretär Joel Scheuer an der Spitze der Interessenvertretung ab. In einer Mitteilung wurden die beiden scheidenden Führungskader für ihren stetigen Einsatz für eine "unumgängliche" Reform der Kriminalpolizei gewürdigt, die nun im Rahmen der Gesamtreform der Polizei durch den zuständigen Minister Etienn Schneider umgesetzt werde.

Herbe Kritik an Etienne Schneider

Das neue Führungsteam werde "vehement Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit die Kriminalpolizei auch in Zukunft nicht an Stellenwert verliere", hieß es weiter. Schon zu ihrem Antritt sparen Zwanck und Georges nicht an Kritik an der Polizeireform und an der Herangehensweise des Ministers für innere Sicherheit Etienne Schneider.

Dessen Entscheidungen bezüglich der Kriminalpolizei seien "nicht nachzuvollziehen", heißt es, "unter dem Deckmantel der Flexibilität" würde sowohl der bisher gesetzlich festgelegte Personalbestand wie die spezifischen Missionen der Kripo über Bord geworfen. Den Forderungen der Gewerkschaft nach einer klaren Definition des Aufgabenbereichs sowie einer verbesserten Ausbildung der Beamten, sowie bestimmten Problemen bei der Berufslaufbahn habe Schneider keinerlei Rechnung getragen, so die Gewerkschaft weiter.

Der Unmut bei der Kriminalpolizei im Zusammenhang mit der Reform, der unter anderem im vergangenen August in der Auswechslung des Kripo-Chefs Jeff Neuens gipfelte, hält also weiter an.


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