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Anwalt: "Täter haben dritten Zöllner nicht gesehen"
Polizisten bei der Spurenauswertung am Tag nach dem dramatischen Vorfall.

Anwalt: "Täter haben dritten Zöllner nicht gesehen"

Foto: Tania Feller
Polizisten bei der Spurenauswertung am Tag nach dem dramatischen Vorfall.
Lokales 2 Min. 02.12.2013

Anwalt: "Täter haben dritten Zöllner nicht gesehen"

Bei einer Fahrzeugkontrolle an der Aire de Capellen im Oktober ist ein Zöllner angefahren und lebensgefährlich verletzt worden. Die Täter sind mittlerweile gefasst. Nun behauptet ihr Anwalt, die beiden jungen Männer hätten das Opfer schlicht übersehen.

(str) - Es war eine Routineüberprüfung, die zum Drama ausartete: Bei einer Fahrzeugkontrolle an der Aire de Capellen wurde in der Nacht zum 18. Oktober ein Zöllner angefahren und lebensgefährlich verletzt.

Zwei Zollbeamte hatten versucht, den Wagen mit französischem Kennzeichen zu stoppen. Doch der Fahrer gab Vollgas. Als ein dritter Zöllner versuchte, eine Nagelsperre auszuziehen, riss der Fahrer das Steuer herum und erfasste den Zollbeamten mit voller Wucht.

Das lebensgefährlich verletzte Opfer ließen die Täter liegen. Es gelang ihnen zunächst zu fliehen. Als die Polizei Fahndungsfotos veröffentlichte, die von einer Überwachungskamera an der Aire de Capellen aufgenommen wurden, konnte beide Männer schnell identifiziert werden. Zunächst klickten beim Beifahrer die Handschellen. Wenige Tage später wurde auch der Fahrer dingfest gemacht. Er ist kein unbeschriebenes Blatt. Wegen eine außerordentlich brutalen Homejackings saß er zwei Jahre in Haft. Am 7. November wurden beide nach Luxemburg ausgeliefert. Am Tag darauf wurden sie dem Untersuchungsrichter vorgeführt.

Keine Tötungsabsicht“

In Luxemburg lautet die Anklage auf versuchten Totschlag, Rebellion mit Waffengewalt, Fahrerflucht und unterlassener Hilfeleistung. Die Ermittler gehen, davon aus, dass der Fahrer gezielt versucht hat, den Zollbeamten zu überfahren. Der Anwalt der beiden Beschuldigten sieht den Sachverhalt jedoch ganz anders. Gegenüber der französischen Tageszeitung „L'union, l'ardennais“, betonte er, seine Mandanten hätten keinerlei Tötungsabsicht gehabt. Der Vorfall sei in dunkler Nacht und unter strömenden Regen geschehen. Seine Mandanten hätten zwar wohl die beiden ersten Zöllner gesehen, jedoch nicht den dritten.

Der Anwalt hat übrigens Erfahrung mit derartigen Fällen. Wie die Zeitung berichtet, hatte er im vergangenen Jahr die Verteidigung jene zwei französischen Einbrecher übernommen, die bei Messancy einen Polizisten angefahren und getötet hatten.

Laut „L'union – l'ardennais“ fand am vergangenen Donnerstag eine dreistündige Tatrekonstruktion im Beisein der Beschuldigten an der Aire de Capellen statt.


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