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Ansprache zum Nationalfeiertag: "Luxemburger und Ausländer bilden eine Einheit"
Lokales 1 2 Min. 22.06.2017 Aus unserem online-Archiv

Ansprache zum Nationalfeiertag: "Luxemburger und Ausländer bilden eine Einheit"

Lokales 1 2 Min. 22.06.2017 Aus unserem online-Archiv

Ansprache zum Nationalfeiertag: "Luxemburger und Ausländer bilden eine Einheit"

Michel THIEL
Michel THIEL
Identität, Einheit, Lebensqualität und Multikulturalismus: dies sind die wichtigsten Themen, die Staatsminister Xavier Bettel in seiner Ansprache zum Nationalfeiertag ansprach.

(mth) - In seiner traditionellen Ansprache zum Nationalfeiertag erinnerte Staatsminister Xavier Bettel zunächst an das 150. Jubiläum der Londoner Verträge an die Geburt Luxemburgs, das seine nationale Identität nach der Unabhängigkeit zunächst habe erschaffen müssen. Dies sei "nicht von Heute auf Morgen passiert", so Bettel.

Luxemburg habe sich dann nach der Schleifung der Festung nach und nach zu einer offenen Stadt und einem wichtigen Zentrum in der Großregion entwickelt. Der Handel und Austausch mit dem Ausland habe einen Prozess in Gang gesetzt, der bis heute anhalte, wie Bettel unterstrich: "Wenn wir heute das sind, was wir sind, dann liegt das daran, dass in unserer Geschichte immer wieder Entscheidungen getroffen wurden und wir uns neuen Gegebenheiten anpassen mussten."

Offenheit als Stärke

Zwei Weltkriege, Hungersnöte und Wirtschaftskrisen seien Herausforderungen gewesen, denen Luxemburg sich stellen musste, bevor es sich zu jenem Staat entwickelt habe, der heute in aller Welt respektiert werde. "Wir haben unsere eigene Identität und wir sind stolz auf das, was wir als Nation erreicht haben."

Luxemburg blicke mit Selbstbewusstsein und einem Gefühl der Einheit und Solidarität auf seine Geschichte zurück, aber auch mit Zuversicht nach vorne. Es gelte nun, die Fundamente zu schaffen, auf die zukünftige Generationen ihre Existenz aufbauen könnten.

"Am heutigen Vorabend des Nationalfeiertags, an dem wir als Nation zusammenstehen, sollten wir nicht nur an uns selbst denken, sondern auch an Jene, die nach uns kommen werden," so Bettel weiter. "Die Lebensqualität, die wir genießen, gehört nicht uns. Wir haben sie von den Generationen vor uns geerbt und diese Erbe verpflichtet uns den kommenden Generationen gegenüber."

Positiv und geeint in die Zukunft

Xavier Bettel versprach, alles zu tun, um diese "Lebensqualität" und eine Zukunftsperspektive für die gesamte Bevölkerung Luxemburgs zu sichern. Die "aktuellen Zeichen und das aktuelle Umfeld seien positiv" und Luxemburg habe jeden Grund dazu, den eingeschlagenen Weg beizubehalten, so Bettel weiter: "Das Land steht gut da, wir sind vorbereitet auf das, was kommt. Wir sind bereit, die nächsten Kapitel in der Geschichte Luxemburgs zu schreiben - mit einer starken Feder und in großen Buchstaben."

Bevor Bettel seine Rede mit den traditionellen Glückwünschen an die Bevölkerung und an die großherzogliche Familie abschließt, richtet er noch einige Worte in französischer Sprache an die ausländischen Mitbürger Luxemburgs: "Ihr gehört zu unserer Heimat und zusammen bilden wir eine außergewöhnliche Nation. Luxemburg ist seit seiner Geburt als unabhängiger Staat ein mehrsprachiges und multikulturelles Land. Die Genetik unserer nationalen Identität ist jene einer offenen Gesellschaft. Am Nationalfeiertag besinnen wir uns auf uns selbst und damit sind wir alle gemeint. Ihr könnt euch sicher sein, dass Luxemburger und Ausländer eine Einheit bilden und dass Ihr willkommen seid."



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