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Anklage fordert für Geiselnehmer 24 und 20 Jahre Haft
Lokales 3 Min. 11.12.2019

Anklage fordert für Geiselnehmer 24 und 20 Jahre Haft

Am 13. Dezember 2012 kommt es in dem Gebäude einer Treuhandgesellschaft in Luxemburg-Mühlenbach zu einem Raubüberfall mit Geiselnahme. Die Täter hatten bereits am Vortag einen Geschäftsmann in seiner Wohnung überfallen.

Anklage fordert für Geiselnehmer 24 und 20 Jahre Haft

Am 13. Dezember 2012 kommt es in dem Gebäude einer Treuhandgesellschaft in Luxemburg-Mühlenbach zu einem Raubüberfall mit Geiselnahme. Die Täter hatten bereits am Vortag einen Geschäftsmann in seiner Wohnung überfallen.
Foto: Steve Remesch / LW-Archiv
Lokales 3 Min. 11.12.2019

Anklage fordert für Geiselnehmer 24 und 20 Jahre Haft

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Im Dezember 2012 gewinnt Redda B. das Vertrauen von mehreren Geschäftsleuten. Dann zeigt er gemeinsam mit seinem Komplizen seine wahren Absichten.

Falsche Versprechen und der Traum vom großen Geld: Am Ende führen sie im Dezember 2012 zu zwei Raubüberfällen und Geiselnahmen. Mehrere Opfer sind traumatisiert, die Täter riskieren Jahrzehnte lange Haftstrafen. „Leider macht Geld nicht glücklich, aber glücklicherweise zahlt sich Verbrechen nicht aus“, so die Vertreterin der Staatsanwaltschaft zu Beginn ihres Plädoyers.

Seit Ende November müssen sich Redda B., Ali A. sowie zwei ihrer mutmaßlichen Komplizen vor dem Bezirksgericht in Luxemburg verantworten. Für die Vertreterin der Staatsanwaltschaft ist es erwiesen, dass Redda B. nicht nur der Kopf hinter den Verbrechen, sondern auch der Anführer einer kriminellen Organisation ist.

Bevor er nach Luxemburg gefahren sei, habe er alles ausführlich geplant, Ali A. rekrutiert und auch dafür gesorgt, dass er über das notwendige Netzwerk verfügt, um das Diebesgut später zu veräußern. Zu diesem Zweck habe er im Vorfeld mit den beiden Mitangeklagten Daniel V. und Mohamed F. Kontakt aufgenommen. Diese hätten ihn nach den Verbrechen und auch nach seiner Festnahme tatkräftig unterstützt, seien dafür auch direkt und indirekt bezahlt worden.

Drohungen und Gewalt

Während der Überfälle im Dezember 2012 hätten Ali. A. und Redda B. ihre Opfer mithilfe von Waffen und einem Sprengstoffgürtel gefügig gemacht – ob diese echt oder nicht gewesen seien, mache keinen Unterschied. Die Opfer hätten dies nicht wissen können. Auch hätten die Geiselnehmer nicht vor Gewalt zurückgeschreckt. Nach einem Fluchtversuch verletzten sie ihr erstes Opfer am Kopf und brachen eine seiner Rippen.


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Ali A. und Redda B. hätten die Taten zwar gestanden, allerdings sei die Beweislast gegen sie so erdrückend, dass Leugnen keinen Zweck gehabt hätte. Die Geständnisse hätten auch keine bedeutenden Erkenntnisse erbracht.

Redda B. sei zudem seit seiner Jugend strafauffällig, der 49-Jährige habe den Großteil seines Lebens im Gefängnis verbracht. Es sei zudem nicht seine erste Geiselnahme. Unter anderem sei es bereits im Oktober 2012 – nur zwei Monate vor der Tat in Luxemburg – zu einem ähnlichen Vorfall in Paris gekommen, ein weiteres Verbrechen geht auf das Jahr 2004 zurück.

Die Anklägerin forderte für Redda B. eine 24-jährige Haftstrafe. Für seinen Mittäter, Ali A., der aktiv an der Geiselnahme beteiligt war, sah sie 20 Jahre Gefängnis als angemessen an.


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Die beiden mutmaßlichen Komplizen, Daniel V. und Mohamed F., hätten zwar nicht selbst an den Überfällen teilgenommen, ihre Rolle sei aber alles andere als unbedeutend gewesen. Sie hätten Redda B. überhaupt erst ermöglicht, das Diebesgut, mehrere Luxusuhren und Schmuck, zu Geld zu machen.

Daniel V. war für den Verkauf der Uhren zuständig, während Mohamed F. sich als Vertrauensperson um die Geschäfte von Redda B. gekümmert haben soll. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft forderte für die beiden Männer eine Haftstrafe von zwölf Jahren. Die Richter fällen ihr Urteil voraussichtlich am 8. Januar.


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