Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Anklage fordert fünf Jahre Haft für Einbrecherchef
Lokales 2 Min. 22.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Anklage fordert fünf Jahre Haft für Einbrecherchef

Das Urteil ergeht am 19. Dezember.

Anklage fordert fünf Jahre Haft für Einbrecherchef

Das Urteil ergeht am 19. Dezember.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 2 Min. 22.11.2019 Aus unserem online-Archiv

Anklage fordert fünf Jahre Haft für Einbrecherchef

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Der mutmaßliche Kopf der Bande, Juri T., schwieg zu den Vorwürfen. Dafür gab einer seiner Handlanger mehrere Einbrüche zu - wohl auch, um Juri T. zu schützen.

Levan M. ist ein guter Soldat, er weiß, wie man Einbrüche begeht und der Polizei entkommt. So beschreibt der 37-jährige Georgier sich zumindest selbst. Erwischt wurde er trotzdem, Levan M. muss sich nämlich mit drei weiteren Georgiern vor Gericht verantworten.

Zusammen mit Giorgi T. und Juri T. ist er wegen Straftaten im Zusammenhang mit mehreren Einbrüchen zwischen November und Dezember 2018 in Luxemburg-Stadt und der näheren Umgebung angeklagt. Ihnen wird auch die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Einem vierten Angeklagten, Teimuraz J., wird indes nur ein Einbruch und eine falsche Namensangabe zulasten gelegt.


Der Prozess 
wird am Mittwoch fortgesetzt.
Mutmaßliche Anführer einer Einbrecherbande vor Gericht
Als Teil einer verbrecherischen Vereinigung sollen die Männer nach Luxemburg gekommen sein. Vor Gericht werden ihnen mehrere Einbrüche zulasten gelegt.

Für den vorsitzenden Richter deutet alles darauf hin, dass Levan M. nur ein „Bauernopfer“ in dem gescheiterten Spiel der beiden mutmaßlichen Strippenzieher Juri T. und dessen Sohn Giorgi T. ist. Damit spielt er auf eine Aussage des 21-jährigen Angeklagten an. Einem Zeugen gegenüber soll er nämlich damit geprahlt haben, dass alle anderen Georgier, die mit ihm Ende 2018 in einem Flüchtlingsheim in Strassen untergebracht waren, für ihn und seinen Vater nur Schachfiguren sind, denen sie nach Belieben Befehle erteilen.

Strikte Hierarchie

Vor Gericht wollen die beiden sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Ihre Anwälte fordern indes wegen mangelnder Beweise den Freispruch ihrer Mandanten. Ihnen könne nicht nachgewiesen werden, die Köpfe einer verbrecherischen Vereinigung zu sein.

Die Ermittlungen zeigen aber, dass die Männer aus Georgien, die Ende 2018 in der Flüchtlingsunterkunft wohnten, einer Hierarchie folgten. In abgehörten Telefonaten sprachen sie unter anderem von einem Onkel, dem sie Geld schulden. Den Ermittlungen zufolge handelt es sich dabei um Juri T. Bei Durchsuchungen in Monnerich und Strassen wurde zudem bei den Schlafplätzen von Juri T. und Giorgi T. Diebesgut gefunden.

Während seine mutmaßlichen Anführer schweigen, nimmt Levan M. hingegen den Großteil der Schuld auf sich. Er gab zu, fünf der acht ihm vorgeworfenen Einbrüche begangen zu haben. An mehreren Tatorten wurden Spuren mit seiner DNS sichergestellt. Teimuraz J. betonte indes, keinen Einbruch begangen zu haben. Er sei nur zufällig bei der Verhaftung von Levan M. nach einem Einbruch in dessen Nähe gewesen. Einen falschen Namen habe er gegenüber der Polizei aber genannt.


Gericht - Prozesser - Photo : Pierre Matgé
Themendossier: Vor Gericht
Täglich müssen sich Straftäter vor Gericht verantworten. Das "Luxemburger Wort" ist bei vielen Prozessen dabei. Ein Überblick.

Für den Vertreter der Staatsanwaltschaft ist die Sache eindeutig. Die Männer aus Georgien hätten systematisch die Asylprozeduren missbraucht, um hierzulande Fuß zu fassen und Straftaten zu begehen. Er fordert für Juri T. eine Gefängnisstrafe in Höhe von fünf Jahren, die unter Auflagen zu einem kleinen Teil zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Dafür müsse Juri T. allerdings seine Opfer entschädigen.

Für Levan M. und Giorgi T. fordert er vier Jahre Haft, die für Levan M. wegen seiner Vorstrafen nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Teimuraz J. drohen 15 Monate Gefängnis. Eine Versicherungsgesellschaft, die als Nebenkläger auftritt, fordert indes etwa 10.000 Euro Schadenersatz.

Das Urteil ergeht am 19. Dezember.



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Themendossier: Vor Gericht
Täglich müssen sich Straftäter vor Gericht verantworten. Das "Luxemburger Wort" ist bei vielen Prozessen dabei. Ein Überblick.
Gericht - Prozesser - Photo : Pierre Matgé