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Angst vor Anschlägen wächst
Lokales 30.01.2015 Aus unserem online-Archiv
Cattenom

Angst vor Anschlägen wächst

Aufgrund erhöhter Terrorgefahr spricht sich der rheinland-pfälzische Landtag für eine Schließung des Atomkraftwerks Cattenom aus.
Cattenom

Angst vor Anschlägen wächst

Aufgrund erhöhter Terrorgefahr spricht sich der rheinland-pfälzische Landtag für eine Schließung des Atomkraftwerks Cattenom aus.
Foto: Guy Jallay
Lokales 30.01.2015 Aus unserem online-Archiv
Cattenom

Angst vor Anschlägen wächst

Das Atomkraftwerk Cattenom versetzt die Behörden aus Rheinland-Pfalz in Aufregung. Wegen erhöhter Terrorgefahr spricht sich der Landtag für eine Schließung des AKW aus. 

(ml) - Nach den Anschlägen in Paris gibt es in der Großregion zunehmend Sicherheitsbedenken in Bezug auf das Atomkraftwerk in Cattenom. Rheinland-Pfalz sieht eine erhöhte Terrorgefahr für das AKW, hieß es diese Woche im Rahmen einer Debatte im Landtag.

Wirtschaftsministerin Eveline Lemke rechtfertigte ihre Aussage mit der Festnahme einer Person, die im Dezember in Belgien verhaftet worden war. Dem Vernehmen nach soll der Verdächtige einen Koran und einen USB-Stick mit einem ausführlichen Plan der französischen Atomanlage Chooz bei sich gehabt haben. Lemke erinnerte in ihrer Rede auch an die mysteriösen Drohnennflüge über zahlreiche Atomkraftwerke in Frankreich: "Die hat es auch über Cattenom gegeben," betonte die rheinland-pfälzische Ministerin.

Lemke ist der Ansicht, dass Cattenom nicht genügend vor Attentaten und Flugzeugkatastrophen geschützt sei. Bei der Cattenom-Debatte im rheinland-pfälzischen Landtag sprachen sich alle Fraktionen für eine vorzeitige Schließung der Atommeiler in Lothringen aus. Cattenom steht nach einer pannenreichen Serie seit Jahren in der Großregion in der Kritik.

Erst vor zwei Wochen stellte der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn in der Fernsehsendung "SaarTalk" klar, dass er sich in Bezug auf Cattenom keine falschen Hoffnungen mache. Es sei nicht davon auszugehen, dass das Atomkraftwerk bald vom Netz genommen werde. Deshalb gelte es, von den Franzosen "größtmögliche Sicherheit" zu fordern. Asselborn hofft, dass nicht nur das Saarland, sondern auch Berlin Luxemburg dabei unterstützt.


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