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Angriff mit Machete: Zehn Jahre Haft
Die beiden Angeklagten hatten sich Mitte September vor Gericht verantworten müssen.

Angriff mit Machete: Zehn Jahre Haft

Foto: Pierre Matgé
Die beiden Angeklagten hatten sich Mitte September vor Gericht verantworten müssen.
Lokales 18.10.2018

Angriff mit Machete: Zehn Jahre Haft

Im August 2014 hatte er bei einem Streit vor einer Escher Kneipe einen anderen Mann sehr schwer verletzt. Nun muss ein 23-Jähriger mit den juristischen Konsequenzen leben: zehn Jahre Haft, davon acht auf Bewährung. Sein jüngerer Bruder kam mit einem milderen Urteil davon.

(gs/SH) - Tiefe Schnittwunden an der Wange, im Brustbereich, an der Hüfte sowie am rechten Arm und an der linken Hand: Die Verletzungen, die jener junge Mann aufweist, der am 31. August 2014 kurz nach 3 Uhr in der Notaufnahme des Escher Krankenhauses auftaucht, sind schwer, sein Blutverlust hoch.

Die Ärzte befürchten die Amputation des rechten Unterarms, letztendlich kann diese aber vermieden werden. Dennoch: Ohne schnelle, ärztliche Versorgung hätten die Verletzungen tödlich enden können, so das Fazit eines medizinischen Gutachters vor Gericht.

Dort hatten sich Mitte September zwei Männer wegen der Ereignisse vom August 2014 verantworten müssen. Am Mittwoch nun wurden beide verurteilt: zu zehn Jahren Haft, davon acht auf Bewährung, beziehungsweise zu zwei Jahren Gefängnis, komplett auf Bewährung. Hinzu kommt in einem Fall eine Geldbuße in Höhe von 1.000 Euro.

Undurchsichtige Lage

Dem Hauptangeklagten, einem 23-jährigen Kapverdier, und seinem ein Jahr jüngeren Bruder, wurde in diesem Prozess zur Last gelegt, das Opfer in jener Augustnacht im Jahre 2014 vor einer Escher Gaststätte angegriffen und mit einer Machete verletzt zu haben.

Was sich tatsächlich ereignet hatte, war nur schwer zu durchschauen, hatten sich damals doch 15 bis 20 Personen vor dem Café getummelt. Auch die späteren Aussagen von Zeugen brachten nur bedingt Licht in das Ganze.

Keine Selbstverteidigung


Gericht - Prozesser - Photo : Pierre Matgé
Eine Machete und viel Verwirrung
Ein junger Mann wird mit einer Machete schwer verletzt. Die Hintergründe der Tat beschäftigten über vier Jahre nach dem Vorfall die Kriminalkammer des Gerichtes.

Das Opfer, ebenfalls Kapverdier, der zurzeit selbst eine fünfjährige Haftstrafe absitzt und aufgrund seiner Verwicklung in Drogenaffären und weitere Gewalttaten im Escher Bandenmilieu der Polizei bestens bekannt ist, hatte vor Gericht erklärt, grundlos angegriffen worden zu sein.

Der ältere der Angeklagten hatte dem widersprochen und behauptetet, das Opfer habe ihm gedroht und einen Faustschlag verpasst. Er habe dann die Machete, die auf dem Boden gelegen habe, genommen, um sich zu verteidigen.

Dieser Argumentation einer möglichen Selbstverteidigung folgten die Richter gestern jedoch nicht. Auch kamen sie zu dem Schluss, dass vor dem Angriff keine Provokation vonseiten des Opfers stattgefunden habe.


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