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Angeklagten Frauen droht lange Haft
Lokales 2 Min. 10.06.2015 Aus unserem online-Archiv
Prozess um Mord in Brasilien

Angeklagten Frauen droht lange Haft

Für die Beschuldigten könnten Gitter und Stacheldraht bald sehr lange zur Tagesordnung gehören.
Prozess um Mord in Brasilien

Angeklagten Frauen droht lange Haft

Für die Beschuldigten könnten Gitter und Stacheldraht bald sehr lange zur Tagesordnung gehören.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 10.06.2015 Aus unserem online-Archiv
Prozess um Mord in Brasilien

Angeklagten Frauen droht lange Haft

Knast statt Knete: Die beschuldigte Ehefrau des Opfers und deren Freundin könnten bald viele Jahre hinter Gitter verbringen. Die Staatsanwaltschaft forderte am Mittwoch eine lebenslange bzw. eine 30-jährige Haftstrafe für die beiden.

(dhay) - Lebenslänglich bzw. 30 Jahre Haft: So lautet die Forderung der Staatsanwaltschaft für die beiden Angeklagten im Prozess um den Mord am 75-jährigen Henri Z. im Oktober 2011 in Brasilien. Der Luxemburger war während seiner Hochzeitsreise brutal ermordet worden. Seine Ehefrau Brigitte D. (61) und ihre Freundin Tania M. (53) sollen den Mord geplant und in Auftrag gegeben haben.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft, Robert Welter, erinnerte am Mittwoch, zum Abschluss des Verfahrens, daran, dass am 25. Oktober 2011 insgesamt sieben Mal aus nächster Nähe auf das Opfer geschossen wurde, fünf davon waren Kopfschüsse.

Doch war dies nicht der erste Versuch, Henri Z. umzubringen. Zwei frühere Ansätze, den Immobilienmakler zu ermorden, schlugen fehl. Das erste Mal sollte er in einem inszenierten Fahrradunfall in den Vogesen sterben, beim zweiten Versuch sollten die Auftragsmörder ihn am 21. Oktober am Strand von Porto Seguro erstechen.

Tatsächlich aber wurde er vier Tage später erschossen: Diego M., der Sohn der Angeklagten Tania M., brachte das spätere Opfer gemeinsam mit Brigitte D. sowie den zwei unbekannten Auftragsmördern zu einem abgelegenen Platz, wo sich der Mord abspielte. Die Mörder sind in Brasilien weiter auf freiem Fuß.

Eine Hochzeit mit Folgen

Substitut Robert Welter, sagte, dass dieser Fall viele Spekulationen zulassen würde.

Doch ist er der Meinung, dass die beiden angeklagten Frauen sehr wohl als Auftraggeber des Mordes angesehen werden können. Er glaubt aber, dass Tania M. erst nach der Hochzeit vom Komplott gegen Henri Z. erfahren habe.

Initiatorin der Tat sei Brigitte D. Denn nur sie als Ehefrau habe einen Grund gehabt, ihren Mann aus dem Weg zu räumen: Sie wollte schneller an dessen Erbe. Denn ohne die Aussicht, in kurzer Zeit an so viel Geld zu kommen, wäre es nicht zu dieser Tat gekommen, so Welter.

Doch bezweifle er, dass Brigitte D. den Mord gemeinsam mit Diego M. ausgearbeitet habe, da beide sich kaum kennen würden. Tania M. fungierte wohl hier als Bindeglied: Mutter und Sohn seien in ständigem Kontakt gewesen. Dies gehe auch aus überwachten Telefongesprächen hervor.

Das Urteil wird am 8. Juli gesprochen.

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