Wählen Sie Ihre Nachrichten​

„André-Duchscher-Haus“ in Echternach: Abriss mit Folgen
Verschwundene Erinnerung: Das Wohnhaus von André Duchscher wurde bereits abgerissen

„André-Duchscher-Haus“ in Echternach: Abriss mit Folgen

Foto: Laura Denter
Verschwundene Erinnerung: Das Wohnhaus von André Duchscher wurde bereits abgerissen
Lokales 2 Min. 25.02.2016

„André-Duchscher-Haus“ in Echternach: Abriss mit Folgen

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Ein Haus, das eigentlich als schützenswertes Gebäude vorgeschlagen wurde, musste für den Bau 
eines neuen Projekts weichen. In Echternach erhitzen sich nach dem Abriss des André-Duchscher-Hauses 
die Gemüter.

(nas) - Es ist ein alltägliches Bild – alte Häuser werden abgerissen, neue Gebäude entstehen. Doch nicht immer sorgt das Verschwinden 
alter Bausubstanz für Begeisterung. 

So geschehen auch in 
Echternach, wo die Abrissbirne 
einen bitteren Nachgeschmack auf Seiten der DP-Opposition hinterlässt. In einer Mitteilung empört diese sich nämlich (auch im 
Namen mehrerer Bürger) über den Abriss des Hauses an der Ecke Rue André Duchscher / Rue Maximilien, in dem der Industrielle 
André Duchscher (siehe Kasten) 
einst lebte. 

„Ohne die Mitglieder des 
Gemeinderats nur im Geringsten zu informieren, geschweige denn den Echternachern eine Stimme zu 
geben, hat der Bürgermeister – ob allein oder nach Rücksprache mit seinem CSV/LSAP-Schöffenrat – eine ,Autorisation de démolition‘ eines Hauses erlassen, das zum historischen, kulturellen und 
architektonischen Erbe der Stadt gehörte“, heißt es vonseiten der DP.

Auch wenn Bürgermeister Yves Wengler allein über Baugenehmigungen bzw. Abrisse 
entscheiden könne, hätte er sich in dieser Akte absichern müssen, 
erklärt DP-Sprecher André Hartmann auf Nachfrage. 

Zu viele Fragen 
offen 

Der Hintergrund: In einer 
Bürgerversammlung zum Thema „De gebaute Patrimoine an der 
Gemeng Eechternoach“ (am 27. Oktober) befand sich dieses Haus noch auf der Liste der von „Sites et monuments“ eingestuften schützenswerten Gebäude. Mit dem Abriss des Hauses ist dieses Thema nun ad Acta gelegt worden. „Dies können wir nicht einfach so hinnehmen“, unterstreicht André Hartmann. Zu viele Fragen 
würden offen bleiben. Konkrete Antworten erwarte man sich nun in der kommenden Gemeinderatssitzung am 7. März. 

Ein Punkt, den Bürgermeister Yves Wengler sicherlich schon im Hinterkopf hat, soll dann doch die Genehmigung der „erweiterten Liste des schützenswerten Erbes“ auf der Tagesordnung stehen. 

„Ich hatte keine andere Möglichkeit“ 

Auf die Vorwürfe der DP-Opposition hin unterstreicht Wengler, dass ihm bis zur Verabschiedung dieser Liste die juristischen Mittel fehlen würden, einen Abriss zu verhindern. In diesem Zusammenhang gibt der Bürgermeister zu verstehen, dass vor seiner Mandatszeit während sechs Jahren in diesem Dossier nichts passiert sei. 

Doch gerade diese Akte liege ihm besonders am Herzen. Deshalb habe er denn auch, nach Amtsantritt vor einem Jahr, versucht diese ins Rollen zu bringen. 
Neben der Ortsbegehung mit „Sites et Monuments“ und der 
bereits erwähnten Bürgerversammlung im Oktober, sei die 
Genehmigung der Liste nun der nächste Schritt. Erst danach 
könne man solche Projekte, bei dem erhaltenswerte Gebäude 
neuen Vorhaben weichen müssten, verhindern. 

„Natürlich bedauerte ich, dass ich diese Entscheidung nehmen musste, aber ich hatte keine andere Möglichkeit“, sagt Wengler. 

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.