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An der Luxemburger Grenze: Sieben Schafe gerissen - war es ein Wolf?
Lokales 3 Min. 25.11.2016

An der Luxemburger Grenze: Sieben Schafe gerissen - war es ein Wolf?

Züchter Stijn Vandyck glaubt, dass seine Schafe von einem Wolf getötet wurden.

An der Luxemburger Grenze: Sieben Schafe gerissen - war es ein Wolf?

Züchter Stijn Vandyck glaubt, dass seine Schafe von einem Wolf getötet wurden.
Foto: Nadia Lallemant
Lokales 3 Min. 25.11.2016

An der Luxemburger Grenze: Sieben Schafe gerissen - war es ein Wolf?

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Im Bois Saint-Jean, nur rund 20 Kilometer von Luxemburg entfernt, sind sieben Schafe gerissen worden. Untersuchungen zufolge könnte ein Wolf Schuld daran sein - oder lediglich ein großer Hund.

(nal / Übersetzung: SH) - Am 22. Oktober hatten Jäger im Wald von Masbourg (B), rund 50 Kilometer von der Luxemburger Grenze entfernt, einen Wolf gesichtet. Die Augenzeugenberichte haben Stijn Vandyck, Schafszüchter im Bois Saint-Jean zwischen La Roche-en-Ardenne und Vielsalm, nur rund 20 Kilometer von Ulflingen entfernt, nicht überrascht.

Er führt die Attacke, der sieben seiner Schafe zum Opfer gefallen sind, auf einen Wolf zurück. Die Tiere hatten, so sagt er, den Hals durchtrennt und die besten Stücke wurden gegessen. "Vor zehn Jahren waren meine Schafe von einem großen Hund angegriffen worden", erklärt er. "Der Zustand der Tierkörper war damals sehr unterschiedlich. Die abgerissene Leine war rund um die toten Tiere verteilt. Nur wenig Fleisch war gegessen worden und die Schafe hatten im Halsbereich keine tiefen Wunden."

In diesem Jahr ist seine Herde bereits dreimal angegriffen worden. Der erste Angriff geht auf den 25. August zurück. Der Züchter hatte damals im Feld drei tote Schafe gefunden. Einige Wochen später wurden zwei weitere Tierleichen entdeckt. Die beiden letzten Opfer wurden Anfang Oktober gefunden.

Möglicherweise ein Wolf...

Besorgt um seine 400 Schafe, hat der Züchter diese nun unter die Überwachung seines Schäferhundes gestellt. Zudem hat er die Natur- und Forstverwaltung der Region Wallonien (DNF) kontaktiert. Zwei Untersuchungen wurden unter der Leitung des wissenschaftlichen Beauftragten Pascal Ghiette vom "Département de l'Etude du Milieu Naturel et Agricole" (DEMNA) durchgeführt.

Die Leichen jener drei Schafe, die am 25. August gefunden worden waren, wurden an die tierärztliche Fakultät der Universität von Liège übergeben. Am Campus Sart Tilman wurde eine Autopsie durchgeführt. Den Resultaten zufolge, sollen die Tiere von einem großen Canidae (Familie der Hunde) angegriffen worden sein. Einige Indizien, die für den Wolf sprechen, seien festgestellt worden, wie die tiefe Wunde, die Eingeweide, die neben den Überresten abgelegt worden waren oder die abgerissene Hinterpfote.

Der Bericht über die Schäden, die der Schafherde zugefügt wurden, Fotos vom Tatort und die Resultate der Autopsie wurden an Eric Marboutin, den Verantwortlichen des Projektes "Große Fleischfresser, Wölfe und Luchse" des ONCFS ("Office national de la chasse et de la faune sauvage") weitergeleitet. Letzterer hat den Angriff durch einen Wolf nicht ausgeschlossen.

... oder doch ein großer Hund

Eine zweite Untersuchung wurde am 2. Oktober im Bois Saint-Jean in Präsenz des Züchters und von Pascal Ghiette durchgeführt. Beide Männer haben die Gegend, in der der letzte Angriff stattgefunden hatte, nach möglichen Indizien wie Darmentleerungen oder Haaren, abgesucht. Sie blieben jedoch erfolglos. Die Überreste wurde vor Ort analysiert. "Die Beobachtungen an den beiden zuletzt getöteten Schafen weisen auf einen Angriff durch einen großen Canidae hin, schließen einen Angriff durch einen Luchs jedoch aus", heißt es in dem Bericht, der dem Züchter zugestellt wurde.

Eric Marboutin schließt den Wolf in diesem Fall aus. Den Beobachtungen zufolge, ist er der Ansicht, dass die zwei Schafe von einem großen Hund getötet wurden.

Die allgemeine Schlussfolgerung der Experten? "Angesichts der Chronologie der Ereignisse, die die gleiche Truppe am gleichen Ort betrafen, und unter dem Umstand, dass die neueste Diagnose den Angriff durch einen Wolf mit Sicherheit ausschließt, ziehen wir in diesem Fall die Schlussfolgerung, dass die Angriffe durch einen großen Hund erfolgt sind." Diese Schlussfolgerung überrascht den Züchter, der weiterhin überzeugt ist, dass ein Wolf im Spiel ist.

Kein Rudel in Belgien

Geht es unterdessen über die Rückkehr des Wolfes in Belgien, zeigt sich Pierre Wiliquet, Sprecher des wallonischen Agrarministers, sehr vorsichtig: "Wenn es als erwiesen gilt, dass ein Wolf in der Region von Nassogne gesehen wurde, handelt es sich hier aller Voraussicht nach um ein einzelnes Tier, das sein Rudel aus dem einen oder anderen Grund verlassen hat. In der Tat sollen sich Wölfe von Polen nach Deutschland und von Italien nach Frankreich bewegt haben. In Belgien bewegen sich Wölfe jedoch nicht in Rudeln. Auch wenn die Region Wallonien über 30 Prozent Waldfläche verfügt, so reicht die Dichte, nicht aus, für diese Tiere, die auf der Suche nach weitflächigen, ruhigen Räumen sind."


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