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An der A4: Eine "Motor City" in Wickringen
Ein Hotel mit 80 Zimmern, eine „indoor“ Kartpiste, Glasgaragen für Nobelkarossen, sind nur einige der Ideen der Giorgettigruppe für den Standort an der A4-Ausfahrt in Wickringen.

An der A4: Eine "Motor City" in Wickringen

(Grafik: Giorgetti)
Ein Hotel mit 80 Zimmern, eine „indoor“ Kartpiste, Glasgaragen für Nobelkarossen, sind nur einige der Ideen der Giorgettigruppe für den Standort an der A4-Ausfahrt in Wickringen.
Lokales 2 Min. 21.07.2017

An der A4: Eine "Motor City" in Wickringen

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Eine sogenannte „Motor City“ wo Ferrari, McLaren & Co in einem Glashaus gelagert werden, soll in Wickringen entstehen. Zumindest wenn es nach der Gruppe Giorgetti geht, die sich dort auch eine Zweigstelle des ACL und eine "indoor" Kartpiste vorstellen kann.

(R.B.) - Mit einer gewissen Regelmäßigkeit schafft es die doch beschauliche Ortschaft von Wickringen mit mehr oder weniger ausgefallenen Bauprojekten in die Schlagzeilen. Nun ist es wieder soweit. Während der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend wurde ein Projekt vorgestellt, das es so in Luxemburg noch nicht gibt: eine „Motor City“.

Ferrari, McLaren, und Rolls-Royce

Hier soll der Verkauf und der Unterhalt von Autos von Marken wie Ferrari, McLaren, Rolls-Royce und klassische Oldtimer und Motorräder abgewickelt werden. Vorgesehen sind Flächen auf denen Auktionen und Ausstellungen veranstaltet werden.

In einem extra konzipierten Glashaus sollen teure Oldtimer für interessierte Besucher zugänglich sein. Außerdem sollen Verkaufsflächen entstehen für Autozubehöre und entsprechende Kleidungen.

Dieses Projekt hatten die Gebrüder Marc und Paul Giorgetti dem Reckinger Schöffenrat vor zwei Wochen vorgestellt. Verwirklicht soll es auf dem früheren Areal der Gruppe Guy Rollinger werden, etwa gegenüber des Asport-Geschäftes.

"Motor City" statt Shoppingmeile

Die Giorgettigruppe hat der Rollingergruppe das 5,3 Hektar große Areal abgekauft. Letztere hatte bekanntlich beabsichtigt hier ein Einkaufszentrum zu errichten, das aber nie gebaut wurde.

Die vorherige Regierung hatte das Projekt abgelehnt, weil es sich im Grüngürtel zwischen Hauptstadt und Esch/Alzette befand. Anstelle sollte ein Einkaufszentrum in Livingen mit Fußballstadium entstehen. Doch auch dieses Projekt wurde bekanntlich nie realisiert.

Auch Hotel und Kartpiste

Doch zurück nach Wickringen. Neben der „Motor City“ plant die Giorgetti-Gruppe auch einen Frischwarenladen, zwei Restaurants, ein Hotel mit 80 Zimmern sowie eine „indoor“ Kartpiste.

Außerdem sind in separaten Gebäuden Wohnungen (11 100 Quadratmeter) und eine „Maison de soins“ (9 000 Quadratmeter) vorgesehen.

Eine ACL-Zweigstelle?

Weiter war zu erfahren, dass die Gebrüder Giorgetti mit dem Automobilklub (ACL) verhandeln, dies mit dem Ziel, in der „Motor City“ eine Zweigniederlassung des ACL für den Bezirk Süden zu eröffnen.

Laut Bürgermeister Carlo Muller findet demnächst eine Unterredung zwischen den Investoren und dem Innenminister statt, um zu sehen, inwieweit das Projekt genehmigungsfähig sein könnte. Carlo Muller zufolge befürwortet der aktuelle Schöffenrat das Projekt, genehmigt könnte es aber frühestens vom nächsten Gemeinderat werden.

Der nächste Gemeinderat muss entscheiden

Denn in Reckingen/Mess steht die nächste und letzte Gemeinderatssitzung dieser Mandatsperiode am 28. September an. Bis dorthin sei es unmöglich, die Teilbebauungspläne und die notwendige punktuelle Anpassung des allgemeinen Bebauungsplans PAG für dieses ambitiöse Projekt durch die Prozedur zu bekommen, so Muller.

Doch darauf dürfte es nun auch nicht mehr ankommen. Immerhin bedurfte es bisher vier Legislaturperioden um das Gewerbegebiet am Eingang von Wickringen längs der Escher Autobahn einer effizienten Nutzung zuzuführen. Ob dieses Projekt sich nun durchsetzen kann, muss jetzt, wieder einmal, abgewartet werden.


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