Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Am 17. Dezember 1944: Künstliches Mondlicht über den Ardennen
Lokales 17.12.2014 Aus unserem online-Archiv

Am 17. Dezember 1944: Künstliches Mondlicht über den Ardennen

Wehrmachtssoldaten ziehen einen riesigen Scheinwerfer hinter sich her.

Am 17. Dezember 1944: Künstliches Mondlicht über den Ardennen

Wehrmachtssoldaten ziehen einen riesigen Scheinwerfer hinter sich her.
FOTO: BUNDESARCHIV
Lokales 17.12.2014 Aus unserem online-Archiv

Am 17. Dezember 1944: Künstliches Mondlicht über den Ardennen

Unser heutiges Bild zur Ardennenoffensive zeigt Wehrmachtssoldaten, die einen riesigen Scheinwerfer hinter sich herziehen. Was hat es damit auf sich?

(mt) - Unter strengster Geheimhaltung sind die Vorbereitungen zur Ardennenoffensive unter verschiedenen Codenamen gelaufen, zuletzt unter dem Namen „Herbstnebel“. Der Angriffstermin wird aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse mehrmals bis auf den 16. Dezember verschoben.

Um 5.30 Uhr eröffnet die deutsche Artillerie das Feuer auf die amerikanischen Stellungen von Monschau nach Echternach. Eine Stunde später rücken die Infanteristen – begleitet von Panzereinheiten und unter dem künstlichen Flutlicht der Flak-Projektoren – in Richtung Westen.

Unser heutiges Bild zur Ardennenoffensive zeigt Wehrmachtssoldaten, die einen riesigen Scheinwerfer hinter sich herziehen. Zu Beginn der Ardennenoffensive wird ein so genanntes künstliches Mondlicht hergestellt. Das Licht wird dafür nachts gegen den Himmel hochgestrahlt und von der Wolkendecke auf feindliches Gebiet wieder zurückgeworfen. Damit gelingt es der angreifenden Armee, auch nachts zusätzlich etwas mehr Licht dahin zu bringen, wo die Gefechte stattfinden. Die Soldaten auf diesem Bild aus dem Bundesarchiv lächeln dem Fotografen entgegen. Es ist anzunehmen, dass das Bild noch vor der Ardennenoffensive entstand, als sich die Wehrmacht auf der östlichen Seite von Our und Sauer in Stellung brachte. Künstliches Mondlicht wurde übrigens auch bei der Landung in der Normandie genutzt.

Tagesverlauf

+ + + Am 17. Dezember 1944 findet ein Massaker im belgischen Malmédy statt. Eine Kampfgruppe der 1. SS-Panzer-Division „Leibstandarte SS Adolf Hitler“ unter dem Kommando J. Peipers ermordet 70 US-amerikanische Kriegsgefangene. + + + Ein weiteres Kriegsverbrechen spielt sich in einem Bauernhof in Wereth ab. Hier werden elf afroamerikansiche Soldaten an eine vier Mann starke Patrouille der 1. SS Division verraten. Die Soldaten werden misshandelt und getötet. + + + In der Nacht zum 17. Dezember springen 1 200 deutsche Fallschirmjäger aus 150 Transportmaschinen. Dabei erschwert das windige Wetter die Operation. 200 Fallschirmjäger sterben. Durch den Wind werden die Fallschirmjäger weit verstreut und so können sich an diesem Tag gerade einmal 140 von ihnen versammeln. + + + Volksgrenadiere überschreiten die Clerf bei Drauffelt und bilden dort einen Brückenkopf. + + + Volksgrenadiere stoßen nach Houffalize vor. + + +


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

29. Dezember 1944: Camouflage im Schnee
Gerade zur Interpretation von Kriegsereignissen können Bildquellen wie Fotografien bei kritischer Auswertung wertvolle Dienste leisten. Das ist auch bei diesem seltenen Bild aus der Ardennenoffensive der Fall.
Schneetarnung der US-Soldaten.
24. Dezember 1944: Briefpost an die Front
Schreiben im Krieg, Schreiben vom Krieg: Dank der Feldpost lässt sich auch 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der Ardennenoffensive ein Bild über die Kriegswirren und vor allem über den schrecklichen Alltag der Soldaten an der Front zeichnen.
Feldpost an der Front.
22. Dezember 1944: Schnee und Stahl
Das Wetter spielt in vielfacher Hinsicht eine entscheidende Rolle während der Ardennenoffensive. Schon im Sommer hat Hitler beschlossen, im Winter anzugreifen – wenn der Feind wegen Nebels „nicht fliegen kann“.
Improvisierte Schneebekämpfung der US-Army in Heiderscheidgrund.
Der 16. Dezember 1944: "Es geht ums Ganze!"
Der Tagesbefehl mit dem martialischem Aufruf „Wir greifen an!“ und das Bild eines deutschen Volksgrenadiers mit Panzerfaust in der Hand, das sind die beiden ersten Fotos einer langen Bilderreihe, mit der wir ab sofort Tag für Tag über die Ardennenoffensive vor 70 Jahren berichten werden.