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Am 1. Januar in Luxemburgs Gemeinden: Fusionen werden Realität
Lokales 3 Min. 31.12.2017

Am 1. Januar in Luxemburgs Gemeinden: Fusionen werden Realität

Luc EWEN
Luc EWEN
Am Neujahrstag um Mitternacht werden sechs Luxemburger Gemeinden von der Landkarte verschwinden. Dafür entstehen aber auch drei neue.

(ns /L.E./vb) - Am Neujahrstag um Mitternacht werden sechs Luxemburger Gemeinden von der Landkarte verschwinden. Dafür entstehen aber auch drei neue. Ein Überblick aus drei Wahlbezirken:

Zentrum: Aus Boewingen und Tüntingen wird Helperknapp

(ns) - Am Montag gehören die beiden Gemeinden Boewingen und Tüntingen der Geschichte an. Zumindest auf dem Papier. Denn vom 1. Januar an werden die Kommunen unter dem Namen Gemeinde Helperknapp zusammenarbeiten.

Bereits am 25. Mai 2014 hatten die Bürger der Fusion in einem Referendum zugestimmt. In Boewingen hatten sich 69,51 Prozent der Einwohner für den Zusammenschluss ausgesprochen, in Tüntingen waren es 64,09 Prozent. Einstimmig gaben daraufhin auch die beiden Gemeinderäte grünes Licht für die Fusion.

Die neue Gemeinde Helperknapp, die ihren Sitz in Tüntingen haben wird, vereint künftig die Ortschaften Ansemburg, Bill, Boewingen, Bour, Brouch, Buschdorf, Finsterthal, Grevenknapp, Hollenfels, Marienthal, Openthalt und Tüntingen. Bürgermeister ist das bisherige Gemeindeoberhaupt aus Boewingen, Paul Mangen. Ihm zur Seite stehen die Schöffen Christiane Eicher-Karier (ehemalige Bürgermeisterin von Tüntingen), Jean-Claude Mathekowitsch und Patrick Ludwig.

In der Vergangenheit wurde bereits zusammen mit der Gemeinde Simmern eine gemeinsame Kinderkrippe gebaut. Das erste geplante Projekt nach der Fusion wird der Bau einer neuen Zentralschule in Brouch sein. Das Gebäude, in dem 580 Schüler unterrichtet werden können, soll voraussichtlich zur „Rentrée“ 2021 in Betrieb genommen werden. Auf dem gleichen Areal ist ebenfalls die Verwirklichung einer neuen Sporthalle vorgesehen.

Süden: Simmern und Hobscheid fusionieren am Neujahrstag

(L.E.) - Der Countdown läuft – und das nicht nur für Fetengänger. Denn mit dem morgigen Jahreswechsel hört um Mitternacht nicht nur das Jahr 2017 auf zu existieren, sondern auch die beiden Gemeinden Simmern und Hobscheid. An ihre Stelle tritt die neue Gemeinde Habscht.

Ab Mitternacht übernimmt am Neujahrstag somit auch der neue Schöffenrat um Bürgermeister Serge Hoffmann (CSV) die Führung in der Fusionsgemeinde. Während der kommenden sechs Jahre wird deren Fusionsgemeinderat aus mehr Mitgliedern bestehen, als aufgrund der Einwohnerzahl eigentlich üblich wäre. Grund hierfür ist unter anderem, dass die beiden bisherigen Gemeinden am 8. Oktober noch jeweils einen eigenen Gemeinderat gewählt haben. In Simmern wurden vier Mitglieder nach dem Majorzsystem gewählt und in Hobscheid elf nach dem Proporzsystem. Im Fusionsgemeinderat ergibt sich daraus folgende Sitzverteilung: CSV Hobscheid: acht Sitze, Unabhängige aus Simmern: vier Sitze, DP Hobscheid: zwei Sitze und LSAP Hobscheid: ein Sitz.

Auch wenn die CSV Hobscheid somit eigentlich über die absolute Mehrheit verfügt, holte man sich für den neuen Schöffenrat doch mit Manou Decker ein Majorz-Ratsmitglied aus Simmern mit ins Boot. Die erste Schöffenratssitzung ist bereits für kommende Woche anberaumt. Der Sitz der neuen Gemeinde Habscht ist in Eischen.

Osten: Fusion von Rosport und Mompach tritt in Kraft

(vb) - Am 1. Januar beginnt ein neues Kapitel im äußersten Osten des Landes. Mit der Fusion von Rosport und Mompach entsteht eine neue Gemeinde mit 3 500 Einwohnern, verteilt auf 13 Ortschaften. Für die Bürger ist die augenfälligste Veränderung, dass die Gemeindeverwaltung von Mompach ins Rathaus von Rosport, die Villa Tudor, einzieht. „Dort haben wir schon Vorkehrungen getroffen. Für die neuen Kollegen gibt es genügend Platz“, sagt Gemeindesekretär Claude Osweiler. Bürger sollen viele Verwaltungsvorgänge auch online erledigen können. Das ehemalige Rathaus in Mompach wird zum Umwelt- und Erlebniszentrum „Um Buer“ umgestaltet. Eine weitere Folge der Fusion ist, dass Rosport-Mompach drei Schöffen hat. 2023 wird dann nach dem Proporzsystem gewählt.

Keine Veränderungen wird es im Schulwesen geben. Alle Kinder besuchen,  wie bisher, ihre gewohnte Schule. Fusioniert werden die Feuerwehren der beiden Gemeinden. Die Zentren in Osweiler, Born-Moersdorf und Steinheim bleiben bestehen. Die Vereine können ihren Aktivitäten unverändert nachgehen. Für den öffentlichen Verkehr hat Bürgermeister Romain Osweiler in einem Interview mit dem LW angekündigt, dass die Ortschaften „ënnert dem Bierg“ und „iwwert dem Bierg“ besser vernetzt werden sollen. Bereits im April 2016 hatten die Bürger über eine Fusion abgestimmt. Dabei war die Zustimmung in Rosport mit 80 Prozent überwältigend. Auch in Mompach gab es mit 65 Prozent eine große Mehrheit.

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