"Alupse bébé"

Wiegen, nicht schütteln

Foto: Chris Karaba

(LV) - In einem modernen Land wie Luxemburg haben fünf Prozent der Frauen Schwierigkeiten in der Schwangerschaft, so Roland Seligmann, Kinderarzt und Präsident von „Alupse bébé“.

Diese Schwierigkeiten erhöhen nach der Geburt das Risiko, dass Probleme in der Bindung zwischen Mutter und Kind auftreten können; Probleme, die im schlimmsten Fall zu Handlungen führen, die die Gesundheit des Säuglings gefährden.

Prävention gegen Misshandlung von Babys

Die Organisation „Alupse bébé“ präsentierte Mittwoch die Kampagne „Ne jamais secouer un bébé!“. Ziel ist es, junge werdende Eltern darauf aufmerksam zu machen, dass Babys nicht geschüttelt werden dürfen, weil dies zu sehr schweren, dauerhaften Verletzungen führen kann. Die Kampagne wird vom Gesundheitsministerium und dem „Lions Club Glasburen“ unterstützt.

Seit zehn Jahren unterstützt „Alupse bébé“ zukünftige Eltern und fördert die Entwicklung zwischen Eltern und ihrem heranwachsendem Kind. Seit dem 22. November und noch bis zum 23. Januar zieren Plakate der Kampagne die Busse in der Hauptstadt und im Süden des Landes. Zusätzlich wurden 5 000 Flyer in Krankenhäusern, Kindergärten und in den Wartesälen verschiedener Arztpraxen verteilt.

Die Flugblätter klären darüber auf, dass Kleinkinder aus verschiedenen Gründen schreien und weinen können, zum Beispiel, weil sie Hunger haben oder müde sind. Um das Baby zu beruhigen, sollte es jedoch niemals geschüttelt werden.

Der Kinderarzt unterstreicht, dass Schütteln nicht mit Wiegen gleichzusetzen ist. Ein Schütteltrauma erfolgt, wenn der Kopf des Kindes extrem nach hinten und nach vorne geschleudert wird. Roland Seligmann erklärt weiter: „Man kann nicht sagen, dass die Eltern, um die wir uns kümmern, schlechte Menschen sind. Sie haben Schwierigkeiten mit dem Elternsein und unsere Rolle ist es, diese zu erkennen und ihnen unsere Hilfe anzubieten.“

Ein Schütteltrauma kann tödlich enden

Valérie Dupong, Anwältin und Vorstandsmitglied von „Alupse bébé“, erklärt viele junge Eltern seien sich nicht bewusst, dass das gewaltsame Schütteln ihres Kindes zu lebensgefährlichen Verletzungen führen kann. Es gebe Kinder, die wegen einer solchen Misshandlung heute blind, taub oder intellektuell beeinträchtigt seien. Aber leider würden die meisten Gerichtsverfahren ins Leere laufen, denn es sei sehr schwer, mangels Beweisen den Autor der schweren Körperverletzung zu überführen.

Roland Seligmann sagt, dass in Luxemburg in den vergangenen zehn Jahren zwei Kinder an den Folgen eines Schütteltraumas gestorben sind.