Alte Masche, neue Opfer

Warnung vor dem "Wash-Wash"-Trick

Die Polizei betont: Es ist nicht möglich, mithilfe von Chemikalien Geld zu vervielfältigen.
Die Polizei betont: Es ist nicht möglich, mithilfe von Chemikalien Geld zu vervielfältigen.
Foto: DPA

(tom/LW) - Die Kriminalpolizei hat in Diekirch zwei Trickbetrüger verhaftet, die mit dem sogenannten "Wash-Wash"-Trick zu Geld kommen wollten.

Der Trick ist uralt, taucht alle paar Jahre auf und hat wie fast jede Betrugsmasche verschiedene Varianten. Beim "Wash-Wash"-Trick wurden schon immense Geldsummen ergaunert. Und das geht so:

Dem Opfer wird weisgemacht, die Betrüger könnten mit dubiosen Chemikalien und unbedrucktem Banknoten-Papier Falschgeld herstellen. Alternativ: Man verfüge über eine große Summe am Zoll vorbei eingeführtes Bargeld, das einen weiten Weg hinter sich habe und zum einfacheren Schmuggel schwarz eingefärbt wurde - "Schwarzgeld" im doppelten Sinne also. Mit der Schwarzfärbung seien die Scheine wertlos - zum "Abwaschen" brauche man wieder die Wunder-Chemikalie und jeweils einen echten Geldschein, quasi als Beschleuniger.

Wer das glaubt, dem versprechen die Betrüger eine hohe Rendite - bis zu zwei Drittel der dann nicht mehr schwarzen Scheine soll das Opfer bekommen, so die gängigsten Berichte über die Wash-Wash-Methode.

Natürlich ist die Schwarzfärbung zu Schmuggelzwecken Unsinn - die präparierten Scheine sind mit Jod eingefärbt, das Pulver ist meistens Vitamin C, das das Jod farblos werden lässt. Zu zwei ebenso schwarzen wie gefälschten Scheinen kommt ein sauberer des Opfers, "Chemikalie" dazu, Alufolie drum und kräftig draufdrücken. Die beiden schwarzen Scheine sind sauber - die bekommt das Opfer. Der echte Schein ist für den Betrüger. Hunderttausende Euro haben auf diese Art schon den Besitzer gewechselt.

"Wash-Wash" in Diekirch

In Diekirch hat sich nun offenbar in einem Privathaushalt die "Schwarzgeld"-Variante abgespielt.  Die Diekircher Kriminalpolizei setzte dem Treiben jedoch zusammen mit der Spezialeinheit am Donnerstag ein Ende.

Laut Polizeimeldung hatten zwei Trickbetrüger behauptet, mit Hilfe von speziellen Flüssigkeiten, Alufolie und weißem Pulver "echte Geldscheine verdreifachen zu können". Konkret drehte es sich um 15.000 Euro aus denen 45.000 werden sollten - mutmaßlich, weil 30.000 falsche Euro vorher schwarz gefärbt waren. Daraus wurde nichts, statt dreifacher Falschgeldsumme erwarteten die Täter jeweils ein echtes Paar Handschellen. Die beiden wurden am Freitag der Untersuchungsrichterin in Diekirch vorgeführt. Ihr Fahrzeug sowie sämtliche Utensilien wurden beschlagnahmt.

In diesem Zusammenhang mahnt die Polizei zur Vorsicht: Es handelt sich vorrangig um aus afrikanischen Ländern stammenden Täter, die Kontakt zu Personen in Europa aufnehmen und mit dubiosen Argumenten Bargeld von potentiellen Opfern erhalten wollen, um es mit Hilfe von Manipulationen mit irgendwelchen Substanzen "zu vervielfältigen".

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