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Allgemeines Flaschenpfand kommt
Lokales 2 Min. 23.09.2020

Allgemeines Flaschenpfand kommt

Bis 2030 soll in Luxemburg kein Müll mehr auf Deponien verbracht werden.

Allgemeines Flaschenpfand kommt

Bis 2030 soll in Luxemburg kein Müll mehr auf Deponien verbracht werden.
Foto: Tessy Hansen/LW-Archiv
Lokales 2 Min. 23.09.2020

Allgemeines Flaschenpfand kommt

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Umweltministerin Carole Dieschbourg will das Müllvolumen mit einer Reihe von Maßnahmen drastisch verringern.

Das Umweltministerium will in Sachen Müllvermeidung Ernst machen: Mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen soll die Strategie „Null Offall Lëtzebuerg“ umgesetzt werden. „Wir wollen bis 2030 keine Haushaltsabfälle mehr in Deponien endlagern“, so Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng). Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Umweltamt eine ganze Reihe von Workshops mit Spezialisten aus der Abfallbranche, aber auch mit interessierten Bürgern abgehalten.

Daraus ergaben sich vier große Themenbereiche: Boden, Wälder  und Gewässer besser schützen, gekaufte Waren besser nutzen, Produkte sinnvoll einsetzen und Gebäude so auf- und wieder abbauen, dass möglichst wenige Rohstoffe verbraucht werden. Den gesetzlichen Rahmen dazu setzen insgesamt fünf EU-Direktiven sowie ein Paket von fünf Gesetzen und zwei großherzogliche Reglemente. 


Littering: Sorgen ums Entsorgen
Vermüllung ist seit Jahren hierzulande ein Problem – nun häufen sich scheinbar seit Beginn der Corona-Krise die Vorfälle.

Pfand für Dose und Kunststoffflasche

So wird künftig ein allgemeines Pfand auf Getränkebehälter eingeführt, neben Glas wie bisher werden also auch Dosen und Kunststoffflaschen gegen ein Entgelt wieder  zurückgenommen. Das in den letzten Jahre stark verbreitete Phänomen des Littering soll dadurch gestoppt werden.  „Wir müssen dies allerdings erst noch mit den Zulieferern aus Belgien und den Niederlanden absprechen“, so Dieschbourg.

Zudem werden Geldstrafen für Umweltvergehen und illegales Entsorgen von Müll deutlich erhöht. Hersteller, deren Produkte zum Littering beitragen, werden künftig bei den Reinigungskosten der Straßenränder zur Kasse gebeten.  Zudem dürfen Wurfsendungen nur noch auf ausdrücklichen Wunsch der Kunden zugestellt werden, um so die enormen Papiermüllberge zu verhindern. Das Platzieren von Werbeschriften hinter den Scheibenwischern von Autos wird generell verboten. 

Aus für Mikrokunststoffe

Verboten werden auch sogenannte Mikrokunststoffe, die insbesondere in Kosmetikprodukten verwendet werden und auch aus Kleidern ausgewaschen werden. „Hier werden insbesondere EU-Verordnungen zum Tragen kommen, die die Problematik auf Herstellerebene angehen“, so Dieschbourg. „Wir wollen generell die Produzenten in die Verantwortung nehmen und mit ihnen zusammen nach Lösungen suchen.“    

Um die Vergeudung von Lebensmitteln zu bremsen, müssen die Händler künftig einen Präventionsplan erstellen. Zudem sollen überflüssige Verpackungen weitestgehend verboten werden: Dazu gehören zum Beispiel Einzelverpackungen von Obst und Gemüse. Das Ende droht generell Kunststoffobjekten zum einmaligen Gebrauch, wie Wegwerftellern und Besteck.  

National harmonisiertes Recyclingsystem

Zugleich soll das Recyclingsystem verbessert werden: Recyclingzentren sollen zu „Centre de ressources“ werden, in denen die Wiedernutzung im Vordergrund steht. Weiter soll ein nationales Konzept mit gemeinsamen Standards für diese Zentren erarbeitet werden. Im gleichen Moment werden die Abholsysteme wie braune und grüne Tonne landesweit harmonisiert. 

Bisher ist das Ganze noch eine Strategie. Die Umweltministerin ließ aber keinen Zweifel daran, dass diese Vorschläge mittelfristig umgesetzt werden sollen. So soll der Recyclinganteil beim Hausmüll von heute 50 Prozent bis 2035 auf 65 Prozent steigen. Beim Verpackungsmüll soll dieser Anteil bis 203o sogar 70 Prozent erreichen.                

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