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Allerheiligen: Öffentliche Gräbersegnung wegen Corona abgesagt
Lokales 2 Min. 23.10.2020

Allerheiligen: Öffentliche Gräbersegnung wegen Corona abgesagt

Die Friedhöfe dürfen weiterhin zu jedem Moment besucht werden. Dies unter Berücksichtigung der sanitären Schutzmaßnahmen.

Allerheiligen: Öffentliche Gräbersegnung wegen Corona abgesagt

Die Friedhöfe dürfen weiterhin zu jedem Moment besucht werden. Dies unter Berücksichtigung der sanitären Schutzmaßnahmen.
Foto: Chris Karaba
Lokales 2 Min. 23.10.2020

Allerheiligen: Öffentliche Gräbersegnung wegen Corona abgesagt

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Wie Kardinal Jean-Claude Hollerich auf einer Pressekonferenz am Freitag verkündete, sei die Entscheidung eine Folge der hohen Infektionszahlen.

Die steigenden Corona-Infektionszahlen bereiten dem Bistum Sorge. Zusammenhalt in der Gesellschaft sei nun gefragt und man könne nicht einfach so tun, als sei alles normal. Aus diesem Grund hatte Kardinal Jean-Claude Hollerich am Freitag zu einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz geladen.

„Mit Blick auf die Gesundheit der Menschen, besonders der gefährdeten Personen, habe ich heute Morgen nach Absprache mit dem Bischofsrat entschieden, dass die geplanten öffentlichen Gräbersegnungen an Allerheiligen und Allerseelen abgesagt werden“, verkündete er. Auch die, welche aus praktischen Gründen vor oder nach dem 1. und 2. November stattfinden sollten. Bereits angekündigte Gottesdienste für Allerheiligen und Allerseelen sollen jedoch stattfinden, sofern dies möglich ist. Das publizierte Gottesdienstprogramm wird von den Pfarreien angepasst und aktualisiert. In den Kirchen müssen jedoch entsprechende Schutzmaßnahmen genommen werden.

Gräbersegnung im Stillen 


Lokales, GrŠbersegnung an Allerseelen auf dem Cimetiere Notre-Dame in Limpertsberg, mit Kardinal Jean-Claude Hollerich, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Gräbersegnung: Jeder Mensch ist einzigartig
Auch auf dem Liebfrauenfriedhof in Limpertsberg wurden die Gräber gesegnet. Kardinal Jean-Claude Hollerich präsidierte die Feier.

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, da es sich um eine Gewohnheit handelt, die tief in der luxemburgischen Gesellschaft verankert ist. Die Tradition ist vielen Leuten wichtig, egal wie eng sie sich der Kirche verbunden fühlen“, unterstrich Kardinal Hollerich. Er denke hier auch besonders an die Menschen, die aufgrund der Pandemie eine geliebte Person verloren haben und sei sich bewusst, dass ihnen nun möglicherweise eine Form des Ausdrucks ihrer Trauer genommen werde. Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen ließen dem Bistum aber keine andere Wahl. „Das heißt aber nicht, dass die Verstorbenen vergessen sind. Es heißt auch nicht, dass keine Segnung stattfindet. Sie ist nur nicht öffentlich“, erklärte Jean-Claude Hollerich. 

Die Geistlichen sind demnach aufgerufen, alle Friedhöfe um Allerheiligen zu segnen. Dies allerdings ohne Veröffentlichung der Uhrzeit und ohne die Präsenz von Menschen. Der Kardinal wies desweiteren darauf hin, dass es nicht verboten ist den Friedhof zu besuchen: „Wenn die sanitären und rechtlichen Umstände es erlauben, lade ich die Menschen dazu ein, alleine die Gräber ihrer lieben Verstorbenen aufzusuchen und zu dekorieren. Dies zu einem Moment um Allerheiligen, der ihnen selbst freisteht“. 

Schlimmeres verhindern 

Die Pfarreien werden aufgerufen, an Allerheiligen und Allerseelen um 12.05 Uhr die Glocken während fünf Minuten zu läuten. Dies als Zeichen des Gedenkens an alle Verstorbenen und besonders auch an die Opfer der Corona-Pandemie. Auf der Internetseite www.cathol.lu wird das Bistum in den kommenden Tagen einige Gebete bereitstellen, die beim Gedenken helfen können. Auch eine Videobotschaft von Kardinal Hollerich wird dort zu finden sein. Außerdem wird er an Allerseelen einen Gottesdienst für alle Verstorbenen in der Kathedrale abhalten. 

Es müsse jetzt Verantwortung übernommen werden und auch die Kirche will ihren Teil dazu beitragen. „Gerade ältere Menschen, die sich möglicherweise durch den Zustand bedroht fühlen, müssen, wenn sie dies wollen, aber einen geistlichen Beistand finden“, betont Jean-Claude Hollerich. „Wir haben seit dem Anfang der Krise gelernt, dass es nicht nur darum geht, die Ökonomie am Laufen zu halten. Auch wenn dies wichtig ist. Sondern, es geht ebenfalls um die psychologische und seelische Gesundheit der Menschen.“ Zu der seelischen Gesundheit gehöre auch eine religiöse Ausführung und es sei schlimm, wenn es wieder soweit komme, dass Menschen ohne den gewünschten religiösen Beistand sterben müssten. 

 www.cathol.lu

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