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Alkoholkontrolle: Bitte ins Röhrchen pusten

Alkoholkontrolle: Bitte ins Röhrchen pusten

Foto: Pierre Matgé
Lokales 9 09.02.2018

Alkoholkontrolle: Bitte ins Röhrchen pusten

Die Polizei macht zur Karnevalszeit Ernst. Zum Auftakt der Feierlichkeiten wurden am Fetten Donneschden über 100 Autofahrer einem Atemlufttest unterzogen.

Von Maximilian Richard

Weiße Wolken steigen aus dem Mund des Polizeibeamten. Er scharrt mit seinen Füßen, wechselt mit seinen Kollegen ein paar Wörter. Es ist bereits einige Minuten her, dass ein Fahrzeug durch Hagen gefahren ist. Schließlich erscheint dann doch im Dunkeln ein Licht. Ein weiteres Auto nähert sich der Polizeikontrolle. Der Beamte winkt mit seinem Leuchtstock, bis das Fahrzeug schließlich vor ihm zum Stehen kommt.

„Gudden Owend“, grüßt ein anderer Polizist den Fahrer bestimmt, aber freundlich. Während einer seiner Kollegen die Fahrzeugpapiere überprüft, hält er ihm einen Alkoholtest hin. Einmal lange ins Röhrchen pusten, heißt es nun. Die Auswertung dauert nur wenige Sekunden – 0.00, so der Wert auf dem Bildschirm. Der Fahrer ist nüchtern, seine Papiere in Ordnung. Er darf seine Fahrt fortsetzen.

Zur Karnevalszeit führt die Polizei hierzulande vermehrt Alkoholkontrollen durch. In der Nacht zu Freitag, am Fetten Donneschden, hatte die Staatsanwaltschaft sowohl in Hagen als auch in Steinfort eine groß angelegte Kontrolle angeordnet. Denn im nahe gelegenen Hobscheid fand zur gleichen Zeit eine Karnevalsveranstaltung statt.

Nur im Rahmen solcher angeordneter Kontrollen dürfen die Polizisten nämlich jeden Verkehrsteilnehmer kontrollieren. In allen anderen Fällen muss ein Anzeichen von Trunkenheit beim Fahrer bemerkbar sein.

„Wir können überall stehen“

„Es geht nicht darum, möglichst viele Autofahrer betrunken am Steuer zu erwischen. Wir wollen Präsenz zeigen“, sagt André Schaack, Chefkommissar bei der Direction des opérations et de la prévention der Polizei. Deshalb decke die Polizei wie in Hagen auch die sogenannten Schleichwege ab. „Wir können überall stehen“, so Schaack.

Insgesamt wurden in der Nacht zu Freitag knapp 100 Fahrer kontrolliert – acht Mal fiel der Alkoholtest positiv aus. Sechs Fahrer müssen nun mit juristischen Konsequenzen rechnen – drei zukünftig wohl ohne ihren Führerschein auskommen.

Insgesamt 1 807 Führerscheine zogen die Polizeibeamten im vergangenen Jahr an Ort und Stelle ein. Ganze 80 Prozent der Fälle standen im Zusammenhang mit übermäßigem Alkoholkonsum. 1 455 Mal waren die Fahrer betrunken und wiesen einen Alkoholpegel von mindestens 1,2 Promille auf. Seit Jahresbeginn wurden Polizeisprecher Frank Stoltz zufolge bereits über 100 Führerscheine wegen Alkohol am Steuer eingezogen.



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