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Al Avenue: Ein Nadelöhr macht dicht

Al Avenue: Ein Nadelöhr macht dicht

Bild: Pierre Matgé
Lokales 10 2 Min. 14.05.2019

Al Avenue: Ein Nadelöhr macht dicht

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Eng, enger, Gare: Die hauptstädtische Avenue de la Gare bleibt für immer für den motorisierten Individualverkehr geschlossen. Sie bleibt nun Bussen, Radfahrern und Fußgängern vorbehalten.

Für ein Verkehrschaos mit Rückstau bis in die Route de Thionville in Howald sorgte am Montag die neue Verkehrsführung im hauptstädtischen Bahnhofsviertel.

Die jetzige Situation in der Avenue de la Gare gefällt nicht jedem, wird aber von Dauer sein. 


Lebensgefährliche Fahrlässigkeit
„Dir kritt jo Är Vëlospist“ wird seit Jahren versprochen und damit sollen dann alle Probleme gelöst sein.

Seit Sonntag dürfen nur noch Busse den Abschnitt zwischen der Rue du Fort Neipperg und der Rue Jean Origer in der Avenue de la Gare befahren. In der Gegenrichtung ist es den Anrainern und Lieferanten gestattet, bis zur Rue du Fort Neipperg zu fahren, respektive über diese Straße ihre Fahrt fortzusetzen. 

Laut den Stadtverantwortlichen bleibt diese Strecke in der Avenue de la Gare für immer für den motorisierten Individualverkehr geschlossen.   

Die vermeintlichen Gewinner, die Radfahrer, für die ein bidirektionaler Radweg durch die Al Avenue bis zur Rue du Fort Bourbon eingerichtet wurde, sind scheinbar die Verlierer. 

Viele von ihnen fanden sich gestern nicht in den neuen Infrastrukturen zurecht, weil insbesondere der Zugang schwer zu finden ist.

Viele Radler setzten ihren Weg wohl deswegen über die Busspur fort. An der Kreuzung mit der Rue Origer wurden sie dann freundlich von Mitarbeitern der Stadt Luxemburg belehrt.

Zwei Tage unter Aufsicht

„Bislang läuft es ziemlich gut“, meinte Yves Weimerskirch, Mitarbeiter bei den Autobus de la Ville de Luxembourg, kurz vor 8 Uhr. „Bei größeren Änderungen sind wir an den beiden ersten Tagen vor Ort.

Wie viele Verkehrsteilnehmer sich an die Vorgaben auf den Schildern und unsere Hinweise halten, ist allerdings nicht gewusst“, meinte er.

Keine fünf Minuten später waren die ersten, größeren Verkehrsstockungen an der Gabelung Avenue de la Liberté – Avenue de la Gare zu beobachten.

Lieferanten und Autofahrern, die von der Nei in die Al Avenue einbiegen wollten, war der gewohnte Weg versperrt. Sie mussten den Ausweg aus dem Stau wohl oder übel über den Pont Buchler und die Rocade de Bonnevoie antreten.

Der neue Radweg soll Radfahrern einen sicheren Weg vom Bahnhof zur Oberstadt ermöglichen.
Der neue Radweg soll Radfahrern einen sicheren Weg vom Bahnhof zur Oberstadt ermöglichen.
Foto: Pierre Matgé

Autofahrer, die trotz Verbotsschild in die Al Avenue einfahren wollten, mussten wenden und es über den gleichen Weg versuchen, wobei die Wendemanöver den Verkehrsfluss nicht gerade förderten.

Zeitweise waren auch Polizeibeamte vor Ort und erteilten Anweisungen.

Neue Baustelle in der Nei Avenue

Grund für die Änderung ist die nächste Phase der Trambaustelle in der Avenue de la Liberté, die am Montag begann. Dort stehen nur mehr zwei Fahrspuren für den motorisierten Individualverkehr zur Verfügung. Die Autobusspur in Richtung Oberstadt existiert nicht mehr.


Lokales, Baustelle Tram, chantier, tramway, avenue de la gare et avenue de la liberté, Mobilität,  photo Anouk Antony
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Stattdessen werden in den kommenden Monaten auf dem Abschnitt zwischen Place de la Gare und Place de Paris die unterirdischen Netze (Trinkwasser, Schmutz- und Regenwasserkanal, Gas, Strom, Fernwärme und Glasfaser) erneuert und verstärkt.

2020 wird es noch enger

Anfang nächsten Jahres, wenn am Straßenunterbau gearbeitet wird, startet eine weitere wichtige Bauphase.

Im Frühjahr fängt die Verlegung der Tramplattform an, Arbeiten, die rund fünf Monate dauern werden.

Danach folgt der Straßenbau. Während der beiden letzten Etappen werden die Autofahrer sich dann mit einer Fahrspur in der Avenue de la Liberté Richtung Bahnhof begnügen müssen.


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