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Kampf dem Fluglärm
Lokales 2 Min. 07.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Aktionsplan gegen Lärm

Kampf dem Fluglärm

Jede Menge Verkehr: Mit der Aktivität wächst auch die Lärmbelästigung.
Aktionsplan gegen Lärm

Kampf dem Fluglärm

Jede Menge Verkehr: Mit der Aktivität wächst auch die Lärmbelästigung.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 07.02.2017 Aus unserem online-Archiv
Aktionsplan gegen Lärm

Kampf dem Fluglärm

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Der Flughafen Findel wächst und wächst. Und mit ihm auch der Lärm. Das Ministerium für nachhaltige Entwicklung will jetzt gegensteuern.

Von Jacques Ganser

Dass Lärm, besonders während der Nachtzeit, die Gesundheit des Menschen ernsthaft schädigt, ist erwiesen. Die Einwohner aus den Flughafen-Anliegergemeinden können ein Lied davon singen. Alleine nachts sind mehr als 29.000 Menschen vom Findel-Fluglärm betroffen, dies trotz des Nachtflugverbots. Wegen des zur Zeit rasanten Wachstums des Flughafens Findels ist kaum Besserung zu erwarten.

Mit der Vorstellung des Aktionsplans zum besseren Lärmschutz rund um den Flughafen wollten der Minister für nachhaltige Entwicklung François Bausch und sein Staatssekretär Camille Gira gegensteuern.

Erste Feststellung: besonders die Anzahl der Nachtflüge nervt die Anwohner. 2016 wurden insgesamt 1.194 Landungen zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr gezählt, dazu weitere 786 Starts. "Auch die Landungen machen Lärm", so die Vertreter der Interessenvereine und Bürgerinitiativen. Ein Problem, dessen sich Staatssekretär Camille Gira bewusst ist.

Cargolux ist nachtaktiv

Vor allem Cargolux darf nachts landen, bei Luxair gibt es nur  im Falle von Verspätungen grünes Licht. "Wir haben aber in erster Linie die Zahl der Spezialgenehmigungen, der sogenannten "dérogations", systematisch zurückgeschraubt. Diese gingen von 215 im Jahre 2010 auf jetzt 95 zurück. Zudem setzen die Gesellschaften vermehrt hochmodernes Fluggerät ein, welches den Lärm deutlich reduziert".

In der Tat haben die neuen Boeing-Modelle der Cargolux, die Bombardier der Luxair oder die neue Boeing 737 Max der polnischen LOT ein deutlich besseres Lärmprofil als ältere Maschinen. Zudem wird die höhere Passagierzahl durch größerer Flugzeuge aufgefangen. Daher steigt die Zahl der Flugbewegungen nach Angaben von Luxairport nicht in gleichem Maße zunehmen.

Paket an Maßnahmen

Weitere Maßnahmen sind die Umstellungen der Anflugkorridore, das Einschränken von Triebwerkstestläufen sowie Geldstrafen bei Nichteinhalten der Lärmschutzbestimmungen.

Gira verweist aber auch auf maßvolles Wachstum: "Minister François Bausch hatte eine Anfrage eines  Cargo-Anbieters, welcher in Liège aktiv ist. Er wollte seine gesamte Flotte nach Luxemburg verlegen. Dies unter der Bedingung, dass das Nachtflugverbot aufgehoben wird. Bausch hat dies aber verweigert."

Lärm machen aber auch die Freizeitpiloten. Vor allem wegen des Einsatzes älterer Flugzeugmodelle gab es Beschwerden. Hier könnte eine Anpassung der Platzrunde südlich des Werkes von Dupont bereits Abhilfe schaffen. Über spezielle Übereinkünfte verpflichten sich die Clubs zudem, die Auflagen einzuhalten und Beschwerden entgegenzunehmen.      

Im Rahmen des Aktionsplans sollen auch die neuen Geräuschmessungen ausgewertet werden. Die aktuellen Daten stammen aus dem Jahre 2011. "Wir hoffen, die neuen Geräuschkarten noch vor dem Sommer zu erhalten. Dann kann man klar sehen, wie sich die Situation entwickelt hat".

Im Rahmen der öffentlichen Anhörung sind erst mal die Bürger gefragt. Sie können ihre Beschwerden und Feststellungen innerhalb der nächsten zwei Monate unter programme-air@aev.etat.lu einreichen. 


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