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Aktionsplan bald fertiggestellt
Lokales 26.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Bekämpfung der Prostitution

Aktionsplan bald fertiggestellt

Luxemburg will zur Bekämpfung der Prostitution ein eigenes Modell ausarbeiten.
Bekämpfung der Prostitution

Aktionsplan bald fertiggestellt

Luxemburg will zur Bekämpfung der Prostitution ein eigenes Modell ausarbeiten.
Foto: Shutterstock
Lokales 26.04.2016 Aus unserem online-Archiv
Bekämpfung der Prostitution

Aktionsplan bald fertiggestellt

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
In Frankreich droht Freiern beim Besuch von Prostituierten künftig eine Geldstrafe von 1.500 Euro. Dadurch könnte sich ein Teil der Kundschaft nach Luxemburg verlagern.

(ml) - Für Freier ist gekaufter Sex in Frankreich künftig strafbar. Beim Besuch von Prostituierten droht ihnen eine Geldstrafe von 1.500 Euro. Für Wiederholungstäter sind Geldstrafen von bis zu 3.500 Euro vorgesehen.

Prostituierte müssen unterdessen nicht mehr befürchten, wegen des Anwerbens von Kunden verurteilt zu werden. Vor rund zwei Wochen billigte die französische Nationalversammlung in letzter Lesung ein neues Gesetz zur Bekämpfung des horizontalen Geschäfts. Die Debatte zog sich über mehr als zwei Jahre hin.

Frankreich ist mit der neuen Regelung keineswegs Vorreiter auf diesem Gebiet. In Schweden werden Freier seit 1999 bestraft. Auch Norwegen, Island und Großbritannien haben einen ähnlichen Weg eingeschlagen. Die CSV-Abgeordnete Françoise Hetto wollte in einer parlamentarischen Anfrage u. a. erfahren, ob nicht auch Luxemburg daran denke, seine Gesetzgebung anzupassen.

Im Verborgenen arbeiten

Gesundheitsministerin Lydia Mutsch bezieht diesbezüglich nicht deutlich Stellung. "Die luxemburgische Regierung nimmt die Abstimmung in der Nationalversammlung zur Kenntnis", heißt es lediglich in der Antwort. Die Ministerin gibt zu bedenken, dass das neue Modell auch in Frankreich aufgrund seines widersprüchlichen Inhalts teilweise umstritten sei.

Vereinigungen wie "Médecins du Monde" hätten argumentiert, dass Prostituierte dazu neigen könnten, noch mehr im Verborgenen zu arbeiten, um ihre Kunden vor Ärger mit der Justiz zu schützen. Deshalb könnte es für die Ordnungshüter schwieriger werden, die Sicherheit der Prostituierten zu gewährleisten.

Eigenes Modell

Davon auszugehen, dass man problemlos ein ausländisches Konzept eins zu eins in Luxemburg übernehmen kann, könnte sich als Trugschluss erweisen, so Mutsch. Die luxemburgische Regierung halte es für sinnvoller, ein eigenes Modell auszuarbeiten, dass den nationalen Gegebenheiten Rechnung trage. Demnächst werde der entsprechende nationale Aktionsplan vorgestellt. Ziel sei es, die Prostitution sowie die Zuhälterei und den Menschenhandel zwecks sexueller Ausbeutung zu bekämpfen.

Als Schweden dazu überging, Freier zu bestrafen, trieb dies zahlreiche Männer, die auf der Suche nach käuflichem Sex waren, nach Norwegen. Derzeit sei es noch zu früh, um festzustellen, ob sich nach der gesetzlichen Anpassung in Frankreich eine ähnliche Entwicklung hierzulande abzeichne, stellt Lydia Mutsch klar. Statt sich auf pure Spekulationen einzulassen, hält die Ministerin es für ratsamer, die Situation in Zusammenarbeit mit den Polizei- und Justizbehörden zu analysieren.

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