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Aktion gegen Denkmal in Niederkerschen
Lokales 4 15.06.2020

Aktion gegen Denkmal in Niederkerschen

Nicolas Cito wurde vom Künstlerkollektiv Richtung 22 symbolisch hinter Gitter gesetzt.

Aktion gegen Denkmal in Niederkerschen

Nicolas Cito wurde vom Künstlerkollektiv Richtung 22 symbolisch hinter Gitter gesetzt.
Foto: Guy Jallay
Lokales 4 15.06.2020

Aktion gegen Denkmal in Niederkerschen

Das Künstlerkollektiv "Richtung 22" hat Gitter vor dem Denkmal von Nicolas Cito in Niederkerschen aufgestellt. Dies im Zuge der "Black Lives Matter"-Proteste.

(na) - Im Zuge der "Black Lives Matter"-Proteste wurden in mehreren Ländern Statuen und Denkmäler verschmiert oder sogar entfernt. Nun auch in Niederkerschen. Hier wurde eine Gitterkonstruktion vor einem Denkmal an Nicolas Cito gesetzt, sodass es nun so aussieht, als stehe dieser hinter Gittern. Das Denkmal ist am Gebäude des Lyzeums für Gesundheitsberufe im Ortskern befestigt.  

Hinter der Aktion steht das Künstlerkollektiv "Richtung 22", wie es selbst auf Facebook mitteilt. Nicolas Cito (1866-1942) wird auf dem Denkmal unter anderem als Ingenieur und als "Kolonial-Pionier" gewürdigt. Er ist nicht mit dem Künstler Claus Cito zu verwechseln. 

Rote Farbe im Wasserbecken

Das Künstlerkollektiv wirft Nicolas Cito vor, als Chef-Ingenieur einer Zugstrecke im damaligen belgischen Kongo für den Tod von "tausenden kolonialen Zwangsarbeitern" mitverantwortlich zu sein. Weshalb auch rote Farbe in das Wasserbecken, unterhalb des Denkmals, vermischt wurde. 


07.06.2020, Großbritannien, Bristol: Demonstranten versenken im Hafen von Bristol bei einem Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt die Statue von Edward Colston. Colston war ein Kaufmann und Sklavenhändler im 17. Jahrhundert. Weltweit drücken Menschen ihre Solidarität nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd durch einen weißen Polizisten am 25. Mai in der US-Stadt Minneapolis aus. Foto: Ben Birchall/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die weltweite Diskussion um Kolonialgeschichte: Ein Überblick
Zahlreiche Statuen berühmter Persönlichkeiten sind aus heutiger Sicht für viele nicht mehr tragbar. Der Protest wächst - vor allem gegen Denkmäler für Protagonisten der Kolonialgeschichte.

Mit dieser Umgestaltung möchte Richtung 22 dazu beitragen, eine "europäische Erinnerungskultur zu etablieren, in der schwarzes Leben zählt", so das Künstlerkollektiv weiter.  

Auf Nachfrage bei der Gemeinde, hieß es, dass man die Konstruktion nicht gleich entfernen wolle. Auch macht die Käerjenger Gemeinde darauf aufmerksam, dass es sich beim Lyzeum nicht um ein Gemeindegebäude handelt, sondern, dass es dem Staat gehört.


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